#83 - Ich hab es geschafft

02.10.2026 73 min

Zusammenfassung & Show Notes

Sie wird im kommenden Dezember 90; geboren am 21.12.1936, wuchs sie in Velbert in einer Region auf, in der der Krieg keinen großen Schrecken auslöste. Drei Schwestern, die Eltern ließen sich irgendwann scheiden, aber ohne Streit, einfach, weil sie nicht zueinander passten. Streit zu vermeiden, oder sich ihm jedenfalls nicht zu lange auszusetzen, das sei ihr immer wichtig gewesen, erzählt sie. Sie berichtet, wie ihr zukünftiger Mann, es sich anfangs fast bei ihr verscherzt hätte, wie sie dann gemeinsam ein sehr schönes Leben gehabt hätten, unter anderem verdienten sie sehr gut mit einem Campingplatz an der Côte d’Azur, lebten also, wo andere Urlaub machen. Gemeinsames Hobby: Tanzen, sie konnte alle Tänze, hat sie erst sich abgeschaut, und dann ihrem Mann beigebracht; und alle Tänze, außer Walzer mochte sie. Sie erzählt von langen Nächten, aber auch von Hobbys wie Billiard spielen und Putzen. Tricks, wie man Fenster streifenfrei bekommt werden verraten. Karneval hat sie gerne gefeiert. Wir erfahren aber auch vom Sterben ihres Mannes, von ihren gesundheitlichen und den Problemen beim Einleben ins Heim. Aber auch davon, wie sie immer wieder den Weg zurück zum Leben findet. Und jetzt wie gesagt, bald der 90ste Geburtstag, „… wenn ich bis dahin überlebe!“ sagt sie und lacht.


Diesmal erklärt sich alles von selbst!?!
 
 
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Transkript

stephanie
00:00:10
Ruhrtal, biografische Geschichten aus dem Pflegeheim. Hallo und herzlich willkommen zum Podcast Ruhrtal. Hier könnt ihr Bewohnern und Bewohnerinnen von Pflegeheimen zuhören, die aus ihrem Leben erzählen. Neue Folgen gibt es jeweils am ersten Freitag des Monats.
hans
00:00:36
Hallo auch von mir. Mein Name ist Hans und ich bin Altenpfleger. In dieser Episode von Ruhrtal erzählt eine Bewohnerin, die kurz vor ihrem 90. Lebensjahr steht und die beim Berichten immer wieder ins Heute springt. Kein bisschen, "Früher war alles besser!" Aber im Vorgespräch meinte sie auch, sie habe viel Schönes erlebt. Was gibt sie davon preis? Hört selbst.
Hans
00:01:04
Guten Morgen, wie bist du denn heute so in den Tag gekommen?
Karin
00:01:07
Ja, gut, ganz gut.Ja, also über den heutigen Tag, ne?
Hans
00:01:12
Ja?
Karin
00:01:13
Ja, ich bin rumgelungert hier, ich weiß nicht, was ich machen soll, weil alles schön ist, alles fix und fertig ist, ne? Es stimmt ja alles. Ja, und dann hab ich mich angefreundet hier auch mit ein paar Frauen, ne, und auch mit ein paar bösen Frauen und, ähm, ja, was gibt es noch? Ich esse zu wenig, ich habe abgenommen und, ähm, ich möchte wieder zunehmen, 10 Kilo, ne, aber es geht ja nicht so schnell, ne?
Hans
00:01:44
Nee, nee, also unterschiedlich, manche Leute gucken das Essen nur an und nehmen zu, ne,
Karin
00:01:49
Hm, ja, ich nicht, ich nicht. Ich nehm einfach nicht zu, wo dran liegt das? Ich weiß es nicht.
Hans
00:01:56
Hm, also einmal gibt's so, wie gesagt, so eine gewisse Neigung. Du warst wahrscheinlich, wenn ich das Bild drüben sehe, immer eine schlanke Person.
Karin
00:02:03
Hhm?
Hans
00:02:04
Und manche Leute?
Karin
00:02:05
Nein, ich habe 80 Kilo gewogen, bevor ich hier reinkam.
Hans
00:02:08
Ah,
Karin
00:02:08
Und jetzt wiege ich noch 60,8 Kilo,
Hans
00:02:11
aha,
Karin
00:02:11
Das ist ein Unterschied!?
Hans
00:02:12
Was, wenn du so überlegst, was hast du denn früher anders gegessen? Hast du,ähm
Karin
00:02:17
Ich habe alles gegessen,
Hans
00:02:18
Alles?
Karin
00:02:19
Alles!
Hans
00:02:19
Ja?
Karin
00:02:19
Alles, alles, alles.
Hans
00:02:20
Ja?
Karin
00:02:21
Ja, und dann habe ich geraucht eben, ne, aber wie gesagt, das ist schon 30 Jahre her. Ja, und ich habe, ich war im Turnverein,
Hans
00:02:30
Mhm.
Karin
00:02:31
Vortunerin.
Hans
00:02:31
Ja.
Karin
00:02:32
Und dann war ich in so einer Jungschar, früher hießen die Jungschar, ne?
Hans
00:02:36
Mhm.
Karin
00:02:37
Das war auch schön. Ich habe nie Streit gemacht. Und wenn ich Streit höre, bin ich weggegangen.
Hans
00:02:43
Mhm.
Karin
00:02:43
Ich habe keinen Kommentar dazu gegeben, weil das nicht meine Angelegenheit, ne? Und wenn einer mich um Hilfe gebeten hat, dann habe ich geholfen, wenn ich kann, ne? Und, ähm, aber ansonsten ist das bei mir normal verlaufen.
Hans
00:02:58
Ja, das war jetzt der Schnelldurchlauf.
Karin
00:03:01
Mhm.
Hans
00:03:01
Aber jetzt müssen wir nochmal im Detail. Ähm, geboren wurdest du am 21.12.36,
Karin
00:03:08
In
Hans
00:03:08
ne?
Karin
00:03:08
In Velbert.
Hans
00:03:09
Und deine Eltern, was haben die gemacht?
Karin
00:03:12
Ja, meine Eltern haben sich scheiden lassen. Leider.
Hans
00:03:16
Ja, wie alt warst du da?
Karin
00:03:18
Ach,
Hans
00:03:18
Wie
Karin
00:03:18
wie alt?
Hans
00:03:19
alt warst du da, so ungefähr?
Karin
00:03:21
Das weiß ich
Hans
00:03:21
Mehr
Karin
00:03:21
nicht.
Hans
00:03:21
so zehn oder fünf oder fünfzehn?
Karin
00:03:24
Nee, älter.
Hans
00:03:25
Älter.
Karin
00:03:26
Ein bisschen älter, genau weiß ich das auch nicht.
Hans
00:03:28
Ja, ja.
Karin
00:03:28
Und dann war mein Vater ja auch im Krieg, ne? Und, ähm, war meine Mutter mit uns alleine, wir waren vier Mädchen, ne? Und davon lebe nur ich
Hans
00:03:37
Mhm.
Karin
00:03:38
jetzt noch. Die Zweitälteste, die andere sind tot. Und, ähm, ich lebe, ich würde sagen, von mir, ich lebe ganz vernünftig. Ne? Was will ich denn mehr? Anders kann ich ja nicht.
Hans
00:03:50
Mhm.
Karin
00:03:50
Ich muss ja so Gut, am Anfang hatte ich viel Heimweh hier. Und, ähm, das habe ich überbrückt, indem, dass ich Leute gesucht habe, wo ich mich unterhalten konnte.
Hans
00:04:01
Mhm.
Karin
00:04:01
Und die habe ich gefunden. Die Streithähne, da wollte ich gar nicht haben. Ja.
Hans
00:04:05
Aber lass mich nochmal zur Kindheit zurückkommen. Erstmal, 36 war ja noch ein bisschen ... kurz vor dem Krieg. Ähm, kannst du dich da an irgendwas erinnern? Dass du Freundinnen, mit denen du gespielt hast, oder?
Karin
00:04:18
Ja, an für sich, da war ja... Ich weiß es nicht. Da war, da war ich ja noch klein. Da war ich, äh, 45 war Kriegsende, ne? Ja, genau. Ja, da war ich sechs Jahre.
Hans
00:04:28
Ja.
Karin
00:04:28
Ne? Und dann hatten wir einen Keller unten, wir wohnten in der zweiten Etage und dann haben die Männer denn, die noch da waren und Frauen draußen am Hof, haben die rausgeguckt. Da wollte ich auch immer Flieger sehen und die sagten, da oben fliegen sie. Also das war für mich als Kind schön. Aber ich war ja dumm,ich war sechs Jahre.
Hans
00:04:52
Also du hast nicht so Ängste verspürt, sondern das war mehr so ein bisschen Abenteuer?
Karin
00:04:57
Ja, genau, genau. Ja, was habe ich noch gemacht? Ich weiß es nicht. Ich habe viel gestrickt, gehäkelt, ich habe meine Kinder angestrickt, sozusagen. Kleidchen, ich habe ja die Zwillinge. Das gleiche Kleidchen, wie der gleiche Anzug habe ich alles selber gemacht früher. Da war das ja so, ne?
Hans
00:05:16
Ja,
Karin
00:05:16
Und da bin ich gut mitgefahren. Ja, und da bin ich ja,
Hans
00:05:20
ja,
Karin
00:05:20
Kinder.
Hans
00:05:21
ein bisschen so, jetzt hast du schon Kinder, aber erst würde ich gerne noch wissen, so Schule, wie war das? Gab es da überhaupt Schule in den schweren Zeiten?
Karin
00:05:29
Hier war unser Haus und da war die Schule, so nah, ne. In der Schule war ich Durchschnittsmensch würd ich,
Hans
00:05:37
Ja,
Karin
00:05:37
sagern. Ich wollte immer mehr lernen, äh, äh, Sprachen und so, aber damals hatten die Eltern nicht so viel Geld, ne. Also ging es nicht Und
Hans
00:05:44
ja.
Karin
00:05:45
dann hab ich so, vom Zuhören hab ich schon mal was gehört. Ja, und in Frankreich, das wollte ich nicht lernen. Eigentlich Quatsch, ne.
Hans
00:05:52
In?
Karin
00:05:53
In
Hans
00:05:53
Was?
Karin
00:05:53
Frankreich.
Hans
00:05:54
In Frankreich.
Karin
00:05:54
In Südfrankreich.
Hans
00:05:55
Wie hat es euch denn jetzt dahin verschlagen? Mit der ganzen Familie? Also, ich bin noch in Velbert, deswegen.
Karin
00:06:02
Nee, ich bin, äh, nee,wo ich nach Frankreich gefahren bin, mit dem Auto, mit unserem Auto,
Hans
00:06:08
Ja.
Karin
00:06:09
Ja, ähm, da sind wir beide in Urlaub erst hingefahren. Ja, und dann haben wir da 30 Jahre gearbeitet, haben 26 Wohnwagen vermietet.
Hans
00:06:18
Mhm.
Karin
00:06:19
Da haben wir ein Heidengeld gemacht.
Hans
00:06:21
Mhm.
Karin
00:06:22
und, äh, und, wie gesagt, von hier bis da war das Meer schon.
Hans
00:06:25
Mhm.
Karin
00:06:25
Das war wunderschön.
Hans
00:06:27
Ja.
Karin
00:06:27
Ja. Und da hab ich auch viele Freunde gewonnen,
Hans
00:06:29
... Mhm.
Karin
00:06:29
Die sind
Hans
00:06:30
Mhm.
Karin
00:06:30
da
Hans
00:06:30
Das war aber jetzt schon, da warst du schon verheiratet und, ähm, erwachsen,
Karin
00:06:34
Ja.
Hans
00:06:34
ne? Ja.
Karin
00:06:35
Ja.
Hans
00:06:36
. Und lass uns noch mal zurück, Schule... du bist immer so schnell weg von der Kindheit und Schule, war das nicht so schön? oder, oder gibt's da einfach nichts zu erzählen?
Karin
00:06:44
Doch, ich bin gerne in die Schule gegangen, ne?
Hans
00:06:47
Hattest
Karin
00:06:47
Und
Hans
00:06:48
du auch Lieblingsfächer?
Karin
00:06:49
Was?
Hans
00:06:49
Hattest du auch Lieblingsfächer?
Karin
00:06:52
Ja, Deutsch.
Hans
00:06:54
Aha.
Karin
00:06:54
Deutsch und so. Und wenn heute kommt, dann werf ich schon mal ein Französisch-Wort da rein, ne? Unbewusst dann, Und, ähm, ja, ne, sonst, Englisch wollte ich nicht lernen, hab ich wieder an den Krieg gedacht, ne? .
Hans
00:07:10
Ja.
Karin
00:07:10
Ja.
Hans
00:07:10
Du hast ja wahrscheinlich 'ne Zeitlang noch Schule, zu Zeiten, wo die Nationalsozialisten an der Macht waren. Hat man das in der Schule auch gemerkt? Musste man da auch irgendwie "Heil Hitler" und, oder hast du das alles schon, äh
Karin
00:07:21
Ne, "Heil Hitler", ja. Ich hab das als Kind immer nachgemacht,
Hans
00:07:26
...
Karin
00:07:26
weil
Hans
00:07:26
Ja.
Karin
00:07:27
ich weißte? Also, das ist meine Erinnerung, ich wollte mich da gar nicht dran erinnern, ne? Mir war das zu traurig, Und wenn du bei uns im Nebenhaus haben, ist so ein Granatsplitter,
Hans
00:07:38
Ja.
Karin
00:07:38
einem Junge im Rücken, der wollte in die Bäckerei im Rücken rein, und ich
Hans
00:07:42
Ach.
Karin
00:07:42
stand daneben.
Hans
00:07:43
Ach
Karin
00:07:43
Das
Hans
00:07:43
Gott.
Karin
00:07:44
war für mich ein Schock. Ne? Ja. Ja. Und, ne? Ansonsten... Kind war ich so... ging... Ne!? Ich hab auch meine Mutter immer ein bisschen oft, ach, da war meine älteste Schwester, die wohnte dann auch noch zu Hause, die war dann auch verheiratet, ne? Und wenn, also vier Mädchen waren wir. Ja. Und was war noch?
Hans
00:08:04
Wie war der, der Altersunterschied? Also war die alle so ungefähr gleich alt oder?
Karin
00:08:08
Ne, meine Schwester ist ja jetzt mit 83 gestorben.
Hans
00:08:12
Ja.
Karin
00:08:12
An Krebs, zweierlei Krebs. Meine jüngste Schwester, der gleiche Krebs, ist mit 70 gestorben.
Hans
00:08:18
Ja. Ja.
Karin
00:08:19
Ja. Und von der ältesten der Sohn. Ja. Also mein Neffe, ist nur 65 geworden. Der gleiche Krebs. Aber ist ja nicht ansteckend, ne?
Hans
00:08:27
Ne, ansteckend nicht. Aber manchmal sagt man, so genetisch kann man das vererben, so.
Karin
00:08:32
Ja.
Hans
00:08:32
das in der Familie
Karin
00:08:33
Ja.
Hans
00:08:33
eine Häufung
Karin
00:08:33
Ja,
Hans
00:08:34
auftritt.
Karin
00:08:34
Ja, und ich habe gar nichts gekriegt.
Hans
00:08:36
Ja.
Karin
00:08:36
Ich habe auch kaum, mal früher, beim Arzt, oder was weiß ich nicht, ne, wo die Kinder gerade mit Masern und
Hans
00:08:42
Ja.
Karin
00:08:42
so,
Hans
00:08:42
Naja.
Karin
00:08:43
ne, was jeder hatte, ne? Aber ansonsten habe ich für mich jetzt, hab das empfunden, war eine schöne Jugend.
Hans
00:08:50
Ja.
Karin
00:08:50
Ja. Ne, eine wirklich schöne Jugend.
