#80 - Libero

03.07.2026 52 min

Zusammenfassung & Show Notes

Geboren im Schwarzwald, aber nach dem Krieg ging es sofort wieder nach Witten. Wegen eines Gussstahlwerkes, in dem Waffen produziert worden waren, viel Zerstörung dort, was aber auch gute Spielplätze zur Folge hatte. Die Ruine der Gedächtniskirche, etwa. Der Vater, im Krieg bei der SS, kommt erst 52 aus der Kriegsgefangenschaft, er bleibt ein Fremder, auch wenn mein Gast die Kindheit trotzdem als eine Gute bezeichnet, berichtet er auch davon, wie er im Leben immer wieder Ersatz gesucht hat. Speditionskaufmann gelernt, und dann die meiste Zeit bei Karstadt in der Zollabteilung gearbeitet. Er hat die guten Jahre erlebt. Verwunderung, dass dieser weltweit operierende Konzern pleitegehen konnte, da war er aber schon in Frührente. Er erzählt vom Feiern, seiner Frau, seinen Beziehungen, seinem Bedauern, dass er seine Frau immer wieder betrogen hat, vom Fußball, den Sportverletzungen, seiner jetzigen Lebenspartnerin und von den Problemen, die es ihm bereitet, sich mit dem Leben im Heim ab zu finden.


Löffingen im Schwarzwald
 
Gussstahlwerk Witten
 
Gedächtniskirche in Witten
 
Breddeschule 
 
Alsfeld
 
Bethaus
 
Stade
 
Hammertal
 
Goldschmieds Junge
 
 
 
Rückmeldungen sind möglich unter:
 
 
 