Hans
00:08:52
Ja.
Karin
00:08:53
Auch trotz Kriegs oder Kriegsende, da war ja schon Kriegsende da, ne? . Und das war schön für Ja. Ne
Hans
00:09:00
Also, war ein Velbert, da, wo du warst, jetzt auch nicht so viel Zerstörung, sondern, das war mehr so ein fließender Übergang, der Krieg war jetzt
Karin
00:09:07
Richtig.
Hans
00:09:07
vorbei und,
Karin
00:09:08
Ja, genau so
Hans
00:09:08
Ja.
Karin
00:09:09
war es, Ne!? Sonst weiß ich nichts. Ne, also meine Kindheit, die waren, war gut. Ich würde sagen gut.
Hans
00:09:15
Fällt dir noch irgendwie sowas ein, irgendwelche Spiele, die du mit anderen gespielt hast,
Karin
00:09:20
Die üblichen. Mühlchen, Halma und so weiter, die, diese Spiele haben wir gemacht.
Hans
00:09:25
Also so, so Brettspiele...
Karin
00:09:27
Ja, ja, ja. Ja, ja. Sonst wüsste ich nichts.
Hans
00:09:32
Ja.
Karin
00:09:32
Ich habe ja viel gehandarbeitet, ne? Damals war das auch noch Mode.
Hans
00:09:36
Das hast du jetzt von deiner, von deiner Mutter abgeschaut,gelernt, oder in der Schule, oder wie hat das angefangen, Handarbeiten?
Karin
00:09:42
Meine Mutter war einmalig, die konnte alles, ganz ehrlich, die konnte alles. Und da hab ich was abgeguckt, kochen zum Beispiel, als junge Frau schon, da hab ich auch alles nachgekocht und so weiter,
Hans
00:09:55
ja.
Karin
00:09:56
ja, und die Spiele, und dann acht Geburtstage haben wir da ja so gefeiert, einmal bei ihm, einmal bei ihr, einmal bei mir, hat meine Mutter alles selber gebacken oder auf Mittagessen gemacht, und das hab ich alles abgeguckt.
Hans
00:10:10
Ja. Hm?
Karin
00:10:10
Bloß backen, da will ich bis heute noch nicht gerne, haha, ja, also, das ist, war eine übliche Jugendzeit für mich.
Hans
00:10:18
Ja.
Karin
00:10:19
Also, besser ging es nicht, ne?
Hans
00:10:21
Gab's, ähm, Schwestern, zu denen du ein näheres Verhältnis hattest, und welche, wo du nicht so, weil die zu alt waren oder sowas, oder war das insgesamt...
Karin
00:10:30
Also...
Hans
00:10:31
so eine Gemeinschaft?
Karin
00:10:32
Ja, äh, die Lehrer jetzt, ne?
Hans
00:10:34
Nee, die... bei deinen Schwestern meine ich
Karin
00:10:36
Ach
Hans
00:10:36
jetzt,
Karin
00:10:36
so, meine Schwester? Ne, wir haben uns an für sich gut verstanden, bis auf die jüngste, die ..., äh, unter mir kommt, die war so ein bisschen etepetete, weißt du? .
Hans
00:10:46
Aha...
Karin
00:10:46
und das gefiel mir gar nicht, ne? Und ich komm auch aus dem guten Elternhaus, und wir haben hier eine Uhrenschmuck, ähm, na sag mal, Dynastie. Und da hab ich viel geschenkt gekriegt, viel geguckt, aber Uhren reparieren konnte ich nicht, haha.
Hans
00:11:05
Ja, das scheint mir auch eine sehr fein,
Karin
00:11:06
Ja,
Hans
00:11:07
pingelige... Arbeit
Karin
00:11:07
Also, arm waren wir nie. Nur in den Kriegszeiten, da hat ja gar nichts gekriegt, ne? Aber ansonsten, doch, ich bin zufrieden mit meinem Leben.
Hans
00:11:16
Ja, und Schmuck-Dynastie, da muss ich jetzt noch wissen, das heißt, in...die Familie oder die Vorfahren haben in Velbert ein Geschäft gehabt und
Karin
00:11:26
Ein paar Geschäfte.
Hans
00:11:27
ein paar Geschäfte...
Karin
00:11:27
Die hatten drei Stück. Und in Velbert auch alle, ne? Und, äh, das war eine schöne Zeit, und dann, ja mein Opa lebte noch, und der ist dann später aber auch gestorben, ja was war noch, ich weiß es nicht.
Hans
00:11:42
Dann lass mich noch einmal kurz... Ähm, du hattest die Scheidung angesprochen, deine Mutter hat sich geschieden... scheiden lassen. Das war also jetzt irgendwann in der Nachkriegszeit, und...
Karin
00:11:52
Äh, nee, die hatten beide keinen anderen Partner, das nicht.
Hans
00:11:55
Ja?
Karin
00:11:56
? Die haben sich einfach nicht verstanden. Und als Kind denkst du ja auch nicht so darüber nach. Und, ähm, dann hab ich mal gefragt, und da hat meine Mutter gesagt, Karin, das ist unsere Sache, wir halten euch Kinder raus
Hans
00:12:09
Ja.
Karin
00:12:10
Mehr weiß ich nicht darüber.
Hans
00:12:11
Ja. Aber eigentlich ja eine ganz, ähm,
Karin
00:12:13
Normal.
Hans
00:12:14
wenn man das so einvernehmlich macht, eine ganz vernünftige Haltung. Das...
Karin
00:12:18
Genau.
Hans
00:12:18
Aber, du hast jetzt nicht irgendwie gesagt, hoffentlich bin ich nicht Schuld, oder sowas,
Karin
00:12:22
Nein.
Hans
00:12:22
sondern das war einfach so, und ... .
Karin
00:12:24
Ja.
Hans
00:12:24
Ja.
Karin
00:12:24
Ich will immer gleichen. Weißt du, gleichen, dass das alles schön bleibt und keinen Streit gibt, und so weiter, und auch genau wie hier, da, jeden Mittag, jeden Tag, die streiten da die Frauen um nichts und wieder nichts.
Hans
00:12:38
Ach, ja.
Karin
00:12:39
Und. die sollen gar nicht, jetzt am Abend, äh, hat mir der ... Wie heißt der? Der in, der, in, in, in ...
Hans
00:12:47
Der Kollege, der hier
Karin
00:12:48
Ja.
Hans
00:12:48
kam. Der Ernst?
Karin
00:12:51
Euer
Hans
00:12:51
Ja.
Karin
00:12:51
Mitarbeiter.
Hans
00:12:52
Gut.
Karin
00:12:52
Der war gestern so fertig, ja, und der hat mir meine Strümpfe ausgezogen, und, äh, der hat bald geweint, und er tat mir auch leid.
Hans
00:13:01
Ja.
Karin
00:13:01
Ich sag, ihr dürft auch was sagen, wenn die so frech zu euch sind. Der, der Arzt war das wieder, ne? Ja, der, Arzt, hat, den angeschrien, es geht nicht mehr,
Hans
00:13:10
Hm.
Karin
00:13:10
ne? Und der hat da nichts gemacht. Und, und der Kleine, der da sitzt daneben, der zieht immer, und drückt immer am Tisch. Da fällt mir alles in die Suppe und alles auf dem Tisch.
Hans
00:13:20
Hm
Karin
00:13:20
Und das hab ich nicht so gern, Ja, wenn sie nicht hören wollen, ich kann nichts ändern .
Hans
00:13:25
Ja. Die verstehen die Problematik dann, glaub ich, nicht mehr. Er möchte irgendwas, wahrscheinlich losfahren, nach... in sein Zimmer oder sowas, möchte sich abstoßen, und
Karin
00:13:33
Ja.
Hans
00:13:33
dadurch ruckt der Tisch.
Karin
00:13:34
ja, dann will er so
Hans
00:13:35
Ja,
Karin
00:13:36
mit dem Rollstuhl
Hans
00:13:37
ja,
Karin
00:13:39
fahren
Hans
00:13:39
hm,
Karin
00:13:40
und, äh, und ich bin an und für sich sehr zufrieden mit diesem Klima, mit allem hier, ist alles da, was ich brauche, und manchmal auch schon mehr.
Hans
00:13:51
Mhm.Mh.
Karin
00:13:51
Und von dem Team, von die, euch jetzt, ne, alle. Da bin ich sehr mit zufrieden, da meckert keiner und die sagen alles, auch hier der, der Jupp, der Josef, auch, ne, der wohnt ja in Werden. Und, äh, also besser kann das für mich nicht gehen,
Hans
00:14:09
Ja,
Karin
00:14:10
ne.
Hans
00:14:10
ich find das schön, wie du immer wieder ins Jetzt zurückkommst und nicht, viele Leute sind so früher und was weiß ich, hängen da irgendwie
Karin
00:14:16
Ne,
Hans
00:14:16
fest. Trotzdem, würd ich gerne nochmal wieder so ein bisschen zurückkommen, noch, weil
Karin
00:14:21
ja.
Hans
00:14:21
mir ist das noch genug, so, ein paar Fragen hab ich noch,
Karin
00:14:24
Ja.
Hans
00:14:24
sag ich mal. Und zwar, ähm, einmal würd ich gern wissen, dein Vater nach der Scheidung, hattest du noch Kontakt zu dem oder war der dann irgendwie aus dem Leben raus?
Karin
00:14:32
Nein, der war, der ist ja noch zurückgekommen. Ne, und da waren sie aber schon geschieden. Ja, da war auch wieder nur wegen einer Klacks. Und, ähm, ähm, und dann weiß ich nicht, ob ich den gefragt hab, waru habt ihr euch scheiden lassen? Ja, das
Hans
00:14:49
Mhm.
Karin
00:14:49
tat mir weh, weil da konnt ich nicht fragen, ne?
Hans
00:14:52
Mhm.
Karin
00:14:53
Und, äh, und dann hinterher, so später wo ich älter war, hab ich nochmal gefragt , und da, hat er gesagt: Karin, wir haben uns einfach nicht verstanden."
Hans
00:15:00
Mhm.
Karin
00:15:00
Und deswegen haben wir uns getrennt. Da war kein anderer Partner, bei keinem, ne? Und da war ich schon zufrieden. Och, ich hab noch ne Gänsehaut, wenn ich da dran denk. Ja, und was noch?
Hans
00:15:09
Ja, ist ja eigentlich ne, ne vernünftige Sache. Man ... viel, viel zu viele Leute, glaub ich, haben früher wegen des komplizierten Scheidungsrechts und sowas, sind viel zu lange zusammengeblieben, haben da eigentlich nicht gepasst, und
Karin
00:15:20
Nee.
Hans
00:15:20
… Im Grunde haben sie ihr Leben, ähm, versaut,
Karin
00:15:23
Ja,
Hans
00:15:23
sag ich,
Karin
00:15:23
ja,
Hans
00:15:23
ne?
Karin
00:15:23
ja, ja, ja,
Hans
00:15:24
Ja,
Karin
00:15:24
ja. Also, das war schon so, ne. Das tat mir leid auch, und meine Mutter hat auch nie wieder geheiratet, mein Vater auch nicht. Und der ist auch kurz danach ...nee, der ist mit siebzig auch ein Krebs hier im Jupp Krankenhause, Josef - Krankenhaus ist der gestorben. Ich war als einzigste bei ihm als Kind. Und, ähm, ja, das tat mir leid. Meine Mutter war dann in Velbert, in auch einem schönen Heim, so wie hier, und ist einfach eingeschlafen und war tot. Die hatte nix. . Die war alt. Äh, 94, glaub
Hans
00:15:57
Oh
Karin
00:15:57
ich war sie.
Hans
00:15:57
Mhm.
Karin
00:15:58
Nee. Und, ähm, ja, wie gesagt, meine Geschwister tot,
Hans
00:16:03
Ja.
Karin
00:16:04
ich bin die einzige. Die haben immer gesagt, Karin, du überlebst uns alle, die haben recht behalten.
Hans
00:16:08
Ja.
Karin
00:16:08
Ja. Nee, und,
Hans
00:16:10
Äh.
Karin
00:16:10
So,
Hans
00:16:11
Und die, ähm, deine Mutter konnte euch gut durchbringen wegen der Schmuck-Dynastie und ihr hattet genug Geld und ...
Karin
00:16:18
Ja.
Hans
00:16:18
desw gab's da auch keine Probleme finanziell
Karin
00:16:20
Nein,
Hans
00:16:20
oder
Karin
00:16:21
nein, die hatten wir nicht. Wir hatten ja die Geschäfte da noch, die gingen zwar auch jetzt schlecht, ist klar, aber ansonsten, so einen Mangel habe ich nicht gelitten. An nichts. Wirklich nicht, an gar nichts
Hans
00:16:34
Jetzt...bist du schon ein bisschen älter - da ändern sich die Interessen. Also fällt dir was ein zu dem Thema ins Kino gehen, tanzen, was
Karin
00:16:42
Tanzen!!
Hans
00:16:42
weiß ich?
Karin
00:16:43
das mache ich heute noch gerne und kann es doch nicht. Wegen meiner Dinger hier, wenn wir unten tanzen haben, und ich sitze aufm Stuhl, bin nur so dran, weißt du? Und da sagen wir, ach mein Gott, da holt mich einer von unten, holt mich dann zum Tanz, der tanzt mir auf dem Fleck
Hans
00:17:00
ja,
Karin
00:17:00
und hinter mir steht einer mit meinem Stuhl, falls ich nicht mehr konnte. Das war urig, war das, ehrlich. Ja, also, tanzen war mein Leben und auch für meinen Mann. Wir waren eingetanzt, wir sind jedes Wochenende tanzen gegangen, es war wunderschön.
Hans
00:17:14
Ja, habt ihr das auch in Tanzkursen verbessert oder konntet
Karin
00:17:19
Nein,
Hans
00:17:20
ihr das?
Karin
00:17:20
wir konnten einfach. Nee, mein Mann konnte gar nicht tanzen, ich habe ihm das beigebracht. Und ich habe vieles selber gemacht und das hat auch meistens geklappt. . Und dann waren wir jedes Wochenende jeden Samstag tanzen bei uns, im Velbert, ne.
Hans
00:17:34
Die Musik, die dann euch dazu begleitet, die euch angeregt hat, nach der ihr getanzt habt.
Karin
00:17:40
Hm?
Hans
00:17:40
Was war das, alles kreuz und kreuz und quer oder bestimmte Sachen, die besonders
Karin
00:17:44
Nee,
Hans
00:17:44
gut
Karin
00:17:45
alles was schön
Hans
00:17:46
waren?
Karin
00:17:46
war.
Hans
00:17:46
Ja.
Karin
00:17:46
Vor allen Dingen, was ich nicht mochte, das war ein Walzer. Den kann ich zwar perfekt, aber ich kann kein Walzer leiden. Ja, ja. Ne, Hu und so weiter.
Hans
00:17:55
Aha.
Karin
00:17:56
Aber ansonsten doch.
Hans
00:17:58
Hm?
Karin
00:17:58
Ich bin zufrieden mit meinem Leben, kann ich sagen... Da kommen ein paar kleine Tiefs mal und so, die habe ich auch mit mir selber ausgemacht. Da habe ich keinen drum gefragt, ne
Hans
00:18:09
Tanzen würde ich gerne noch wissen, gibt es irgendwelche Läden, also irgendwelche, wie nennt man das jetzt? Orte, wo ihr
Karin
00:18:19
Ja.
Hans
00:18:19
getanzt habt, wo ihr hingegangen seid, wo man damals in Velbert hinging, man ging zu, in diese Disco oder dahin?
Karin
00:18:25
Ja, da war in Werden, da waren ja 50, ähm, ähm, na, Gaststätten.
Hans
00:18:33
Ja.