bei Facebook unter: ruhrtal 
und bei Instagramm unter: ruhr_tal

Transkript

Stephanie
00:00:10
Ruhrtal, biografische Geschichten aus dem Pflegeheim. Hallo und herzlich willkommen zum Podcast Ruhrtal. Hier könnt ihr Bewohnern und Bewohnerinnen von Pflegeheimen zuhören, die aus ihrem Leben erzählen. Neue Folgen gibt es jeweils am ersten Freitag des Monats.
hans
00:00:35
Hallo auch von mir. Mein Name ist Hans und ich bin Altenpfleger. Den Gast dieser Folge kannte ich bisher nur vom Sehen. Er kam mir vor, wie ein Bewohner, der nach kurzer Zeit seine neue Umgebung akzeptiert hat, der also im Heim angekommen ist. Auch darum, wie es tatsächlich in ihm aussieht, geht es in diesem Gespräch.
Hans
00:01:00
Guten Morgen, Jürgen.
Jürgen
00:01:01
Ich grüße Sie
Hans
00:01:02
Wie bist, sagen wir, wie sieht...
Jürgen
00:01:04
Ja sag du, jeder, jederzeit sag du,
Hans
00:01:06
...
Jürgen
00:01:07
oder was auch
Hans
00:01:07
Ja,
Jürgen
00:01:07
immer. Ich bin aus dem Ruhrgebiet, ich weiß, dass man die Leute immer dutscht
Hans
00:01:15
Ja,
Jürgen
00:01:15
...
Hans
00:01:15
dann machen wir es
Jürgen
00:01:16
Ohne Frage.
Hans
00:01:17
Okay, gut.
Jürgen
00:01:17
Das mache ich.
Hans
00:01:18
Ja, Jürgen, wie bist du heute in den Tag gekommen?
Jürgen
00:01:21
Ganz normal bin ich in den Tag gekommen.Ich bin um 5 Uhr aufgestanden und hab dann nicht mehr weiter geschlafen und hab geduscht und dergleichen gemacht und mich angezogen.
Hans
00:01:34
5 Uhr scheint mir ein bisschen früh zu sein.
Jürgen
00:01:37
Ja, das ist richtig, aber ich war schon um 9 Uhr, bin ich schon im Bett gewesen.
Hans
00:01:43
Ja, gut, dann irgendwann hat man ausgeschlafen.
Jürgen
00:01:45
Das ist richtig
Hans
00:01:45
Ja, ja. Also nicht so, dass du immer früh aufgestanden bist?
Jürgen
00:01:49
Nein, nein, nein.
Hans
00:01:50
Und das einfach im Blut hast.
Jürgen
00:01:52
Das war jetzt im Moment, weil Witterung hier ganz beschissen ist. Dann war ich ...
Hans
00:01:59
das heißt, du hattest aber auch gut Zeit zu lüften, weil morgens ist die Luft natürlich
Jürgen
00:02:03
Ja.
Hans
00:02:03
besser.
Jürgen
00:02:03
Das ist richtig.
Hans
00:02:03
Ja?
Jürgen
00:02:04
Und ich bin ja früh schon runtergegangen.
Hans
00:02:05
Ja
Jürgen
00:02:06
Heute Morgen.
Hans
00:02:06
Also frische Luft am Tag muss sein.
Jürgen
00:02:08
Muss sein. Genau.
Hans
00:02:08
Okay. Das war schon immer so?
Jürgen
00:02:11
Das war na nicht immer so. Nein. War. Manchmal bin ich natürlich auch Langschläfer gewesen. Aber im Grunde genommen hab ich meistens morgens immer Ruhe.
Hans
00:02:23
Geboren 1944. Das hab ich im Kopf.
Jürgen
00:02:26
Das ist korrekt. Und zwar bin ich im Schwarzwald geboren. Und meine Mutter war evakuiert im Schwarzen Wald. Im Schwarzwald. Und ich bin zu Kriegszeiten. Ja, Jahrgang 44 bin ich
Hans
00:02:43
Mhm.
Jürgen
00:02:43
geboren, ja
Hans
00:02:44
Ja
Jürgen
00:02:44
Jawohl.
Hans
00:02:44
Mhm. Aber wahrscheinlich hat man dann da in der Evakuierung im Schwarzwald nicht viel vom Krieg mitbekommen.
Jürgen
00:02:50
Wenig
Hans
00:02:50
sonst
Jürgen
00:02:50
...
Hans
00:02:50
hättest du ja
Jürgen
00:02:51
Wenig vom Krieg mitbekommen. Ich war ja da
Hans
00:02:53
...
Jürgen
00:02:53
ein
Hans
00:02:53
Ja.
Jürgen
00:02:53
Jungling. Ich bin hier im Grunde genommen 1944.
Hans
00:02:56
Ja.
Jürgen
00:02:56
Bei Kriegsende bin ich geboren.
Hans
00:02:59
Man hätte höchstens hinterher aus dem Erzählen heraus ...
Jürgen
00:03:02
Ich hab viel, viel
Hans
00:03:04
...
Jürgen
00:03:04
Meine Patentante war aus dem Schwarzwald mittlerweile.
Hans
00:03:08
Aha. Gibt's da auch einen Ort im Schwarzwald?
Jürgen
00:03:10
Löffingen.
Hans
00:03:11
Löffingen.
Jürgen
00:03:12
Löffingen.
Hans
00:03:12
Aha.
Jürgen
00:03:13
Das ist ja im Südschwarzwald. Das gab's da.
Hans
00:03:16
Also ich bin am Schwarzwald nur vorbeigefahren, aber der scheint mir landschaftlich doch
Jürgen
00:03:21
Sehr
Hans
00:03:21
...
Jürgen
00:03:22
schön.
Hans
00:03:22
Ja.
Jürgen
00:03:22
Der ist sehr schön. Ansprechend.
Hans
00:03:24
Ja.
Jürgen
00:03:24
Mus ich auch sagen. Ja.
Hans
00:03:25
Und du hast doch einen Teil deiner Kindheit da verbracht oder?
Jürgen
00:03:28
Nein, ha ich nicht verbracht. Ich hab verbracht meine Kindheit im Ruhrgebiet.
Hans
00:03:34
Mhm?
Jürgen
00:03:35
. Und zwar in Witten an der Ruhr. Ja. Witt an der Ruhr, kennst
Hans
00:03:38
Ja.
Jürgen
00:03:38
du?
Hans
00:03:38
Ja. Mhm.
Jürgen
00:03:40
Und dort bin ich aufgewachsen Und zwar vom, das sagte die Mutter immer wieder, du bist in der Lore ... In der Lore aufgewachsen.
Hans
00:03:51
Und die Lore war eine Straße?
Jürgen
00:03:53
...
Hans
00:03:53
oder wie
Jürgen
00:03:53
Nein, nein, nein, das war keine Straße, sondern das war in der Lore ... . .Und im Waggon bin ich auf ... äh, bin ich aufgewachsen.
Hans
00:04:01
Ja.
Jürgen
00:04:02
Mehr oder weniger. Nicht nicht ursprechlich, und zwar bin ich dann von der Lore aus da komm ich später mal drauf. Die Lore hab ich ja ja mittlerweile auch. Heu ist das auch meine Lebensgefährtin.
Hans
00:04:15
Mhm.
Jürgen
00:04:16
Die Lore
Hans
00:04:17
Ja, ja.
Jürgen
00:04:18
Damit das ...und zwar im ... im Waggon ... Und zwar auf der Lore bin ich aufgewachsen, nicht aufgewachsen, sondern in den Schwarzwald gezogen.
Hans
00:04:28
Ja. Und dass es dann zurück nach Witten ging, relativ früh, das war ...
Jürgen
00:04:33
Das war ...
Hans
00:04:34
Die Eltern kamen einfach hierher, und dann ging es wieder zurück,
Jürgen
00:04:37
...
Hans
00:04:37
oder?
Jürgen
00:04:37
Richtig, mein Vater war Kriegsgefangener.
Hans
00:04:39
Ja.
Jürgen
00:04:40
In der russischen Kriegsgefangener, der war SS-Mann.
Hans
00:04:43
Mhm hhm.
Jürgen
00:04:44
Und die hatten dann in den früheren Jahren, die mussten die Arme ja immer hochhalten, weil sie in der SS waren, die hatten ja ihre, ihr Runenzeichen, hatten die ja hier drin. Und da mussten sie die Arme hochheben und dann eine. Ein Tag später haben sie sie dann auch noch aussortiert. Und 52 ist er zurückgekommen.
Hans
00:05:08
Ja, also recht lange Zeit dann
Jürgen
00:05:11
Recht
Hans
00:05:11
in
Jürgen
00:05:11
lange.
Hans
00:05:11
Gefangenschaft, ja.
Jürgen
00:05:12
Ich hatte zu dem Vater nie eine Beziehung. Nie, weil, kennst du ja auch, weil in der Kindheit, da wird die meisten, wird da...
Hans
00:05:24
Ja, und 52, das war von 44 aus, das war ja acht Jahre,
Jürgen
00:05:28
Ja,
Hans
00:05:29
da ist ja im Grunde das Entscheidende, so Prägende
Jürgen
00:05:31
So ist es .
Hans
00:05:32
vorbei, ne. Ja, und dann kommt da irgend so ein Kerl.
Jürgen
00:05:35
Und dann, so ist es gewesen. Und dann kommt eben so ein Kerl und dann haben die Leute, ich hab da nur eine Erinnerung dran, immer gesagt, äh, der Vati guckt mit dem Fernrohr, da bin ich hinterher, aber erst drauf gestoßen, mit dem Vater, äh, mit dem Fernrohr, ob du auch isst. Scheiße bis dort hinaus!
Hans
00:05:59
Ja.
Jürgen
00:06:00
Da hab ich mich immer dran geklammert, wieso kommt der, guckt der und macht der und tut der.
Hans
00:06:04
Ja.
Jürgen
00:06:05
Da war, war schon schwierig. Und hab nie eine Beziehung gehabt zu meinem Vater. Nie.