Karin
00:18:33
Und in einer war die Stammkneipe und da haben wir angefangen, in der Kneipe aber die anderen auch
Hans
00:18:39
Mhm,
Karin
00:18:40
getanzt. Und
Hans
00:18:40
ja, ja.
Karin
00:18:41
nachts um 12 Uhr sind wir dann über die Straße in die Disco gegangen.
Hans
00:18:44
Ja.
Karin
00:18:45
Bis morgens um 6 Uhr und das nicht genug, da haben wir ja ein Ehepaar gehabt, wo wir mit zusammen waren, sind wir zu uns auf den Hof gegangen und ja unten haben sie Tennis gespielt morgens um 6 Uhr und ich habe oben Essen zubereitet, also son Häpkes
Hans
00:18:59
Ja.
Karin
00:18:59
und... Ja, das war ganz schön.
Hans
00:19:01
Ja, das ist ja voll das Nachtleben, genossen.
Karin
00:19:04
Ja!
Hans
00:19:05
Cool.
Karin
00:19:05
ja,ja ,
Hans
00:19:06
Äh,
Karin
00:19:06
ja. Also, es war wirklich schön. Ja, man, meinen Mann, den vermisse ich ja immer noch, ist klar. Wir sind heute... Hätte der Geburtstag gehabt. Ist heute der 17.?
Hans
00:19:15
Heute ist der 17. Ja. Wie habt ihr euch denn kennengelernt?
Karin
00:19:19
Ach, das war ganz urig. Da gab es in Velbert unten im Wald so mehr, am Bad da unten, so eine ganz kleine Kneipe und da haben die auch Billard gespielt. Auch habe ich auch mal angefangen Billard zu spielen, Dreiband, ne? Und äh... Ja, und da waren auch zwei, drei Brüder, ne? Die waren auch noch da. Die anderen zwei sind ja auch tot geworden... Tod gegangen. Auch nicht richtig ich weiß. Und da kannten wir uns schon lange. Und dann hatte er einen Abend hat er mich... da musste ich durch so'n Wald gehen, da hatte ich alleine Angst, weil meine Freundin schon weg war. Da sagte er, ich, bring dich nach Hause ja. Alles gut und schön. Er hat mich nach Hause gebracht. Das war eine halbe Stunde zu Fuß. War das ein Weg. Da hat der kein Wort mit mir gesprochen. Der hat nur gelacht. Ich denk mal mit dem Typen, da gehst du doch nicht zusammen. Und was ist draus geworden!?!
Hans
00:20:13
Ja. Ja, aha.
Karin
00:20:14
Es ist ganz toll war. Der konnte alles mein Mann. Wirklich alles.
Hans
00:20:18
Wie hat er denn dann die Kurve gekriegt, nachdem er schon so in deiner Gunst gesunken war? Was hat er gemacht, damit du ihn dann wieder gut fandst?
Karin
00:20:27
Er war noch nicht mal, ich war das.
Hans
00:20:29
Aha.
Karin
00:20:30
Ich war das. Ne, ich sag auch, wenn du mich nochmal nach Hause bringst, bitte nicht lachen. .
Hans
00:20:37
Ja. Aha. Aber er war nur selber nervös, weil er nicht wusste, wie...
Karin
00:20:40
Ja, ich glaube das
Hans
00:20:41
Ja?
Karin
00:20:42
auch. Ja, ja, ja. Bis vor die Haustür? Meine Mutter wusste ja auch, dass ich mit ihm zusammen war. Ne, wir sind auch mit dem Auto zusammengefahren. Da war noch ein Onkel, der hat das Auto gefahren. Ja, und da war das alles schön. Und dann hab ich gesagt, jetzt möchte ich heiraten.
Hans
00:20:58
Hm?
Karin
00:20:59
Mhm. Ja, da hat... sind hat... Ja, ich bin jetzt...Wir waren 65 Jahre verheiratet.
Hans
00:21:05
Ja.
Karin
00:21:06
Kannst du dir das vorstellen?
Hans
00:21:08
Ja, nee.
Karin
00:21:09
Ne? Krach gibt es in jeder Ehe.
Hans
00:21:11
Ja.
Karin
00:21:11
Und auch Meinungsverschiedenheiten, ne?
Hans
00:21:14
Ja.
Karin
00:21:14
. Aber ansonsten...aber ich bin wirklich zufrieden.
Hans
00:21:18
Mhm.
Karin
00:21:19
Mehr kann ich nicht sagen.
Hans
00:21:20
Ja.
Karin
00:21:20
Ne?
Hans
00:21:21
Ja. Hochzeit, habt ihr die Hochzeit jetzt, äh, größer gefeiert oder war das mehr so im kleinen... Ja, wahrscheinlich größer mit Tanzen und...?
Karin
00:21:28
Ja, ne. Das war äh... An dem Tag, wo ich Geburtstag habe. Ne, Hochzeitstag, ne. er
Hans
00:21:34
Mhm.
Karin
00:21:35
sagst du. Ähm... Da waren wir zu Hause aber einen Tag später. Ich weiß nicht mehr genau, wievielten das war. Da haben wir ein paar Freunde eingeladen, sind dann in ein Lokal gegangen.
Hans
00:21:45
Mhm.
Karin
00:21:46
Haben. da gefeiert, das Übliche. Ja.
Hans
00:21:48
Ja.
Karin
00:21:50
Ja. Sonst weiß ich nichts von mir.
Hans
00:21:52
Ja.Ja, ja, ähm, äh... Jetzt so beruflich von der Ausbildung her würde ich gern noch wissen.
Karin
00:22:00
Ja.
Hans
00:22:00
Hast du da, äh, zum Beispiel im Geschäft deiner Familie gelernt oder was hast du gemacht?
Karin
00:22:07
Ja. Ich hab angefangen Friseuse zu lernen, weil ich da Spaß dran hatte.
Hans
00:22:12
Hm?
Karin
00:22:13
Hab ich auch gemacht und da gab es eine Dauerwelle. Da hatte ich alles voll dicke Pusteln und so. Ich konnte diese starke Flüssigkeit.Heute ist das ja nicht mehr so.
Hans
00:22:22
Ja.
Karin
00:22:22
Da sagt meine Mutter, machste Schluss. Da bin ich bei meiner Mutter, weil die allein war in der großen Wohnung hingegangen, hab gesagt, Mama...Mutti, ich putz für dich,
Hans
00:22:31
Hm?
Karin
00:22:32
alles, die ganze Wohnung, weil ich heute noch gerne putze. Hm? Ja, sagt sie. Und dann hat die das angemeldet, ich weiß nicht genau. Das, war ja dann mein Beruf,
Hans
00:22:42
Hm?
Karin
00:22:42
häusliche Hilfe oder sowas ähnliches. .
Hans
00:22:44
Ja.
Karin
00:22:44
Ja, das war ein richtiger...Ich hab auch ein Gehalt gekriegt,
Hans
00:22:46
Hm?
Karin
00:22:46
ne, also das hab ich dann gemacht.
Hans
00:22:48
Hm?
Karin
00:22:48
Ich wollte meine Mutter nicht alleine lassen.
Hans
00:22:51
Ja.
Karin
00:22:51
Weißte. Na ja, war ich ein anständiger Mensch?
Hans
00:22:57
Ja, ähm,
Karin
00:22:59
da ist nichts von gelogen, ist alles wahr.
Hans
00:23:01
Ja, und das hört sich an, als wenn du auch gut geputzt hättest, also,
Karin
00:23:06
Ja,
Hans
00:23:08
Hhm hm.
Karin
00:23:08
Also, nö, so, das war alles gut,
Hans
00:23:11
Mhm
Karin
00:23:11
ne?
Hans
00:23:11
Diese Neigung zum Putzen, das war auch einfach so in dir drin, oder hast du
Karin
00:23:16
Das war drin, das war drin, das ist heute noch drin.
Hans
00:23:18
Ja,
Karin
00:23:18
Ich sag schon Steffi, die hat ein großes Haus. Ich sag, wenn ich noch könnte, würde ich mal einmal das ganze Haus alleine putzen bei dir, denn sie wohnt aufm Land, in Velbert Land, ne? Ja. Und dann haben die noch ein riesengroßes Haus draußen, auf der Wiese da, haben sie selber gemacht. Ja, also, das würde ich gerne noch einmal machen. Ich kann mich ja nur zur Hälfte bücken.
Hans
00:23:39
ja?
Karin
00:23:39
Und dann dreht sich alles so schnell.
Hans
00:23:42
Ja, der Schwindel, ja.
Karin
00:23:44
Schwindel. Ja, ja. Und, äh, jetzt sag ich, bevor ich hier reinkam, kam ich aus dem Steeler Krankenhaus, deswegen,
Hans
00:23:52
Mhm hm,
Karin
00:23:52
und davor war noch eins, auch deswegen, da haben die mir gesagt, Frau Wegener, da das geht, wir wissen nicht, wo der herkommt.
Hans
00:23:58
Das ist
Karin
00:23:58
Ist.
Hans
00:23:58
bei
Karin
00:23:59
Ist kein Kreislauf,
Hans
00:23:59
Schwindel.
Karin
00:24:00
Oder so was, ne? Ja. Da hab ich dann mit gelebt und dann bin ich hier, wie gesagt, äh Steffi, sagt, Mama, du kannst nicht mehr alleine in deiner Wohnung bleiben, auch wenn du eine Hilfe kriegst, ne, ich hab hier helfen können, aber ich wollte keine fremde... da war ich eigen, ich wollte keinen Fremden in meiner Wohnung haben.
Hans
00:24:18
Ja, ja.
Karin
00:24:18
Nee, ja. und da bin ich hier gelandet, und am Anfang, fiel mir das sehr schwer, ne? Aber ansonsten, ich bin zufrieden . Auch heute
Hans
00:24:27
ihr seid jetzt verheiratet, die zwei, du meintest, Zwillinge, zwei Töchter,
Karin
00:24:32
ja.
Hans
00:24:32
ne, also, werden geboren, War das so recht schnell nach der Hochzeit, ode wie war das,
Karin
00:24:38
nee, das war später, später, ich weiß das Datum nicht mehr.
Hans
00:24:41
Ja, ja.
Karin
00:24:42
Die sind am 5. Januar geboren. Wann hab ich, wir haben 57 geheiratet.
Hans
00:24:47
Mhm.
Karin
00:24:49
Und, äh, ja, 7. Juni 57, ja, ich glaub, ja. Und die Große, ich hab ja noch eine Große, die Martina, ne, die ist fünf Jahre älter als die Zwillinge.
Hans
00:24:59
Mhm.
Karin
00:25:00
Ich wusste ja nicht, dass ich Zwillinge, ich wollte ja nur ein Kind haben, noch ein Mädchen, und er wollte ein Junge haben. Und was krieg ich beides: Junge und Mädchen, Zwillinge
Hans
00:25:07
Ja.
Karin
00:25:08
In Velbert im Krankenhaus. Und
Hans
00:25:10
Aber das
Karin
00:25:10
alles,
Hans
00:25:10
ist deine ausgleichende Art, du möchtest.
Karin
00:25:12
Ja.
Hans
00:25:13
Alle sollen zufrieden
Karin
00:25:13
Und
Hans
00:25:13
sein.
Karin
00:25:13
dann hab ich gesagt, ich möchte keine Narkose haben, ich möchte meine Kinder bei klarem Verstand. Ja, Frau Wegener, das tut aber weh, ne?
Hans
00:25:20
Ja
Karin
00:25:20
Ja, und dann, äh, haben sie noch abgehört, die Hebamme hier, der Mann, der Arzt hier. Nein, wir hören zwei Herztöne, das waren die Zwillinge, ne? Alle ohne eine Komplikation, das tut natürlich sehr weh, ne? Aber ich hab alles geschafft. Weil ich wollte das schaffen . So. Aber wenn ich auch mal Krach kriege hier mit den Weibern da, also es ist ganz schlimm. Dann sag ich nur einmal hab ich die Blonde mit dem langen Haar, die hat schon dreimal meinen Rollator kaputt gefahren,
Hans
00:25:48
Mhm.
Karin
00:25:49
die ist sowas von frech und dreist, die geht an, an der Tische vorbei und, und nimmt das Essen so mit den Finger raus und da Ekel ich mich, ne!?
Hans
00:25:58
Ja. Ja.
Karin
00:25:59
Ja. Was noch?
Hans
00:26:02
Ja, wir kommen schon schrittchenweise voran, ne? etzt sind deine, Kinder geboren dein erstes Kind ist geboren? Und normalerweise ändert sich ja dann so ein bisschen was im Leben, ne?
Karin
00:26:12
Ja,
Hans
00:26:12
Wie
Karin
00:26:12
natürlich.
Hans
00:26:13
war das so?
Karin
00:26:14
Ja, erstmal mit den Kochereien, so, Fläschchen und das alles musst du ja kochen. Und da konnte ich ja alles, ne, das hab ich auch gemacht, ganz alleine, ich hab keine Hilfe gebraucht. Und wenn ich die Kinder gefüttert hatte und die schrien ja zu gleicher Zeit, ist ja klar.
Hans
00:26:32
Ja, ja.
Karin
00:26:33
Ja, weiß, was ich ja gemacht, ja. Da hab ich die Kinder auf ... so'n Tisch, war das ... ein Küchentisch, aber größeren.
Hans
00:26:40
Ja.
Karin
00:26:41
Da ein Kopfkissen, da ein Kopf hin, da der Zwilling, da der Zwilling und dann hab ich so die Flaschen gehalten. Und die haben ihre Nahrung, nach…
Hans
00:26:49
Ja. Ja. Also gleichzeitig, hattest du so eine Massenabfertigung,
Karin
00:26:53
Ja.Ja, ja,
Hans
00:26:53
ja?
Karin
00:26:54
Das die nicht, äh, ah,
Hans
00:26:55
Na
Karin
00:26:55
jeder schreit.
Hans
00:26:55
klar.
Karin
00:26:55
Und so hab ich die auch groß. Ne. Ja. Ich hab wirklich alles gemeistert. Ich wunder mich heute selber, dass ich das alle geschafft habe.
Hans
00:27:06
Ja.
Karin
00:27:07
Ich bin ein starker Typ, würd ich mal so sagen. In Sachen, die wirklich gut sind. Und du musst das durchbringen. Und ich hab's geschafft. Ohne, ohne Komplikation, alles wunderbar, ne. Deswegen hier auch, ich, ich, ich hör da viel gar nicht hin, äh, ich meine es gibt überall Streit , aber so!?
Hans
00:27:27
Wo du immer so erwähnst, Streit, aber du hast gerade im Nebensatz auch mal gesagt, in jeder Beziehung, gerade bei 65 Jahren gibt's ja auch mal Streit.
Karin
00:27:35
Hm.
Hans
00:27:35
Erinnerst du dich irgendwie so, wie die Streits, wenn denn mal einer war, wie sich das dann aufgelöst hat, also, hat man dann irgendwie miteinander
Karin
00:27:43
Ja.
Hans
00:27:43
gesprochen, hat man es unter den Teppich gekehrt?
Karin
00:27:45
Weißt du, was ich gesagt hab zu meinem Mann? .
Hans
00:27:48
Ja?
Karin
00:27:48
Der stand da, und, und, der, der konnte da wohl nicht so richtig mit umgehen, ne, und da bin ich auch wie zugegangen, trotzdem ich wütend war. Ich sag ach, mein Liebling, wollen wir uns wieder vertragen, Ja!?
Hans
00:28:00
Mhm.
Karin
00:28:01
Das waren meine Worte, die werd ich nie vergessen. Ja, Karin, machen wir, .
Hans
00:28:04
Ja, ja.
Karin
00:28:06
Ja, das war ne schöne Sache, ne, und, und dann war ich sehr traurig, weil er starb, da war ich bei ihm, der ist in der Wohnung gestorben Und, oah, ah, die Polizei, die Kripo, alle waren ja da, ne, wenn du zu Hause stirbst, kommt auch die Kripo.