Hans
00:06:09
Also im Grunde nur so eine Drohgestalt.
Jürgen
00:06:11
Genau so, genau so, so nach dem Motto, ja, ja, komm mal, komm mal mit nach Hause, da kriegst du noch was.
Hans
00:06:18
Ja, ja, aber zu Ihrer Mutter hatten Sie ein gutes Verhältnis?
Jürgen
00:06:23
Sehr gutes Verhältnis.
Hans
00:06:23
Ja.
Jürgen
00:06:24
Ich hatte ein sehr
Hans
00:06:24
Aha.
Jürgen
00:06:25
gutes Verhältnis und, äh, Die hab ich dann, da hat den Vater ja auch noch 20 Jahre überlebt, und da hatte ich ein gutes Verhältnis, Sehr gutes Verhältnis,
Hans
00:06:34
Dann würden Sie schreiben, äh, oder sagen, oder würdest du sagen, die Kindheit hat jetzt nicht so darunter gelitten, sondern das war eben so, ne.
Jürgen
00:06:41
Ja. Ja, eben.
Hans
00:06:42
Aber hatte eben auch seine guten Seiten.
Jürgen
00:06:44
Genau.
Hans
00:06:45
Wie war das in Witten so mit Zerstörung nach dem Krieg?
Jürgen
00:06:48
Sehr stark, sehr starke Zerstörung, und zwar war das Gussstahlwerk in Witten. Gussstahlwerk heißt ja, war ja der Name, und die haben ja bombardiert ohne Enden, Witten an der Ruhr. Und dort bin ich aufgewachsen und zwar in Ruinen und in,... die Gedächtniskirche nebenbei gesagt. War große, bei uns nebenan liegend,
Hans
00:07:15
Trümmerfeld.
Jürgen
00:07:16
Trümmerfeld,
Hans
00:07:17
Ja das könnte sein, dass man als Kind auch ganz gut da
Jürgen
00:07:19
Sehr
Hans
00:07:19
spielen kann.
Jürgen
00:07:20
schön gespielt.
Hans
00:07:21
Ja.
Jürgen
00:07:21
Im Keller gespielt da unten drunter.
Hans
00:07:23
Ja.
Jürgen
00:07:24
Da war Wasser drin und dergleichen. Da
Hans
00:07:26
Ja.
Jürgen
00:07:26
haben wir sehr schön gespielt. war schon eine schöne Sache.
Hans
00:07:29
Ja.
Jürgen
00:07:30
Was heißt schöne Sache. Im Nachhinein hat man ja verklärt die ganze Sache.
Hans
00:07:34
. So langsam nebenher wird alles wieder aufgebaut und gibt´s Arbeit. Aber trotzdem, die Kindheit findet so in dieser Zeit statt.
Jürgen
00:07:43
Genau,
Hans
00:07:43
So
Jürgen
00:07:43
genau, genau.
Hans
00:07:44
Freundschaften hat man gut gefunden, Freunde.
Jürgen
00:07:47
Freunde hab ich... ich hab natürlich im Fußballverein hinterher viele Freunde gewonnen.
Hans
00:07:51
Ja.
Jürgen
00:07:52
Das war alles in Ordnung.
Hans
00:07:54
Aha.
Jürgen
00:07:54
Und Leute in der Kneipe, die ich gefunden habe.
Hans
00:07:57
Das war aber wahrscheinlich noch nicht ganz so früh.
Jürgen
00:08:00
Da war nicht ganz so früh.
Hans
00:08:01
Ja.
Jürgen
00:08:01
Aber ich hab versucht immer, im Nachhinein habe ich das dann auch gedacht, das war ein Ersatzvater für mich. Die Leute, die dort in der Kneipe verkehrt hatten. die waren immer für mich besonders.
Hans
00:08:15
Also du hast schon irgendwie nach einer Person gesucht, die den Vater so ersetzen kann?
Jürgen
00:08:20
Ja. genau das...
Hans
00:08:20
was vermisst.
Jürgen
00:08:21
Genau so ist es.
Hans
00:08:22
Ja.
Jürgen
00:08:22
Genau so ist es. Im Nachhinein habe ich ja immer versucht zu erklären, warum das so ist Und da habe ich dann selbst zu mir gefunden und da habe ich gesagt, das war in der Kindheit. In der Kindheit muss es geschehen sein. So war es.
Hans
00:08:37
Kindheit ist nicht nur spielen, sondern irgendwann geht auch die Schule los.
Jürgen
00:08:40
So ist es richtig.
Hans
00:08:41
Wie war das?
Jürgen
00:08:42
Ich war dann in der Schule, in der Breddeschule, bin ich in Witten gewesen. Überspringen wir so leicht, ne. und habe dann eine Speditionslehre gemacht. Und bin in der Spedition fünf sechs Jahre, ne sechs Jahre geblieben und bin dann gewechselt zu Karstadt.
Hans