Hans
00:28:21
Ja, ja, vor allem, wenn's so nicht vorhersehbar ist, so deutlich, ne.Also , , wenn jetzt schon jemand schon lange krank da niederliegt, dann glaub ich, kommt die Kripo nicht unbedingt, auch wenn's zu Hause ist, a hier war das
Karin
00:28:36
mein Mann war
Hans
00:28:36
schneller, plötzlich, ja.
Karin
00:28:37
Mein Mann war herzkrank.
Hans
00:28:38
Ja.
Karin
00:28:39
Und daran ist er an Herzversagen gestorben.
Hans
00:28:41
Ja.
Karin
00:28:41
Aber ich habe morgens, wo ich ausstand, lag der plötzlich in der Diele. Da hatten wir so ein ganz breites Campingbett. Das sollte am anderen Tag runter in den Keller. Da hat der das vom Speicher geholt, hat die in der Diele gemacht, hat sich hingelegt. Und dann ist der wohl in Koma gefallen. Und dann habe ich den Arzt gefragt, ja, wir haben ihm noch eine Spritze gegeben, damit er nicht noch länger leiden muss. Er muss sterben.
Hans
00:29:04
Ja. Mhm.
Karin
00:29:05
Der stirbt. Und dann habe ich einen Schock gekriegt. Auch kriege ich noch Gänsehaut. Da sagte der Arzt, Frau Wegener, kommen Sie mal her. Da hat er mir eine Spritze gegeben. Und sagte so, jetzt geht es Ihnen gleich besser. Und dann hinterher, wo die Kinder alle weg waren, da saß ich da alleine in der leeren Wohnung.
Hans
00:29:23
Ja.
Karin
00:29:23
Und das war für mich das Schlimmste, was es gab. Ne?
Hans
00:29:26
Ja.
Karin
00:29:27
Ja. Ja, das...
Hans
00:29:29
Gerade wo du erzählst nach 65 Jahren dann so, wie ihr gesellig drauf wart, ne?
Karin
00:29:35
Ja, ja.
Hans
00:29:35
Alles gemeinsam gemacht habt, euch verstanden habt. Und dann auf einmal ist das schlagartig vorbei.
Karin
00:29:41
Ja, ja. Und wo dann noch die Kripo kam und so. Das muss ja sein. Wenn du im Krankenhaus stirbst, ist das ja nicht so, ne ?Aber da. Und dann habe ich gedacht, ne Karin, jetzt sitzte allein hier in der Wohnung. Was machst du denn jetzt? Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Ne?
Hans
00:29:58
Hat dir da jemand geholfen, ir? Deine Töchter? Wie du da rauskommst? Oder bist du mehr der Typ für dich alleine da irgendwie?
Karin
00:30:05
Nein. Ich habe gesagt, geht bitte alle nach Hause. Ich möchte jetzt alleine sein.
Hans
00:30:09
Ja?
Karin
00:30:09
Der war ja mein Mann. und ich hab da gesehen vom Fenster aus, wie sie den abgeholt haben, ne? Und da habe ich nur gesagt, geht nach Hause.
Hans
00:30:17
Ja? Mhm.
Karin
00:30:18
Helfen könnt ihr nicht und ich auch nicht. Da muss ich alleine durch. Und ich habe es auch da geschafft.
Hans
00:30:23
Ja?
Karin
00:30:24
Ja. Besser ging es nicht.
Hans
00:30:25
Ja?
Karin
00:30:26
Ne? Ja.
Hans
00:30:28
Ja? Mhm.
Karin
00:30:28
Und was noch?
Hans
00:30:29
Ja, wir kommen schon weiter. So, jetzt hattest du erzählt, was ich noch sehr interessant finde, wo ich was hören möchte, dass ihr so lange erfolgreich einen Campingplatz betrieben habt.
Karin
00:30:41
Ja.
Hans
00:30:42
Wie hat sich das entwickelt? Ers wart ihr in Urlaub da in der Gegend?
Karin
00:30:46
Das erste Mal. Das ist direkt bei Saint-Tropez und direkt am Wasser, am Meer.
Hans
00:30:51
Ja?
Karin
00:30:51
Ja. Und da haben wir die vermietet, viel Geld verdient und dann haben wir das lange, lange Zeit gemacht und dann habe ich aber auch keinen Bock mehr gehabt. Und mein Mann auch nicht. Ich sag, weißte was!? wir kündigen und führen ein normales Leben und fahren hier zweimal im Jahr vier Wochen runter. War er mit einverstanden. Und dann hatte ich den Himmel auf Erden ohne Arbeit. Ne? Ja. Und so sind... haben wir uns eingefügt.
Hans
00:31:25
Ich kann mir vorstellen, so was zu betreiben, das ist, man wird überall gefragt, für alles. Hier ist was kaputt, da
Karin
00:31:32
Ja,
Hans
00:31:32
möchte jemand...
Karin
00:31:33
ja,
Hans
00:31:33
da hat jemand
Karin
00:31:33
ja.
Hans
00:31:33
Streit, da...
Karin
00:31:35
Aber da waren wir doch noch jung, da konnten wir das noch,
Hans
00:31:36
Ja,
Karin
00:31:36
ne? Aber
Hans
00:31:37
ja,
Karin
00:31:38
sonst, ne, war auch schön.
Hans
00:31:41
Ja. aber jetzt würde ich so im Detail gerne noch so ein bisschen wissen, diese Arbeit. Was habt ihr da alles gemacht? Was musstet ihr da machen? Also habt ihr nur gesessen, die Leute sind gekommen und ihr habt kassiert, oder...?
Karin
00:31:51
Ja, sicher. Die Leute, die hatten 'ne Zeit, wenn sie rein durften, und wenn sie wieder raus mussten. Für einen anderen. Da muss ja 'ne Wohnwager auch mal sauber, da haben uns 'ne Putzfrau genommen, 'ne Englische, die hatten Gegenüber. Und die haben auch wunderbar geputzt, ne. Ich wollte ja, aber ich durfte nicht, und dann haben sie auch geputzt, und aus und so ist das alles ganz wunderbar gelaufen,
Hans
00:32:16
Also
Karin
00:32:17
ne.
Hans
00:32:17
du durftest nicht, weil dein Mann das nicht wollte, oder als Chefin durftest du nicht,
Karin
00:32:20
Ach
Hans
00:32:21
da,
Karin
00:32:21
was! Nein! was, nein,
Hans
00:32:22
oder
Karin
00:32:22
nein,
Hans
00:32:22
wie war das,
Karin
00:32:23
nein, nein, um Gottes Willen, nein. Ich hab' genau, wie wir so zu reden, hab' ich auch mit den Leuten geredet, ne. Ja, das war 'ne schöne Zeit, wirklich. Boah, weg, vorbei.
Hans
00:32:35
Wenn man so 'nen Campingplatz in so 'ner tollen Gegend betreibt,
Karin
00:32:39
Ja,
Hans
00:32:39
muss man wahrscheinlich, oder auch wird man mit vielen verschiedenen Sprachen konfrontiert.
Karin
00:32:43
Ja.
Hans
00:32:44
Hast du ein tolles oder ein gutes Verständnis dafür, kannst du mit verschiedenen Sprachen umgehen? Also Französisch hast du ja wahrscheinlich...
Karin
00:32:51
Wolle ich nicht lernen.
Hans
00:32:53
Nee?
Karin
00:32:53
Nein, ich war doof.
Hans
00:32:55
Aha
Karin
00:32:55
Ich war , wirklich dumm, ne, aber heute hätte ich es nicht gebrauchen können. 33:02.087 --> 33:02.207 <v Hans>Ja, ja, Ja,
Hans
00:33:02
aber,
Karin
00:33:02
ich versteh' mehr, als ich spreche,
Hans
00:33:04
ja.
Karin
00:33:05
ne. Au Englisch, aber das ist alles noch zu vage, ich weiß nicht.
Hans
00:33:09
Aber du bist mit den ganzen verschiedenen Sprachen klargekommen und wusstest
Karin
00:33:12
Ach.
Hans
00:33:12
immer, was du machen musst
Karin
00:33:13
Weißt
Hans
00:33:13
und so...
Karin
00:33:14
du, was wir machen mussten? Ja, die konnten ja nur Deutsch, die da.... , ach nee, wir hatten Russen, wir hatten Polen, alle da.
Hans
00:33:18
Ja.
Karin
00:33:19
Und da habe ich so eine Kiste geholt, gekauft im Casino. Der große Supermarkt, so eine Kiste mit Meersalz,
Hans
00:33:28
Mhm.
Karin
00:33:29
der Sand der am Meer liegt. Und den habe ich wieder mit nach Hause genommen, ich sag so, wenn jetzt welche kommen, die kein Deutsch verstehen und so, dann mache ich das mit dem Finger im Sand und schreib das.
Hans
00:33:40
Mh.
Karin
00:33:41
Nee? Auf Deutsch, ich konnte ja dann
Hans
00:33:44
Ja.
Karin
00:33:44
nur Deutsch, ne.
Hans
00:33:45
Mhm.
Karin
00:33:45
Und das haben die und dann da drunter, haben die in ihrer Sprache das geschrieben.
Hans
00:33:50
Mhm.
Karin
00:33:51
Und so kamen wir uns näher.
Hans
00:33:53
Ja.
Karin
00:33:53
Mit Händen und Füßen, also. Und
Hans
00:33:56
Mhm.
Karin
00:33:56
das ging nachher. alles wie gesagt. Aber ich bin kein... Na, ist weg, weiß nicht mehr, was ich sagen wollte.
Hans
00:34:04
Jetzt muss ich noch mal wissen, das... das Gelände da, das war jetzt euer Gelände und ihr habt das vermietet und
Karin
00:34:11
Das
Hans
00:34:11
betrieben. Oder
Karin
00:34:12
war...
Hans
00:34:12
habt ihr das im Auftrag?
Karin
00:34:13
Nein, nein. Das war ein riesiger Campingplatz, der größte, da unten an der Côte d’Azur und da durfte jeder hinkommen. Die mussten natürlich bezahlen, ne? Ja. Vorne an der Rezeption. Und wir auch, wir mussten ja auch für den Platz bezahlen, ne? Mhm. Und wir haben aber da auch Kredit gekriegt, ne?
Hans
00:34:34
Mhm.
Karin
00:34:34
Damals schon. Ja. Und wenn die kamen, dann haben die so ein Schreiben von zu Hause, von uns jemand und da stand drauf von wann bis dann sie bleiben. Das
Hans
00:34:48
Hm?
Karin
00:34:49
war ein Beleg für uns, ne?
Hans
00:34:51
Hm?
Karin
00:34:51
Ja, und das ging dann ganz wunderbar,
Hans
00:34:53
Ja.
Karin
00:34:53
ne? Auch wenn es die Ausländer, aber wie gesagt, hatte ich den Kasten.
Hans
00:34:57
Ja.
Karin
00:34:58
Ne, und, äh, das ging alles ganz wunderbar.
Hans
00:35:01
Mhm. Ja.
Karin
00:35:02
Ja.
Hans
00:35:03
Und, ihr habt auch genug Geld verdient, um dann hinterher, nachdem ihr aufgehört habt, ein schönes Leben zu führen und...
Karin
00:35:09
Wir haben da unten ein Heidengeld verdient
Hans
00:35:11
Ja,hattest du schon angedeutet.
Karin
00:35:12
Unser eigenes.
Hans
00:35:14
Ja.
Karin
00:35:14
Ein Heidengeld nach Hause. Ich wusste nicht, was ich mit dem Geld machen sollte. Ehrlich? Das sind Tatsachen. Und da sag ich, Biber, was machen wir denn jetzt. Wir hatten ein Girokonto, habe ich heute noch an der Sparkasse, ne? Ja. Ich sag, da müssen wir da was hinbringen.
Hans
00:35:29
Mhm.
Karin
00:35:29
Wir können das nicht im Haus behalten, das geht nicht. . .Und war er auch mit einverstanden. Und dann hat sich das auch da noch vermehrt mit Zinsen und so, weißt du, kennst du ja auch. Und ja, und dann bin ich ganz durch, sagen wir mal, durch den Winter gekommen. das ist so das Einzige, ne?
Hans
00:35:49
Wie alt warst du ungefähr, als ihr dann aufgehört habt mit dem?
Karin
00:35:52
Ja. Warte mal. Oah, das weiß ich gar nicht mehr.
Hans
00:35:56
Also mehr so 50 oder vielleicht schon mit 40 oder
Karin
00:36:00
Nee,
Hans
00:36:00
…
Karin
00:36:01
älter.
Hans
00:36:01
Mehr schon im Rentenalter, 60 so …
Karin
00:36:04
Nee, so eigentlich nicht. So dazwischen.
Hans
00:36:06
Dazwischen, ne?
Karin
00:36:07
Ja, ja, ja,
Hans
00:36:09
Als so eine Art Frührente, aber eine sehr schöne Frührente
Karin
00:36:12
… Ja, ja, ja.
Hans
00:36:14
Ja?
Karin
00:36:15
Ja, das war wirklich schön.
Hans
00:36:17
Aha. Jetzt muss ich aber noch wissen, wie ihr die Zeit danach dann, verbracht habt. Was habt ihr
Karin
00:36:22
Die
Hans
00:36:23
gemacht?
Karin
00:36:23
war nicht so schön. Die war nicht so schön.
Hans
00:36:24
Nee.
Karin
00:36:25
Nee. Nee, wie gesagt, wir hatten ja die ganz große Laube und mein Mann hat die selber gebaut. Nee, nicht lose Bretter nicht, Stein und so am Hof. Und da hab ich gekocht da unten, da konnte ich alles, ne. Und dann haben wir in der Sonne gelegen und so weiter und so weiter. Und, ja, da sind wir, wie gesagt, jeden Abend tanzen gegangen. Nicht jeden Abend, jeden Samstag. Und haben Freunde eingeladen zu uns. Und dann wollten die uns einladen und dann sagte mein Mann: Nix, nix, wir bleiben hier bei uns. Kommt zu uns. Und so hatte ich immer das Haus voll. Voll, ne. Aber war gut.
Hans
00:37:06
Also dein Mann wollte nicht so gerne weg?
Karin
00:37:08
Ne, der wollte nicht so gerne weg.
Hans
00:37:10
Und da muss ich jetzt mal wissen: Das war jetzt aber in St. Tropez in Frankreich oder war das jetzt wieder hier in Velbert? Oder wo war das? Dieser Alterswohnsitz quasi.
Karin
00:37:23
Ja,ich würde sagen in Velbert.
Hans
00:37:25
In Velbert, hm
Karin
00:37:25
Ja.
Hans
00:37:26
hm?
Karin
00:37:26
Das war meine Heimat.
Hans
00:37:27
Ja.
Karin
00:37:27
Nicht!?
Hans
00:37:28
Und wenn nicht am Campingplatz, dann warst du in Velbert.
Karin
00:37:31
Ja.
Hans
00:37:31
Hm?
Karin
00:37:32
Ja, genau. Ja.
Hans
00:37:33
Genau. Dann würde ich gerne noch wissen, wenn man quasi an einem Urlaubsort arbeitet, macht man dann auch noch mal Urlaub? Oder?
Karin
00:37:43
Hm, ich weiß nicht.
Hans
00:37:45
Ja?
Karin
00:37:46
Nee.
Hans
00:37:46
Also ihr seid nicht verreist oder sonst wohin mal? Mal gucken, wie...
Karin
00:37:49
Wir hatten ja quasi Urlaub.
Hans
00:37:50
Ja, ja. Hm?
Karin
00:37:52
Ne, da haben wir nicht mehr gearbeitet.
Hans
00:37:56
Hm?
Karin
00:37:57
Ne? Da waren wir privat hier zu Hause und... Ja.
Hans
00:38:01
Ja. Hm? Gut. Ja. Also tanzen war weiter eine wichtige Sache.
Karin
00:38:06
Ja.
Hans
00:38:06
So an Freizeitaktivitäten, was fällt dir sonst noch ein? Also außer Putzen? Tanzen?
Karin
00:38:12
Ja, mein Mann hat ja Billiard. Der war im Billiard-Club.
Hans
00:38:16
Ja.
Karin
00:38:17
Er hat alles gespielt, Dreiband und freie Partie, Und da bin ich mitgefahren. Die haben mich gebeten, die Männer . Die wussten ja auch auswärts spielen. Karin, fährst du mit und schreibst du auf.
Hans
00:38:27
Mhm.
Karin
00:38:28
Den Stand und alles. Ich sag: gerne. Und da bin ich immer mitgefahren. Da war schon wieder ein Ausgleich für uns.
Hans
00:38:33
Ja.
Karin
00:38:34
War auch sehr Hm?
Hans
00:38:35
Also das war... In Velbert gab es ja, glaube ich, auch einige sehr erfolgreiche Vereine. War das jetzt einer von diesen ganz großen Vereinen? Oder?
Karin
00:38:42
Ne, nicht schon ganz. So im mittleren war
Hans
00:38:44
Ja.
Karin
00:38:44
das mehr.
Hans
00:38:45
Aber eine Sache, die ich gerne... Eine von den Sachen... Von den vielen Sachen, die ich gerne können würde, aber wo ich gar kein Talent habe: Billiard spielen, ne?
Karin
00:38:53
Kannst du nicht?
Hans
00:38:53
Kann nicht, bin ich.
Karin
00:38:54
du nicht.
Hans
00:38:54
ganz schlecht.
Karin
00:38:54
Hehehehe. Man muss ein feines Gefühl haben
Hans
00:38:57
Ja.
Karin
00:38:57
darf nicht zittern, weißt du? Ja, ja. Ich hab das ein halbes Jahr gemacht. Ich sag, komm hier, mach du alleine weiter.
Hans
00:39:03
Und dann bist du quasi Supporter, also hast geschrieben und...
Karin
00:39:08
Ja,
Hans
00:39:09
Und unterstützt sonst
Karin
00:39:10
Ne, das war ganz gut.
Hans
00:39:11
Ja, schön. Ha?
Karin
00:39:12
Mmh. Und noch was
Hans
00:39:15
Ich brauch einmal, oder hätte, wenn du hast, noch gerne mehr Hobbys. Also ich seh zum Beispiel einen Hund auf dem Bild.
Karin
00:39:22
Einen
Hans
00:39:23
Und einen kleinen Stoffhund auf dem Sessel sitzen.
Karin
00:39:25
Und den?
Hans
00:39:26
Oh ja, noch mehr Hunde.
Karin
00:39:29
Ja, ja und das muss ich auch haben.
Hans
00:39:31
Ja.
Karin
00:39:32
Ja, wie gesagt, wir hatten ja Danny, unseren Hund. Den mussten wir einschläfern lassen, weil der Krebs hatte, den haben wir auch gemacht. Der war sehr krank. Und, ähm, da wollten wir kein Tier mehr. Und, wie wir samstags weg waren, den ganzen Abend, meistens bis zum anderem Morgen, habe ich zu einer bekannten Frau, die hatte, hatte auch mal selbst, da war er gut aufgehoben.
Hans
00:39:54
Mhm.
Karin
00:39:54
Der war nie allein, der Hund, ne, das darf man nicht machen. Nö. Nö, sonst wüsste ich
Hans
00:39:59
Mhm.
Karin
00:39:59
nichts.
Hans
00:40:00
Also, ein Hund, ähm, wie kam das, wo kam der her, also hast du als Kind Hunde schon gehabt oder Tiere?
Karin
00:40:07
Wollte ich haben.
Hans
00:40:08
Ja?
Karin
00:40:08
Aber meine Mutter sagt, nein, nicht hier in dieser Wohnung hier... die war aber ein bisschen enger, ne? Und auch Katzen hatte ich zwei. Ne? Und, äh, die sind dann auch gestorben. Auch an Krebs. Und ich sag, nein, ein Tier möcht ich nicht mehr, und dann hab ich ihn den Danny gekriegt, aus dem Altersheim.
Hans
00:40:25
Mhm.
Karin
00:40:25
Mhm. Heißt das Altersheim?
Hans
00:40:27
Mh, ähm, Tierheim.
Karin
00:40:28
Tierheim.
Hans
00:40:29
Ja.
Karin
00:40:29
Ja. Tierheim. Ja, und der war sechs Wochen alt, ne? So ein Mischling, so ein Kleiner, und das war so ein lieber Hund. Ne, ja.
Hans
00:40:37
Also, eigentlich kann man vom Bild her nichts sagen, aber man sieht schon. ja, das ist er doch, ne, da auf dem Bild?
Karin
00:40:42
Ja, ja, ja.
Hans
00:40:43
Genau, hm,
Karin
00:40:44
Das ist Danny. Ja.
Hans
00:40:45
ja.
Karin
00:40:45
Danny und Karin.
Hans
00:40:46
Ja.
Karin
00:40:46
Haha. Sonst von mir Negatives weiß ich im Moment nicht. Ich hab bestimmt auch was Negatives, aber ich weiß es im Moment
Hans
00:40:55
Mhm.
Karin
00:40:55
nicht. Jeder Mensch hat was Negatives. Ja, das war das dann auch.
Hans
00:41:02
Genau. Ja, aber ich will ja jetzt auch keine dunklen Geheimnisse erfahren.
Karin
00:41:08
Nein, nein, nein.
Hans
00:41:09
Sondern, wie es so gelaufen ist.
Karin
00:41:10
Die würd' ich aber sagen.
Hans
00:41:11
Ja.
Karin
00:41:11
Die würd' ich sagen. Ne.
Hans
00:41:13
Ja.
Karin
00:41:14
Mehr wie sagen kann man nicht, ne. Aber
Hans
00:41:15
Ja, ja.
Karin
00:41:15
wie gesagt, ich bin ein verträglicher Mensch, so
Hans
00:41:18
Hm.
Karin
00:41:18
kann man sagen.
Hans
00:41:19
Ja.
Karin
00:41:19
Ich möchte keinen Streit und so was. Lieber so offen sprechen wie wir jetzt, ne. Ist doch besser.
Hans
00:41:24
Ja, natürlich,
Karin
00:41:25
Also.
Hans
00:41:26
ja. Ja
Karin
00:41:26
Ja. Siehste. Na ja. Und da fragten sie mich, Ja, hier. Die alte Frau, die eine Frau, die ist nett. Die Frau... Loeffel.
Hans
00:41:37
Frau Loeffel,
Karin
00:41:38
Oder
Hans
00:41:38
ja.
Karin
00:41:38
die ist sehr nett, ne!? Wieso kommst du denn so wie heute Morgen, ich sag, ich krieg' Besuch, der, da konnt ich ja sagen, dass du kommst, ne.
Hans
00:41:47
Hhm hm.
Karin
00:41:48
Mehr hab ich nicht gesagt.
Hans
00:41:50
Ja, die Frau Loeffel war aber auch schon mal im Gespräch.
Karin
00:41:52
Ja, ja, ja.
Hans
00:41:52
Ist schon ein bisschen her, aber die kennt das auch schon.
Karin
00:41:55
Ja. Ne. Und wie gesagt, da hab ich denn alles so gemacht, wie ich eben gesagt
Hans
00:42:01
Mhm.
Karin
00:42:01
hab.
Hans
00:42:01
Ja. Mhm. Ja.
Karin
00:42:03
Zufrieden?
Hans
00:42:04
Ja. Noch lange nicht. Ja. Ähm... So, deine Töchter hast du weiterhin ein gutes Verhältnis zu... Also ich,ich
Karin
00:42:12
Ja.
Hans
00:42:13
seh' dich immer hier...
Karin
00:42:13
Ja. Die Steffi kennst du doch,
Hans
00:42:14
Ja,
Karin
00:42:14
die kommt
Hans
00:42:15
natürlich.
Karin
00:42:15
ja immer hier. Das ist das Zwillingsmädchen. Ach so, und der Stefan liegt wieder im Krankenhaus. . . Der hatte ja da davor die schwere Operation, haben sie was rausgenommen, wieder rein. Und der Arzt hat da Pfusch gemacht und dann musste er wieder rein. Jetzt hat der zu hohen Blufdruck, viel zu hohen, der liegt hier im Katholischen seit ein paar Tagen.
Hans
00:42:33
Ja.
Karin
00:42:33
Das ist ja gefährlich, ne.
Hans
00:42:35
Ja.
Karin
00:42:35
Ja. Und da mach ich mir natürlich auch Sorgen, sagt sie "Mama, ich kann dich nicht mitnehmen, der ist noch zu frisch, der ist, das geht nicht, zu viel Aufregung, kann der... " Ich sag ist in Ordnung,
Hans
00:42:43
Ja.
Karin
00:42:44
Ja, aber ansonsten ist alles in Ordnung. Ja. Muss in Ordnung sein.
Hans
00:42:48
Naja. Mhm.
Karin
00:42:50
Ja. Kinder haben meine Enkel, ich hab ja auch drei Urenkel, ne. Von Steffi, die drei Kinder, die haben alle ein Haus. Der Junge ist jetzt nach, ich weiß nicht, ganz weit weg gezogen. Und die zwei Mädchen auch. Die haben auch jeder ein großes Haus, ne. Und denn der Kleine, der Kleinste ist jetzt ein Jahr geworden und der war auch schon hier am Hof unten. Ich sag immer Hof.
Hans
00:43:18
Ja.
Karin
00:43:19
Ne, also das ist alles gut.
Hans
00:43:21
Mhm.
Karin
00:43:21
Krach gibt es überall. Meine Ehe oder hier bei Kindern, ne.
Hans
00:43:25
Ja.
Karin
00:43:25
Aber ansonsten bin ich mit meinem Leben zufrieden.
Hans
00:43:28
Mhm. Ja.
Karin
00:43:28
Ja.
Hans
00:43:29
Du gehörst auch zu den Leuten, wo man den Eindruck hat, du hast schon gesagt, anfänglich war es schwer hier, aber man hat jetzt den Eindruck, du hast dich gut eingelebt. Du bist beständig bei dem schönen Wetter unten im Garten. Du quatschst mit verschiedenen verschiedenen Leuten.
Karin
00:43:44
Mhm.
Hans
00:43:44
Ähm. Also der Eindruck trügt auch nicht? Du fühlst dich wirklich hier so, jetzt mittlerweile wohl und eingelebt.
Karin
00:43:52
Ja. Und bis ich mich hier eingewöhnt hab, hat, hat lange gedauert.
Hans
00:43:55
Ja.
Karin
00:43:56
Immer wieder Heimweh. Trotzdem ich kein, kein, kein, zu Hause. Die Steffi, hat alleine meine große Wohnung geräumt.Da hat die mitgeholfen. Ja. Und das war wirklich was, in Velbert, ne.
Hans
00:44:06
Mhm.
Karin
00:44:07
Und ähm, ansonsten, ne. Ich lasse nicht gerne für mich arbeiten aus dem Grund, weil die Kinder genug zu tun haben. Nee. Nur weil ich nicht kann. Ja, und jetzt konnte ich ja nicht mehr selber für mich kochen. Wo das jetzt passiert, wo ich aus, ähm, Dinges kam,
Hans
00:44:23
Mhm.
Karin
00:44:23
aus dem Krankenhaus kam, ich konnte nicht alleine stehen ohne Rollator. Der Schwindel ist zu schlimm.
Hans
00:44:29
Mhm. Ja.
Karin
00:44:29
Schwindel ist das, ne? Ja. Und äh, ich konnte keine Fenster putzen, die, die hab ich übrigens sehr gerne geputzt. Ich hatte große Fenster. Da sagt die: "Mama, ich kann das nicht mit ..., wir rufen mal erst hier an." Nach drei Tagen konnte ich schon hier hinkommen, hatte ich schon einen Termin hier.
Hans
00:44:45
Ja, gut.
Karin
00:44:46
Das Zimmer. Ja, für mich war es schwer, ne. Ganz jetzt ohne Kinder, ne, ich mein, die kommen ja, ne. Aber trotzdem, es war schwer.
Hans
00:44:53
Mhm. Aber, wenn du sagst eine große Wohnung und jetzt ein relativ kleines Zimmer. Da muss man sich umstellen. Man
Karin
00:45:00
ja,
Hans
00:45:00
muss
Karin
00:45:00
ja.
Hans
00:45:00
sagen...
Karin
00:45:00
Ich muss... Was soll ich denn hier noch reinstellen? Ich kann hier nichts mehr reinstellen. Muss doch noch laufen können.
Hans
00:45:06
Ja.
Karin
00:45:07
Ja. Ist doch wahr, ne? Ach, mein Auge tränt wieder.
Hans
00:45:11
Der Fernseher läuft der auch manchmal? Guckst du auch manchmal Fernsehen?
Karin
00:45:14
Na sicher, jetzt doch. Auch wenn es regnet, was soll ich sonst machen, was soll ich machen!? ich
Hans
00:45:19
Also,
Karin
00:45:19
weiß es nicht
Hans
00:45:19
es ist 'ne Notlösung, es ist nicht so, dass du, früher hast du gar nicht geguckt oder weniger geguckt,
Karin
00:45:23
Wenig,
Hans
00:45:24
ja.
Karin
00:45:24
wenig, ja. Da hab ich so 'nen großen Kasten noch. Ne, sag ich, den haben sie hier gekauft für mich, ne, auch der kleine Gefrierschrank, da haben wir gestern was für Lebens... ich ess ja nachts. Ich kann ja schlecht schlafen, dann ess ich noch, dann mach ich mir 'n Butterbrot mit Gurken und Tomaten und das alles
Hans
00:45:40
hm.
Karin
00:45:40
und dann kann ich schlafen.
Hans
00:45:41
Aha,
Karin
00:45:42
Ne
Hans
00:45:42
Hhm hm, ja, damit sind wir noch mal bei deiner Gewichtsabnahme.
Karin
00:45:46
das
Hans
00:45:48
...
Karin
00:45:48
liegt nicht
Hans
00:45:48
Normalerweise
Karin
00:45:48
mir
Hans
00:45:49
sagt man ja immer, wer nachts isst, ähm, man könnte überlegen, man kann jetzt auf, bei dem Brotaufstrich noch was Kalorienreicheres nehmen, du könntest jetzt was Süßes noch dabei essen, und damit du Kalorien
Karin
00:46:02
Das,
Hans
00:46:02
bekommst
Karin
00:46:03
ess ich, ansch ...
Hans
00:46:04
Haha, aber es wirkt nix,du isst und nimmst nicht zu ...
Karin
00:46:07
Ja, also nur, wenn ich wirklich starken Hunger krieg, dann ess, ich nachts
Hans
00:46:11
...
Karin
00:46:11
auch
Hans
00:46:11
Ja
Karin
00:46:11
Zuhause hab ich mit immer nachts, äh, Reibkuchen gebacken
Hans
00:46:15
Aha
Karin
00:46:15
...
Hans
00:46:15
...
Karin
00:46:15
Kann mir vorstellen, der Gestank in der Wohnung Ja...
Hans
00:46:18
würd ich, glaub ich, nicht so leicht machen, aber ...
Karin
00:46:20
Ja ... Aber mein Auge tränt ... , essen ... Ich ess hier alles auf ... Bis, wo ich reinkam, ich esse alles ... Bis auf Nudeln, wie Bandnudeln oder ...
Hans
00:46:32
Hhm hm ...
Karin
00:46:32
Spaghetti und so, die langen Nudeln,
Hans
00:46:34
Ja ...