00:09:03
Das ist jetzt schon beginnende 60er Jahre.
Jürgen
00:09:05
Beginn der 60er
Hans
00:09:06
Mhm.
Jürgen
00:09:06
Jahre. Das ist richtig.
Hans
00:09:07
Ja. Karstadt war damals hier in Essen neu, oder?
Jürgen
00:09:10
Unglaublich.
Hans
00:09:11
Ja.
Jürgen
00:09:12
War ja... die Firma...man hätte gar nicht es für möglich gehalten, dass Karstadt jemals pleite gehen könnte Hätte ich... ich selbst, Anfang der 80er, nee, Anfang der 90er Jahre hätte es nicht geglaubt dass Karstadt pleite ist. Diese Firma, diese große Firma, weltweit operiert, Unglaublich. wir haben aber wirklich noch vor Ort gekauft und gemacht
Hans
00:09:35
Ja, ja, klar, natürlich, ja, wenn man irgendwas Besonderes suchte, ist man nach Karstadt oder Konsorten, also,
Jürgen
00:09:41
Ja, natürlich, Konsum und was weiß ich, we auch
Hans
00:09:43
Ja,
Jürgen
00:09:43
immer,
Hans
00:09:44
aber entsprechende Warenkonzerne ist man hingegangen,
Jürgen
00:09:46
Da
Hans
00:09:46
ne,
Jürgen
00:09:47
ist
Hans
00:09:47
hat das
Jürgen
00:09:47
man
Hans
00:09:47
dann
Jürgen
00:09:47
hingegangen,
Hans
00:09:47
besorgt. Ja.
Jürgen
00:09:48
ja, ja. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass diese Firma jemals pleite gehen
Hans
00:09:54
Ja.
Jürgen
00:09:54
könnte. Unglaublich.
Hans
00:09:55
Ja.
Jürgen
00:09:56
Als ich noch da war, ich bin ja 30 Jahre da gewesen.
Hans
00:09:59
Mhm.
Jürgen
00:09:59
Äh 19, 98, 19...2000 bin ich
Hans
00:10:03
Ja,
Jürgen
00:10:03
da.
Hans
00:10:04
Ja. Frühe Rente, aber erstmal, lass uns noch zum Anfang zurückgehen.
Jürgen
00:10:09
Ja, richtig
Hans
00:10:10
Du kommst da als... als kleiner, äh, neuer Angestellter hin und, ähm,
Jürgen
00:10:13
, Genau.
Hans
00:10:14
fängst an. Was hast du da zuerst so machen müssen
Jürgen
00:10:15
Da
Hans
00:10:16
oder gemacht
Jürgen
00:10:16
ja, das ist richtig, da habe ich, ähm, zu Anfang, Zollabteilung gemacht. Die Zollabteilung, und zwar mussten wir, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, mussten wir genau die Tarifnummer bestimmen, Und da haben wir gerätselt mitunter, mit Chef und mit allem, was ist zum Beispiel Pullover? Was ist ein Pullover? Wie, äh, ist es, äh, eine Weste, ist es, äh, keine, äh, Ach, weiß ich nicht mehr, wie
Hans
00:10:46
Ja,
Jürgen
00:10:46
der andere heißt. Also es war einfach
Hans
00:10:48
ja,
Jürgen
00:10:48
war grausam.
Hans
00:10:48
Und das hatte dann Einfluss auf den Preis, auf die
Jürgen
00:10:52
Hundert
Hans
00:10:52
Kosten,
Jürgen
00:10:53
prozentig,
Hans
00:10:53
ja?
Jürgen
00:10:54
also 100 prozentig.
Hans
00:10:54
Also es war nicht, dass man einfach sagen konnte, komm, mach so, sondern man musste schon richtig sagen.
Jürgen
00:10:58
Ja, das ist richtig. Das ist richtig Und da bin ich dann als kleiner, Angestellter bin ich da angefangen
Hans
00:11:05
Ich muss jetzt zugeben, so erstmal hört sich das für mich ein bisschen langweilig an. .
Jürgen
00:11:08
Ja.
Hans
00:11:09
So Nummern suchen. War das das auch?
Jürgen
00:11:11
War es nicht.
Hans
00:11:11
Nein.
Jürgen
00:11:11
Unvorstellbar, welche Tarifnummern es gab, gab, was die Klassifikation der einzelnen Artikel waren. Ja. Da kann man sich gar nicht vorstellen. Mitunter, ne. Ja. Ob es Garne waren , aus, wir haben weltweit haben wir importiert.
Hans
00:11:30
Ja.
Jürgen
00:11:30
Importiert weltweit
Hans
00:11:31
Und man stand dann eben auch in Kontakt mit den Ländern überall in der
Jürgen
00:11:35
So,
Hans
00:11:35
Welt
Jürgen
00:11:36
so war es.
Hans
00:11:36
Ja.
Jürgen
00:11:37