Karin
00:46:34
ne,die mag ich nicht Die, die kleine Suppe, die hier, ist ja 'ne Brühe ... Da können die mir ... 10 Stück geben, die ess ich alle
Hans
00:46:40
...
Karin
00:46:40
auf einmal Ja ... Ja, das wissen Sie auch, ne ...
Hans
00:46:42
Ja ...
Karin
00:46:43
...
Hans
00:46:44
Aber eigentlich scheint mir ja dann Gewicht, kein Problem zu sein, wenn du alles isst ... Da kann man ja ... An, auf auftischen ... Und irgendwann hast du auch das Gewicht wieder ...
Karin
00:46:54
Ja ...
Hans
00:46:55
Oder ... Du bist wahrscheinlich eher der Typ ... Der das
Karin
00:46:57
...
Hans
00:46:57
nicht wieder ...
Karin
00:46:57
Oder kommt das, weil ich alt bin ... Kann auch sein
Hans
00:47:00
Veränderungen
Karin
00:47:00
...
Hans
00:47:01
beim Stoffwechsel, das kann sein
Karin
00:47:02
Ja ... Stoffwechsel
Hans
00:47:03
Ja, ja ...
Karin
00:47:04
Ja ...
Hans
00:47:05
Wird das umschrieben ... Ich weiß auch nicht, was es genau bedeutet, aber ...
Karin
00:47:07
Ah ...
Hans
00:47:08
Das liest man in dem Zusammenhang
Karin
00:47:10
Aber ich fühl mich wohl dabei ... Dieser ... Bloß dieser blöde Schwindel
Hans
00:47:15
...
Karin
00:47:15
Deswegen bin ich hier
Hans
00:47:16
Das ist ja leider eine Sache ... Die Frau ... Also 1, 2, 3 Bewohner hier auf der Station ... Allein haben auch so Probleme mit Schwindel ...
Karin
00:47:23
Ja
Hans
00:47:24
Ja ... Wo oft ... die Ärzte nur noch mit den ... Axel ... Also ... wie bei dir auch ... sagen können ... Wir wissen nicht, woher es kommt ...
Karin
00:47:30
Ja ... Die ... Die ... Die ...
Hans
00:47:31
Ja
Karin
00:47:31
hier
Hans
00:47:31
Genau
Karin
00:47:32
Ja die hat das auch wie ich ... Aber noch schlimmer
Hans
00:47:34
...
Karin
00:47:34
Die kann fast gar nicht mehr
Hans
00:47:35
...
Karin
00:47:35
laufen Damit verstehe ich mich sehr gut ... Alles in Ordnung und so weiter. Ich hatte zum Beispiel ganz kurz noch, ich hatte ein Spleen für Klamotten.
Hans
00:47:47
Mhm.
Karin
00:47:48
Ich war immer wieder auf dem Ei gepellt, Schön zu Hause, im alten Zuhause. Ich hab' hier 25 Jacken mitgebracht nach hier. Kannst du... Jacken! Ich sag, Steffi, nimm mir wieder die Hälfte mit. Ich krieg nichts mehr da rein. Gar nichts mehr.
Hans
00:48:03
Und Jacken nehmen viel Platz weg und man braucht zwei, drei und dann...
Karin
00:48:07
Die Steffi hat mir den Schrank jetzt aufgeräumt ... Ich kann das nicht
Hans
00:48:11
Aber schöne Klamotten und Einkaufen sind immer noch
Karin
00:48:14
Ja
Hans
00:48:14
Dinge,
Karin
00:48:14
...
Hans
00:48:14
die du gerne
Karin
00:48:14
Ja
Hans
00:48:14
machst.
Karin
00:48:15
Außer putzen, das kann ich ja nicht mit mehr.
Hans
00:48:17
Ja.
Karin
00:48:17
man muß sich ja Bücken dann, die Ecken müssen ja sauber sein, ne? Ja.
Hans
00:48:21
Aber du könntest ja hinter den Putzfrauen herlaufen und sagen, da muss noch...
Karin
00:48:24
Nein, nein, nein.
Hans
00:48:26
Nein, das war jetzt ein Scherz.
Karin
00:48:27
So wie eben.
Hans
00:48:28
Ja,
Karin
00:48:28
So
Hans
00:48:28
genau.
Karin
00:48:29
mache ich das dann. Ne, und die freuen sich ja denn. Die müssen ja auch eine Person die ganze Etage putzen.
Hans
00:48:34
Ja.
Karin
00:48:35
Nein, nein, sonst weiß ich nichts mehr.
Hans
00:48:38
Mir fällt noch ein, du hast gesagt, du hast gerne Fenster geputzt.
Karin
00:48:42
Gerne.
Hans
00:48:43
Bei Fensterputzen gibt es ja immer so verschiedene Tipps, wie man das besonders gut machen kann. Hättest du da einen?
Karin
00:48:50
Ja, also ich habe einmal hier so eine flüssiges Zeug draufgesprüht und dann gewischt, und wo ich weg war, war das auch schön. Aber war ich zwei Meter weiter, war da eine Schmiererei!
Hans
00:49:02
Ja, das...
Karin
00:49:03
Ich denk, nee! das machst du nicht noch mal. Putze lieber. Ich war eilig, ich sah da nur ein paar Flecken, da habe ich das mit dem Sprühzeug da,
Hans
00:49:10
Ja.
Karin
00:49:10
das war gar nichts. Da habe ich sie wieder selber geputzt.
Hans
00:49:13
Also einfach Wasser und
Karin
00:49:15
Lappen oder Schwamm ist ja egal, und dann mit dem Leder hinterher und dann war das gut, ne?
Hans
00:49:21
Okay, aha,
Karin
00:49:22
Also ich bin ne Frau zum Anpacken.
Hans
00:49:25
ja,
Karin
00:49:25
Ich bin nicht pingelig nix,
Hans
00:49:27
ja.
Karin
00:49:27
Bloß wenn mich hier, äh, hier so fertig machen will, dann dreh ich mich entweder rum und geh weg oder sag ihm die Meinung und dann geh ich auch weg.
Hans
00:49:35
Ja,
Karin
00:49:36
Ja, anders kann ich nix Ne? Und hier so Kaffee-Klatsch. Hast noch zwei Stühle hier. Da den Sessel habe ich mir noch mitgebracht von zu Hause. Also, ansonsten, ich bin zufrieden.
Hans
00:49:49
Mhm.
Karin
00:49:50
Ich kann zufrieden sein dann mit meinem Alter, dass
Hans
00:49:53
Ja.
Karin
00:49:53
ich hier so gut getroffen
Hans
00:49:54
Ja.
Karin
00:49:54
hab,
Hans
00:49:55
Ja. Ja.
Karin
00:49:55
ne? Auch die ganze, die ganze Einrichtung, auch im Haus selbst, ne? Wunderbar. Und vor allem das Personal, das gibt sich so viel Mühe mit alles. Auch du, ne?
Hans
00:50:07
So bei den Angeboten des Sozialen Dienstes, Singen, Gedächtnistraining. Gibt's da Dinge, die du gerne machst, die du besonders gerne machst? Oder Sachen, die du gar nicht magst? Ja, hier im Haus so... Bingo-Spielen, heute wäre Bingo?
Karin
00:50:20
Nee, Bingo mag ich überhaupt nicht.
Hans
00:50:21
Nein.
Karin
00:50:22
Nein. Ich hab hier mit dem Holz, das lange Brett, wie heißt der doch eigentlich?
Hans
00:50:25
Shuffle-Board.
Karin
00:50:26
Ja. Das mach ich gerne. Ja. Dinger da.Oh . Die Dinger da rein, ne?
Hans
00:50:32
Ja?
Karin
00:50:32
Aber.
Hans
00:50:32
Bist du da auch gut? Ich hab das mal versucht, ich konnte das gar
Karin
00:50:35
Mhm.
Hans
00:50:35
nicht. Also,
Karin
00:50:35
Hm.
Hans
00:50:35
kannst du das auch gut so treffen und gewinnst auch mal?
Karin
00:50:38
Ja. Jaja, das kann ich. Aber alles andere wollte ich nicht machen. Ich will nicht hier die ganze Woche nur immer nur spielen müssen, jeden Nachmittag. Da hab ich keinen Bock für.
Hans
00:50:47
Naja, es gibt ja Gedächtnistraining, Gymnastik, singen.
Karin
00:50:52
Ja, singen
Hans
00:50:53
Ist aber nicht
Karin
00:50:54
war
Hans
00:50:54
so.
Karin
00:50:54
ich ein paar Mal draußen auch.
Hans
00:50:56
Ja?
Karin
00:50:56
Da kommen die mit Kinderliedern an.
Hans
00:50:58
Ja?
Karin
00:50:58
Hör mal, das ist doch nichts für uns Alte.
Hans
00:51:01
Naja, manche haben Spaß
Karin
00:51:03
Ja,
Hans
00:51:03
dran.
Karin
00:51:03
ja. Ich hab gesagt, ihr müsst das verstehen, das geht nicht gegen euch, aber ich kann es nicht.
Hans
00:51:08
Ja,
Karin
00:51:09
Ich
Hans
00:51:09
das
Karin
00:51:09
will es nicht.
Hans
00:51:10
sind ja auch nur Angebote und
Karin
00:51:11
Ja,
Hans
00:51:11
keine...
Karin
00:51:11
ja,
Hans
00:51:11
Pflichtveranstaltungen.
Karin
00:51:12
ja. Ja, ja, ja. Und da denke ich schon mit Grauen jetzt zum Winter, was machst du da? Da sitzt du nur hier in der Hütte. Ja, ist doch wahr, wenn Schnee und Eis draußen liegt.
Hans
00:51:22
Ja, was hast du früher in deiner Wohnung gemacht, wenn du mal allein warst? Oder warst du nie nie allein?
Karin
00:51:27
Wo mein Mann tot war? Ja. Da war ich ja alleine.
Hans
00:51:30
Und wie hast du da die Zeit rumgebracht, so?
Karin
00:51:33
Ach, das war verschieden. Da war ich, äh... Ich hab gehandarbeidet sowieso,
Hans
00:51:38
Mhm.
Karin
00:51:38
aber jetzt was anderes und so. Oder gestickt, so Deckchen da. Das hab ich alles gemacht. Und ja, irgendwie. Und dann hab ich eine Freundin noch. Die lebt noch, auch in Velbert. Und die kam zu mir oder ich ging zu ihr,
Hans
00:51:52
Mhm.
Karin
00:51:53
ne. Einmal hab ich mich auf den Schlitten gesetzt und bin da runtergefahren.
Hans
00:51:57
Cool.
Karin
00:51:58
Als Erwachsene.
Hans
00:51:59
Ja, ja, ja.
Karin
00:52:00
Ja. Und die kam, oder sie kam zu mir, aber jetzt ist sie am Knie operiert. Die hat das Knie, äh steif gelegt das Bein. Aber sie kann wieder richtig laufen.
Hans
00:52:10
Mhm.
Karin
00:52:11
Aber so 'ne, ich weiß es nicht, so 'ne Berg da hoch, sonen kleinen Berg, ob die das noch schafft, ich weiß es nicht.
Hans
00:52:17
Mhm.
Karin
00:52:17
Naja. Ja? Ja, was soll ich im Winter
Hans
00:52:20
Aber
Karin
00:52:20
hier machen?
Hans
00:52:21
Genau, das waren jetzt viele Aktivitäten, die heute wahrscheinlich so das Handarbeiten nicht mehr gehen, oder nicht mehr so gut gehen.
Karin
00:52:27
Ne, ne. Gar nicht mehr.
Hans
00:52:29
Mhm.
Karin
00:52:29
Ich schmeiß mir ja schon für 'n paar Dinge da alles nach.
Hans
00:52:33
Ja.
Karin
00:52:33
Ja? Jetzt im Ausverkauf. Mein Gott, die schönsten Sachen. Vor dem...angenommen, 40 Euro jetzt für 20 Euro.
Hans
00:52:40
Ja.
Karin
00:52:40
Ne.
Hans
00:52:41
Ja.
Karin
00:52:42
Ja. Aber ich hab so viele Klamotten, ich hab da unten ganzen Dingen voll Schuhe stehen, aber ein paar kann ich nur anziehen.
Hans
00:52:50
Mhm.
Karin
00:52:51
Ne.
Hans
00:52:51
Ja. Ja. Man kann ja auch mal sich umziehen am Tag
Karin
00:52:55
Ne, ja...
Hans
00:52:55
und zum Kaffee dann wieder mit neuen Klamotten und
Karin
00:52:58
Nee, das möchte ich eben nicht.
Hans
00:53:00
ja.
Karin
00:53:00
Die sollen nicht sagen, gu mal da, das Dämchen, weißt du?
Hans
00:53:03
Ja. Ja,
Karin
00:53:03
Ist ja der Fall, ne. Die sagen das dann.
Hans
00:53:06
Was auch immer zu sagen ist, das wird irgendwo auf 'n Tisch gelegt.
Karin
00:53:08
Und dann geht das Fragen los. Warum machst du das? Warum und wie? Ich sag Nein.
Hans
00:53:13
Mhm.
Karin
00:53:13
Ich sag, ich bin wie ihr und nicht anders. Ich sag aber auch schon mal, Leck mich en de Täsch.
Hans
00:53:19
Mhm.
Karin
00:53:20
Aber das verstehen die ja nicht. Ist ja Platt. Was willste machen!? Auch hier möchte ich gerne mal putzen. Es geht einfach nicht. Ich komme nicht runter. Und du musst ja die Ecken putzen.
Hans
00:53:33
Ja, ja. Und da wäre der Preis zu hoch, wenn du da hinfällst und dir was
Karin
00:53:39
Ich
Hans
00:53:39
brichst.
Karin
00:53:39
komme ja da nicht alleine hoch.
Hans
00:53:40
Ja
Karin
00:53:41
Zuhause.
Hans
00:53:41
Hier wären natürlich Leute da, wenn du die Klingel erreichst, die dir helfen.
Karin
00:53:45
Ach so, warum ich in Steele war, das letzte Krankenhaus, da hab ich wieder so'n, das merk ich selbst nicht, auf einmal wird dir komisch, ich komm vom Schlafzimmer und wollte mich ins Bad mich waschen. Und da halte ich mir an die Türklinke fest, auf einmal mehr Füß, da lag ich auf die Erde. Ich komme nicht hoch, noch nicht mehr an so'n kleinem Bett, ich kam gar nicht mehr hoch. Da hab ich Steffi angerufen und der Stefan hat direkt einen Krankenwagen gerufen und wir wohnten ja in der Nähe, da hab ich mir die Hüfte gebrochen, hab ich eine Hüfte gekriegt, eine künstliche. Da sagt der Arzt hinterher: "Mein Gott Frau Wegener, Sie haben das ja schon geschafft!? ". Ich sage "Ja, warum denn nicht, da ist doch ein Männeken jetzt drin, das reicht doch, ne'!? " Und dann einmal, da hab ich mir, äh, ach so, und dann hab ich mir den Arm, von hier bis die Fingerspitzen. Auch durch diesen Fallen, wo ich nicht hochkam, ich konnte nirgend wo hin das Telefon stand hoch und die Nachbarin konnte ich nicht kloppen, weil ich nix hatte zum Kloppen. Da hab ich mir den, ähm, Handgelenk gebrochen, hier. Das war ein Sauschmerzen, ehrlich.
Hans
00:54:53
Ja.
Karin
00:54:53
Da war ich drei Wochen im Krankenhaus und drei Wochen in der Reha. Und das war in Duisburg dann. Und so bin ich dann rausgekommen. Und jetzt bin ich ein freier Mensch, mir tut nix weh, war's nicht was...will mich mehr
Hans
00:55:05
Ja, ja. Ja, also, vor dem Gespräch hatten wir, glaub ich, kurz überlegt, und da hattest du gesagt, du wirst demnächst 90.
Karin
00:55:14
Mhm.
Hans
00:55:15
Jahrgang 36, 90. Davon merkt man irgendwie nichts. Als du, dieser jugendliche
Karin
00:55:21
Ja, das sagen mir
Hans
00:55:22
Eindruck.
Karin
00:55:22
viele. Ja, aber ich geb mich doch , so wie ich bin.
Hans
00:55:25
Ja,
Karin
00:55:25
Ich
Hans
00:55:25
natürlich.
Karin
00:55:25
bin ja nicht gekünstelt,
Hans
00:55:26
Eben,
Karin
00:55:26
oder?
Hans
00:55:27
Das ist es ja grade, ne? Das
Karin
00:55:28
Ja,
Hans
00:55:28
ist ja nicht irgendwie
Karin
00:55:29
ja.
Hans
00:55:30
Show hier, das so.
Karin
00:55:30
Ja, obwohl nicht... wo ich selbst noch viel Geld hatte, da war ich genau wie jetzt. Ja. Ich geb nicht an oder so. Das mach ich nicht. Das ist nicht meine Natur. Das geht nicht. . . Und wenn mir was nicht passt, entweder gehe ich aus dem Weg oder debattiere dann mit den Leuten. Das war ich. Ja.
Hans
00:55:49
Ja. Aber bei aller Zufriedenheit, wenn du jetzt einen Wunsch frei hättest, würde dir da was einfallen, irgendwas, was jetzt,egal ob realistisch oder nicht, was du haben könntest, sofort, würde dir was einfallen?
Karin
00:56:04
Was ich noch haben wollte, jetzt wo ich alleine in der Wohnung war, in Velbert. Einen kleinen Hund. Und
Hans
00:56:10
Mhm.
Karin
00:56:11
dann hat die Steffi gesagt: "Mama, nein, ein Hund ist wild, der braucht Auslauf alles." Ich weiß es ja vom Danny, ne? Das geht nicht. Und das habe ich eingesehen, das geht nicht. Also ich hätte gern noch einen Hund. Jetzt streichele ich immer unten hier. Von die Frau Sauer.
Hans
00:56:26
Ja, genau, das ist auch ein Lieber.
Karin
00:56:28
Der, der da rauskommt. We er mich sieht, geht's schon das Schwänzchen: so! Sagt sie: "Mein Gott, Sie haben einen Stein im Brett bei meinem Hund, ne?" Ja, aber ich hab Tiere sehr ne? Ich darf nur nicht im Tierheim gehen, dann heul ich. Dann heul ich. Die armen Kreaturen da alle. Ne,
Hans
00:56:42
Ja.
Karin
00:56:43
das mach ich nicht. Na ja. Jetzt ist ja alles vorbei. Für mich ist doch quasi alles gelaufen in dem Alter. Ne? Was soll da noch groß kommen?
Hans
00:56:52
Ja. Also, ähm,einmal ist es ja glaub ich viel wert, wenn man so wie du noch irgendwie zufrieden im Leben steht. Ne? Allein, dass, dass man noch lebt und dass man noch zufrieden ist.
Karin
00:57:04
Ja.
Hans
00:57:04
Ja. Und, ähm, irgendwie auch Dinge macht, die einem ein bisschen Spaß machen. Oder auch überlegen kann, was könnte ich denn noch machen an den Wintertagen, ne?
Karin
00:57:12
Was ich gemacht hab, war Steno viel ... äh, äh, nee, Steno Hier: Kreuzwort...
Hans
00:57:17
Ja.
Karin
00:57:17
Ja. Steno hab ich mal angefangen, aber das hab ich nicht weitergemacht. Und, ähm, da hab ich keinen Bock mehr zu, wei das mir zu langweilig ist. Also, ich wollte es nicht mehr. Und dann sagt Steffi: " Mama, dann hol ich auch nichts, äh...
Hans
00:57:31
Ne.
Karin
00:57:31
das mit, mit. Das ist,
Hans
00:57:33
Ja.
Karin
00:57:33
das ist nix. ". Ne?
Hans
00:57:35
Mhm. Mhm.
Karin
00:57:36
Und so, ähm, ja ich rauch so durch die Zeit hier.
Hans
00:57:41
Ja, ja, ja. Aber, ähm, ich seh jetzt auch keine Bücher lesen, war auch nicht so dein Ding?
Karin
00:57:46
. Doch, ich hab viel gelesen früher, aber dann, ist mir das hinterher, dann juckte es mir das da, dann da, dann da, dann da vom Lesen, weiß nicht , dann da war ich dran.
Hans
00:57:54
Ja?
Karin
00:57:54
Ich sag: "Ne, möcht' ich auch nicht mehr. Ich hab' das alles abgeschafft." Und hier hab ich nur da unten das eine Spiel. Und das reicht mir. Guck mal, ich bin den ganzen Nachmittag auf dem Hof, das weißt du, ich sag immer Hof, ne?
Hans
00:58:05
Na ja,
Karin
00:58:06
Unten im Schatten,
Hans
00:58:08
Ja.
Karin
00:58:08
im Schatten, in der Sonne kann ich ja nicht.
Hans
00:58:10
Das ist, also jetzt, im Sommer hatte man schon nicht den Eindruck, dass du dich langweilst, aber ich denk jetzt, äh, Richtung Wintertage, was du eben meintest.
Karin
00:58:17
Ja.
Hans
00:58:18
Was du da denn noch machen könntest, aber lesen, du hast schon alles fertig.
Karin
00:58:22
Ne, vom Lesen hab ich festgestellt, wenn ich jetzt mal so'n Buch lesen würde, ich krieg' Kopfschmerzen.
Hans
00:58:27
Mhm.
Karin
00:58:27
Und das kann ich nicht
Hans
00:58:28
Ja,
Karin
00:58:28
mehr.
Hans
00:58:29
ja.
Karin
00:58:29
Aber ansonsten, dann hab ich angefangen, Billiard zu spielen, und dann sagt mein Mann Karin, setzt dich hin, ich spiel' nicht du. Naja, es war nicht perfekt, aber ich hatte nen Anfang, ne?
Hans
00:58:44
Ja, ja, ja.
Karin
00:58:46
Na, aber ansonsten... und wo der, ne, wie heißt denn der hier mit E, der Name, der hier, der
Hans
00:58:53
Gestern Abend, Ernst!
Karin
00:58:54
Ernst. Ernst.
Hans
00:58:55
Ja.
Karin
00:58:55
Der hat mir die Strümpfe ausgezogen und sagt, ich komm' rein hier. Der war erstes Mal hier drin. Ich sag, der hat sich nicht eingekriegt, zweimal. Ist das hier schön, ist das hier nix dreckig und du hast alles so schön gemacht Ja. das ist nur ein Teil davon, was ich machen konnte. Hättest mal meine Wohnung sehen sollen in Velbert. Naja, auf jeden Fall, ich bin mit meinem Leben zufrieden, auch jetzt.
Hans
00:59:19
Ja.
Karin
00:59:20
Ne?
Hans
00:59:20
Mhm.
Karin
00:59:21
Ja, was soll ich sonst sein? Ich kann nicht anders.
Hans
00:59:24
Ja.
Karin
00:59:24
Ja. Und wenn ich denn einen jungen Mann sehe, ne, der hier sitzt und der auch so gerne lacht und so weiter,
Hans
00:59:33
Mhm.
Karin
00:59:34
Und den kennste ja auch. Ne, das bist du. Ja, nun, das ist doch schön. Die Unterhaltung tat auch jetzt richtig gut für mich.
Hans
00:59:43
Prima.
Karin
00:59:43
Ne?
Hans
00:59:44
Prima. Das ist, äh,
Karin
00:59:45
Ja.
Hans
00:59:46
einer der Dinge, die ich gerne erreichen
Karin
00:59:47
und...
Hans
00:59:48
möchte,
Karin
00:59:48
Ja.
Hans
00:59:48
Das freut mich, dass du das sagst.
Karin
00:59:50
Ja, und vor allem, du kannst ja auch nicht viel machen hier. Du musst ja bedienen, und die Aufsicht hast,
Hans
00:59:56
Ja,
Karin
00:59:56
ne.
Hans
00:59:57
ja, ja, aber... Das ist bei mir so, so... Die Sache, das ist wirklich mein Beruf.
Karin
01:00:02
Ja,
Hans
01:00:02
Mache ich gerne und...
Karin
01:00:03
ja, ja.
Hans
01:00:03
deswegen,
Karin
01:00:04
Wie,
Hans
01:00:04
sehe ich
Karin
01:00:04
wie,
Hans
01:00:04
dann...
Karin
01:00:04
wie bezeichnet sich der
Hans
01:00:06
Das
Karin
01:00:06
Beruf?
Hans
01:00:06
heißt, früher hieß es "Altenpfleger", heute muss ich überlegen, ähm, ach, wie heißt das jetzt? Ich bin selber Praxisanleiter, ich lerne junge Leute an, aber wie das jetzt... Ja, aktuell auch oft, das
Karin
01:00:18
Ach
Hans
01:00:18
hat so oft den Namen gewechselt
Karin
01:00:19
Ach so. ja, ja.
Hans
01:00:20
"Altenpfleger". Ich bezeichne mich selber als Altenpfleger.
Karin
01:00:22
Ja, ja. Ja. Finde ich gut.
Hans
01:00:24
Ja. Und...
Karin
01:00:25
Aber sowas könnte ich wieder nicht machen. Wenn die da in Bett gemacht haben, alles, und die müssen auch die Frauen da, das sauber machen. Nee, das könne ich nicht.
Hans
01:00:36
Ja... ähm...
Karin
01:00:37
Also...
Hans
01:00:37
Ich erinnere mich noch, wie ich mit... Also ich hatte ja vorher so Sachen studiert, und dann wie ich mit einem anderen, der mit mir auf der gleichen Schule war, wir hatten ja erst ein paar Wochen Schule, und dann kam das erste Praktikum.
Karin
01:00:49
Ahh
Hans
01:00:49
Ne.
Karin
01:00:49
so Aha.
Hans
01:00:50
Wir hatten beide vorher studiert, und eigentlich mit so ähnlichen Bedenken, wie du die jetzt geäußert hast. Und dann standen wir da, haben noch eine Pommes gegessen, vor dem Praktikum, er woanders, ich da, ne, und, Pommes, und wir haben uns da Sorgen gemacht und Gedanken, und wir hatten beide, zwei, drei Tage nachdem wir da angefangen hatten, war diese ganze Sorge weg. da macht man so bestimmte Sachen einfach und...
Karin
01:01:12
Ja,
Hans
01:01:12
...ist man da
Karin
01:01:12
ja...
Hans
01:01:12
drin und sieht, dass der Beruf eigentlich viel mehr ist. Das gehört natürlich dazu, aber das ist nicht der Beruf, sondern...
Karin
01:01:20
Hast du denn richtig studiert?
Hans
01:01:22
Naja, studiert gelernt, drei Jahre gelernt, ja.
Karin
01:01:24
Ah so, ja.
Hans
01:01:25
Studieren kann man heute zwar auch, aber da halte ich nicht so viel von, wenn man
Karin
01:01:30
Und
Hans
01:01:30
so...
Karin
01:01:31
kostet auch viel Geld.
Hans
01:01:32
Ja, und praktisch orientierte Sachen studiert, da kommt meistens...
Karin
01:01:38
wenn... du mich früher gekannt hättest, boah, du hättest gelacht, ehrlich, so. Aber heute bin ich froh, dass ich es alle gemacht hab.
Hans
01:01:45
Ja.
Karin
01:01:45
Ja. Ach so, und Karneval, das war auch mein Ding. Ja, kennste Werdener Karneval da,
Hans
01:01:51
Ja.
Karin
01:01:51
Sonntags. Ich hatte zehn Kostüme,
Hans
01:01:54
Aha.
Karin
01:01:54
ne, Karnevalskostüme. Auch gekauft. Da hatte ich eins an. Und dann eine große Tasche, wo die ganzen Kamelle drin waren. Die war schwer. Und da ist mal ein Mann mitgegangen, was der gar nicht wollte. Und der musste die Tasche tragen. Ich musste ja werfen!
Hans
01:02:10
Ja. Ja.
Karin
01:02:11
. Und vor dem noch mit unserem Hund, der hat ne Schleife hier rum, kriegt ein Käppchen auf. Aber dann tat mir das hinterher so Leid . Und ich sag mir, nee, das geht nicht mehr so.
Hans
01:02:19
Ja.
Karin
01:02:19
Und dann bin ich alleine gegangen mit meiner Freundin.
Hans
01:02:21
Mhm.
Karin
01:02:21
Hör mal, da kommen Leute hier von überall. Velbert, von Neviges. Da waren alles Leute von da.
Hans
01:02:28
Mhm.
Karin
01:02:28
Das, war voll Werden, unten!
Hans
01:02:29
Ja.
Karin
01:02:29
Und jetzt, wo ich hier war, da sagte sie, die eine große, ich weiß nicht, wie die heißt, wir machen auch hier nen Umzug, der Wagen guck, auch in Werden. Ich sag, und wie soll ich da hin? Ja mit mir. Du nimmst dir nen Rollator. Ich sag, hast du das schon mal gemacht? Ich sag, da kommst du gar nicht mit dem Rollator durch. Also da kommt man nicht durch.
Hans
01:02:48
Aber bei diesem Umzug schon, das ist ja ein bisschen kleinerer Umzug, der dann stattfindet.
Karin
01:02:53
Der ist nicht klein, der ist sehr groß.
Hans
01:02:55
Der, der, den du meinst ja, aber ich glaub der, äh, wo, wo das Haus mitgeht mit seinem Wagen, ich hab da Fotos von gesehen. Das ist zwar Betrieb, aber jetzt nicht so Gedränge.
Karin
01:03:05
Ja,
Hans
01:03:07
und...
Karin
01:03:08
das hab ich gerne. Auch im Lokal. Anschließend sind wir dann immer gegangen, auch mit Kostüm alle.
Hans
01:03:13
Mhm.
Karin
01:03:14
Konfetti geworfen und und und, das war schön!
Hans
01:03:17
Und das waren auch so Sitzungen mit Büttenreden ? und
Karin
01:03:20
Ja,
Hans
01:03:21
alles dabei?
Karin
01:03:21
mein Vater war Büttenredner auch.
Hans
01:03:23
Aha.
Karin
01:03:23
Äh, der war da. Die anderen drei Mädchen haben nichts für Karneval ... die konnten noch nicht tanzen. Nur
Hans
01:03:28
Ja.
Karin
01:03:29
ich. Ist nun mal so,
Hans
01:03:32
Ja.
Karin
01:03:32
ne. Ich will nichts beschönigen... ja.
Hans
01:03:35
Nein, aber, aber es gibt Unterschiede und
Karin
01:03:38
Ja,
Hans
01:03:38
naja, das
Karin
01:03:39
ja.
Hans
01:03:39
ist.
Karin
01:03:39
Habe ich mal meine älteste Schwester mit, da sagte sie, Karin ich kann nur n Walzer. Ich sag, ach du liebe Zeit.
Hans
01:03:45
Ausgerechnet Walzer.
Karin
01:03:48
Ausgerechnet Walzer... ich konnte den ja perfekt, ne. Auch links herum alles. Und dann wollte sie auch tanzen, da hab ich mit ihr getanzt. So steif wie die war. Weißt du, die Gelenke müssen doch flüssig sein.
Hans
01:03:59
Ja,
Karin
01:03:59
sein, ne,
Hans
01:04:00
ja, ja.
Karin
01:04:00
also, ne, das war nicht so mein Ding. Ne, Walzer nicht. Ja. Und was muss ich noch machen?
Hans
01:04:06
Ja. Eigentlich, ich mein, es kommt noch was dabei. Karneval hattest du ganz verschwiegen, ne,
Karin
01:04:12
Ja.
Hans
01:04:12
bisher? Ne, ich warte jetzt noch, dass dir vielleicht noch was einfällt, aber, ähm, mir fällt jetzt nichts mehr ein, wo wir noch, äh, was wir noch besprechen müssen, wenn...
Karin
01:04:22
Äh.
Hans
01:04:22
Du noch mit was kommst, bin ich immer dabei.
Karin
01:04:25
Na ja, ich weiß aber nichts mehr. Wüsste ich nicht.
Hans
01:04:31
Ja.
Karin
01:04:32
Ich hab auch schlechte Tage gehabt.
Hans
01:04:33
Ja.
Karin
01:04:34
Aber, die brauch man ja nicht gerade erwähnen, ne.
Hans
01:04:37
Nein. Aber man könnte, ähm, vielleicht, oder ich würde vielleicht doch gerne wissen, wenn du so schlechte Tage hast, was hilft dir dann daraus? Weißt du irgendwie was? Wo du sagst, ähm, dann telefoniere ich mit jemandem, oder dann ziehe ich mich ganz zurück, und, was
Karin
01:04:51
Ja,
Hans
01:04:51
machst du?
Karin
01:04:52
ich hab ein bisschen gemurrt, nicht geknoddert, aber ein bisschen so gemurrt. Warum ist es hier zu blöde? Man muss das doch mal ändern. Hab ich aber nicht geschafft.
Hans
01:05:01
Ja.
Karin
01:05:02
Und dann hab ich eine Nacht drüber geschlafen, am zweiten Tag fing mir das wieder an. Und dann ist mir die Idee gekommen: lass das sein, leb deinen Tag. Jetzt geht so schnell alles vorbei. Und das lohnt sich nicht für den dummen Tag da. Ja, und so hab ich das irgendwie auch geschafft. - Ich hab vieles geschafft. .
Hans
01:05:20
Ja.
Karin
01:05:20
Mehr auch vieles nicht. Aber das... doch, das hab ich geschafft. Ja, so bin ich nur mal.
Hans
01:05:26
Ja.
Karin
01:05:27
Und so bleib ich auch.
Hans
01:05:28
Ja.
Karin
01:05:29
Ja.
Hans
01:05:29
Jo.
Karin
01:05:30
Ja.
Hans
01:05:30
. Okay. Ja gut, dann ... bedanke ich mich vielmals für das schöne Gespräch.
Karin
01:05:36
. Danke. Und ich hab dir noch nicht mal was angeboten,
Hans
01:05:38
Nein, nein,
Karin
01:05:39
Ich
Hans
01:05:39
nein.
Karin
01:05:39
hab ja nur Wasser hier.
Hans
01:05:40
Genau, ja. Aber Wasser trinke ich auch gerne, aber ich hab ja mein Mittagessen mitgebracht. Ich geh jetzt gleich in den Pausenraum und...
Karin
01:05:48
Äh.
Hans
01:05:48
verbring die Zeit da.
Karin
01:05:50
Du bleibst auch direkt hier,
Hans
01:05:51
Ich
Karin
01:05:51
ne?
Hans
01:05:51
bleib direkt hier, das lohnt nicht
Karin
01:05:52
ja.
Hans
01:05:52
nach Hause.
Karin
01:05:52
Und wenn mit Bier die Rede ist, hier, hier, da gibst du mir ja immer so einen Schluck, ne? Und ich trinke, ich bin ja Antialkoholikerin, ne? Und das trinke ich auch gerne
Hans
01:06:05
Ja.
Karin
01:06:05
hier. Und die haben das wohl mitgekriegt und gestern kam die mit dem langen, geflochenen Schwanz hier, die Ausländerin. Wie heißt die noch?
Hans
01:06:15
Ähm.
Karin
01:06:16
Ach, ich kann die Namen nicht alle.
Hans
01:06:18
Ja, Vincenza? Ne, die ist heute wieder da.
Karin
01:06:21
Ja. Und da kam die auch mit so ein bisschen
Hans
01:06:25
Ja.
Karin
01:06:26
Bier. Ne? Ich sag, oh, wie komm ich denn zu dieser Ehre? Ja, ich hab gesehen, Hans gibt dir auch immer freitags ein Ne? Ich sag, ja, jetzt macht die das auch noch, wenn die da ist.
Hans
01:06:38
Ja.
Karin
01:06:38
Ja, ja, was willste
Hans
01:06:39
Ja,
Karin
01:06:39
machen
Hans
01:06:39
wir haben da eine Flasche, ich weiß gar nicht, wer die ursprünglich mal bestellt hat und warum, aber die kriegen wir jeden Tag. Und wir haben keinen, der die jetzt ganz trinken mag, aber
Karin
01:06:48
Ja.
Hans
01:06:48
drei, vier Leute, die gerne einen Schluck mögen. Ne?
Karin
01:06:50
Ja.
Hans
01:06:51
Und da ist ja kaum Alkohol drin, ne?
Karin
01:06:54
? Ach,
Hans
01:06:54
Ne?
Karin
01:06:55
das ist ja nicht die Welt, ne? Und diese dünne Brühe da, die Suppe, die ess ich für mein Leben gern.Jetzt krieg ich morgens die auch schon als
Hans
01:07:03
Oh,
Karin
01:07:03
einzige.
Hans
01:07:03
ja, schön.
Karin
01:07:04
Boah. "Was isst du denn jetzt! " Ich sag: "ne Suppe", mehr sag ich nicht.
Hans
01:07:10
Ja.
Karin
01:07:10
Sonst wollen die die auch haben.
Hans
01:07:12
Viele kommen und sagen, die Suppe die, hat es doch heute Mittag schon gegeben, die wollen wir nicht
Karin
01:07:16
Kann
Hans
01:07:16
noch
Karin
01:07:17
ich immer
Hans
01:07:17
mal.
Karin
01:07:17
essen, die kann ich immer essen. Suppen überhaupt.
Hans
01:07:22
Und jetzt muss ich gerade nochmal wissen, du meintest gerade so Antialkoholiker, also bei dem Feiern und sowas, was du erzählt hast, da war Alkohol, spielte keine Rolle, es ging um Tanzen und...
Karin
01:07:33
Meinst du jetzt oder
Hans
01:07:34
Ja,
Karin
01:07:34
früher?
Hans
01:07:34
früher, früher.
Karin
01:07:35
Früher hab ich Alkohol getrunken,
Hans
01:07:36
Ja,
Karin
01:07:37
beim Tanzen,
Hans
01:07:37
ja, ja.
Karin
01:07:38
aber ich hab nur Rotwein getrunken.
Hans
01:07:39
Mhm,
Karin
01:07:41
Ich war ein Rotweintrinker, und den trinke ich heute auch hier,
Hans
01:07:44
ja,
Karin
01:07:44
beim Tanzen, unten.
Hans
01:07:45
hm,
Karin
01:07:46
Und da sagte mir eine, äh, Karin, du kannst auch ohne Alkohol Rotwein
Hans
01:07:51
ja,
Karin
01:07:51
trinken.
Hans
01:07:51
ja,
Karin
01:07:52
Probiert, hör mal, der schmeckt fantastisch, hab ich auch gestern unten
Hans
01:07:55
ja.
Karin
01:07:55
getrunken als einzige Rotwein. Ne, und, ähm, da ist kein Alkohol, nix drin.
Hans
01:08:00
Ja,
Karin
01:08:00
Das mach ich auch.
Hans
01:08:01
ja.
Karin
01:08:01
Ne? Ja, was soll ich denn sonst trinken? Wasser? Ne.
Hans
01:08:04
Nein,
Karin
01:08:05
nein, nein. Trinkt
Hans
01:08:05
nein, nein,
Karin
01:08:06
sehr viel Wasser. Hm.
Hans
01:08:08
Ich find Wasser mittlerweile auch lecker. Früher hätt ich mir das nicht vorstellen können.
Karin
01:08:11
Ja, aber nur mit ein bisschen Kohlensäure, die grüne Flasche, ich sag mal die grüne, ne? Ja. ja. Hab ich mir gestern noch was Obst mitgebracht und so weiter. Kuchen hab ich alles schon gegessen.
Hans
01:08:22
ja.
Karin
01:08:22
Ne, Obst noch nicht. Aber den Kuchen, also ich wollte mal Sahnekuchen haben, schon wochenlang. Gestern fiel mir das ein, ja Steffi, ich brauch ein Stück Sahnekuchen. Wenn ich nach Hause komme ich, war ja auch schon zu spät hier
Hans
01:08:34
Ja.
Karin
01:08:34
zu essen.
Hans
01:08:35
Ja. Hm,
Karin
01:08:35
Habe ich mir hingesetzt, hab das große Stück Kuchen gegessen,
Hans
01:08:38
hm, hm,
Karin
01:08:39
ne?
Hans
01:08:39
Ja. ja.
Karin
01:08:39
Kaffeetrinker bin ich auch nicht so besonders. Ne, das trinke ich mal, aber sonst alles beim Alten.
Hans
01:08:46
Bringst du mich nochmal auf eine, oder einen Gedanken, eine Frage noch, und, äh, du hast ja eben auch Kochen gelernt von deiner Mutter. Gab es irgendwelche Sachen, die du besonders gut und besonders gerne gekocht hast?
Karin
01:08:58
Äh, erstmal Reibekuchen hab ich gerne gemacht, die werden ja gebraten.
Hans
01:09:02
Ja,
Karin
01:09:02
Und, äh, und frische Suppen immer.
Hans
01:09:05
Aha.
Karin
01:09:06
Ja so, schön, schönes frisches Suppengrün drin und so, ja, was denn noch, weiß ich gar nicht mehr.
Hans
01:09:13
Naja, aber das gibt ja schon eine Reihe, also, äh, Suppen, früher, heute, also.
Karin
01:09:19
Wo so ein Topf Gemüse durcheinander, das ist nicht so mein Fall, aber ich esse es.
Hans
01:09:24
Ja.
Karin
01:09:24
Es kann auch hier gut schmecken, hat es
Hans
01:09:27
Mhm.
Karin
01:09:27
auch. Und das esse ich, außer Möhren durcheinander, nee. Keine Möhren, für
Hans
01:09:32
Ja.
Karin
01:09:32
mich nicht. . Aber sonst esse ich alles.
Hans
01:09:34
Ja, ja, , aber irgendwelche Sachen muss es ja auch
Karin
01:09:36
meint.
Hans
01:09:36
geben, die man nicht mag
Karin
01:09:36
Weißt du, was ich vorgestern getrunken hab? Milch, hier.
Hans
01:09:40
Milch, ah!?
Karin
01:09:41
Zum Mittag essen, weißt du warum? Da kam der an und sagt, hier, was ist, wollen sie nicht hier da Milch haben. Ich sag, Milch. Ich sag, ja, gib mal so eine Tasse
Hans
01:09:52
Hm.
Karin
01:09:52
voll. Nee, ein Glas voll.
Hans
01:09:54
Ja.
Karin
01:09:54
Hat ja auch lauwarm gemacht und ich hab das ausgetrunken.
Hans
01:09:57
Mhm.
Karin
01:09:58
Das schmeckte gar nicht schlecht.
Hans
01:09:59
Nee, also ist das was du öfter möchtest, oder war das mal so?
Karin
01:10:02
Das war mal gerade so, weil der fragte, nee. Und das ging auch ganz
Hans
01:10:07
Sonst
Karin
01:10:07
gut.
Hans
01:10:07
könnte man abends haben wir öfter warme Milch, weil eine Dame isst abends oder trinkt abends nur warme Milch. Die isst nix, die trinkt nur warme Milch. Und für die haben wir immer was, aber immer zu viel. Deswegen wäre immer was da. Wenn du sagst, möchte ich mal haben?
Karin
01:10:20
Aha, Na ja, also sonst wüsste ich nicht was. Normal führ ich mein Leben.
Hans
01:10:26
Ja.
Karin
01:10:27
Ganz normal. Wenn ich könnte, würde ich gerne tanzen, aber das kann ich nicht mehr. Ich kann alle Tänze, alle
Hans
01:10:33
Ja.
Karin
01:10:34
Das hab mir alles selber beigebracht, nur vom Gucken.
Hans
01:10:36
und gibt's auch irgendeinen Tanz, Der dir besonders gelegen hat, den du besonders gerne mochtest. Walzer nicht und was
Karin
01:10:44
Alle
Hans
01:10:44
war dein...
Karin
01:10:45
anderen gern.
Hans
01:10:45
. Alle anderen gern, ja.
Karin
01:10:46
Ach, die, schrägen auch.
Hans
01:10:48
Ja.
Karin
01:10:48
Kann ich auch. Die hab ich alleine auf dem, Tisch getanzt.
Hans
01:10:51
Hahaha.
Karin
01:10:51
Ja, das ist wahr. Da hatte mein Mann gesagt: "Bist du verrückt?" Sag, nee, warum denn? Die kennen mich doch alle. Na ja, das war ganz gut so.
Hans
01:10:59
Jo.
Karin
01:11:00
So jetzt, Weißte mein Innenleben.
Hans
01:11:03
Ich bedanke mich nochmal vielmals für das schöne Gespräch.
Karin
01:11:06
Ah, danke, bitte,
Hans
01:11:07
Und, gleich sehen wir uns dann auf dem Wohnbereich.
Karin
01:11:11
Und, äh, bleibst du jetzt immer hier?
Hans
01:11:14
Wie meinst du, hier, hier
Karin
01:11:15
Zum arbeiten?
Hans
01:11:15
Ja, ja, also, ich sehe jetzt nicht
Karin
01:11:17
...
Hans
01:11:17
...
Karin
01:11:18
Guck
Hans
01:11:18
das
Karin
01:11:18
mal, ich hab gefragt, äh, ob ich hier meinen Geburtstag unten, im kleinen Kreis
Hans
01:11:21
...
Karin
01:11:22
nur. Nicht!?
Hans
01:11:22
Ja.
Karin
01:11:23
Äh, wir sind mit drei und dann, äh, Jenna vier meine Enkelin und die Kinder.
Hans
01:11:30
Mhm.
Karin
01:11:31
Ja, müsste ich früher machen, ich hab das angemeldet.
Hans
01:11:34
Ja.
Karin
01:11:35
Und ich hol, ich mach doch nur, wir wollten erst noch mit Mittag essen, also das machen wir aber nicht.
Hans
01:11:40
Ja.
Karin
01:11:41
Nur Kuchen, Kaffee
Hans
01:11:41
Hm?
Karin
01:11:42
und Kuchen, so eine Sahnetorte möchte ich haben, so eine große. Steffi holt die alles frisch, vom Bäcker und so und dann essen wir die unten und trinken Kaffee. Ich find, unten für uns ist das,
Hans
01:11:54
Ja.
Karin
01:11:54
die Kinder, da ist das Spielzeug da unten ein bisschen drin, ne.
Hans
01:11:57
Genau.
Karin
01:11:59
Und, ja, wenn ich das überlebe, ne, muss ich ja immer dabei sagen. Und dann ruf' ich den Hans, bring mir einen Pott Bier.
Hans
01:12:09
Ja , genau.
Karin
01:12:11
Naja.
Hans
01:12:12
Gut.
Karin
01:12:13
So, jetzt weißte alles von mir.
Hans
01:12:15
Okay.
Karin
01:12:15
Fast, fast ja. Ne, es ist alles.
Hans
01:12:18
Okay,
Karin
01:12:18
Alles.
Hans
01:12:19
sonst hätt' ich noch mal nachhaken müssen, aber wenn du sagst, es ist alles, dann drück ich mal drauf, ne. Okay.
Karin
01:12:24
Drück drauf, ja.
hans
01:12:27
Ja, ich hoffe es hat euch Spaß gemacht. Feedback wäre in jedem Fall möglich auf ruhrtal.letscast.fm alles klein geschrieben. Und es würde mich natürlich freuen, wenn ihr mal wieder reinhört. Bis dann.