So war es. Wir waren nur im Innendienst. Und haben von hier aus dann, äh, die ganzen Sachen geordert
Hans
00:11:45
. Jetzt, würde ich gerne, damit das ein bisschen, ähm, griffiger für mich wird. Du möchtest jetzt, du hast hier so eine schöne Landkarte hängen, ne, äh, von der ganzen Welt. Internationale Spedition steht, ähm, drüber, ich guck jetzt mal und sage, da gibt's, ähm, schöne Garne in Australien. Und, ähm, wie läuft das jetzt? Man ruft da an und sagt, wir bestellen...
Jürgen
00:12:09
Ja. Und zwar gibt es dann die sogenannten Einkäufer. Die bei Karstadt, ob es, äh, Kleiderwaren, etc.
Hans
00:12:18
Ja,
Jürgen
00:12:18
es wurde alles klar klar definiert,
Hans
00:12:20
ja,
Jürgen
00:12:21
was im Einzelnen der Fall ist. Und da gab es Importe, auch aus verschiedenen anderen Ländern, wo es gar nicht ging. Man konnte gar nicht importieren, weil es bestimmte, die in der deutschen Industrie auch, ah, ich kann
Hans
00:12:38
Ja,
Jürgen
00:12:38
komm da...
Hans
00:12:39
ja, aber es gab ja Länder, äh, zum Beispiel der Ostblock, wo man keine, keine Geschäfte mit machen durfte.
Jürgen
00:12:44
Richtig,
Hans
00:12:45
Ähm,
Jürgen
00:12:45
richtig
Hans
00:12:45
Nordkorea heute fällt mit ein.
Jürgen
00:12:46
Norkorea ist nur ein,
Hans
00:12:47
Ja, äh
Jürgen
00:12:48
fällt uns Ja,
Hans
00:12:48
genau.
Jürgen
00:12:48
ich muss mal eben So,
Hans
00:12:54
Ja, ich hab' mir in der Zwischenzeit ein bisschen die Bilder, die hier an der Wand hängen, also die Landkarte, und, ähm, das Bild hinter dir angeschaut, und mir so ein vorgestellt, die Landkarte, du liegst im Bett und, ähm, guckst auf die Landkarte, gibt es dann auch so, dass du dann, ähm, an früher denkst, an
Jürgen
00:13:11
nein,
Hans
00:13:11
die Arbeit denkst, nein?
Jürgen
00:13:13
Absolut nicht.
Hans
00:13:14
Überhaupt nicht mehr, nein. Also die Karte hängt einfach nur so ...
Jürgen
00:13:17
Als Zierde hier, als Zierde.
Hans
00:13:19
Ja?
Jürgen
00:13:19
so ungefähr.
Hans
00:13:20
Du hattest gesagt, am Anfang warst du beim, in der...beim Zoll, quasi.
Jürgen
00:13:25
quasi
Hans
00:13:25
Ja,
Jürgen
00:13:25
quasi beim bei Zoll,
Hans
00:13:26
Ja. Bei Karstadt, ist das so geblieben oder hast du dann auch die Abteilung gewechselt
Jürgen
00:13:31
Ich habe die Abteilung nicht gewechselt. Ich war dann Importassistent, bin ich gewesen, und habe dann, äh, hinterher war ich noch, nicht Leiter, aber bestimmte Bereiche hatte ich, äh, unte mir, ne? Das kann ich durchaus mal sagen.
Hans
00:13:49
Also beruflich warst du zufrieden?
Jürgen
00:13:53
War ich zufrieden.
Hans
00:13:54
Ja.
Jürgen
00:13:55
Hab natürlich auch die guten Jahre bei Karstadt erlebt,
Hans
00:13:59
Ja.
Jürgen
00:13:59
Verstehst´e
Hans
00:13:59
Ja.
Jürgen
00:14:00
Verstehst du? Da war die, äh, Jahre ja 70, 80, 90 waren ja hervorragende Jahre, da ging es ja immer bergauf, bergauf, bergauf.
Hans
00:14:11
Ja.
Jürgen
00:14:12
. Und dann waren die, äh, danach, ging es ja bergab noch,
Hans
00:14:17
Ja, ja
Jürgen
00:14:18
Sehr, sehr bergab.
Hans
00:14:19
Hhm hm,
Jürgen
00:14:20
Und da habe ich die großen, guten Jahre miterlebt.
Hans
00:14:23
ja
Jürgen
00:14:29
Da gab es keine Rezession, da wurde gemacht, getan. Unglaublich.
Hans
00:14:34
Ja.Ich stelle mir das auch unglaublich personalintensiv vor.
Jürgen
00:14:37
Ja.
Hans
00:14:38
Kannst du sagen, wie viele Leute das so in deiner Abteilung zum Beispiel gearbeitet haben
Jürgen
00:14:42
Ja, natürlich. Das muss ich sagen. Wir waren ja insgesamt 17, 18, 19, 20, 23 Leute in der Abteilung.
Hans
00:14:52
ja,
Jürgen
00:14:54
Hatten dann einen Importleiter und lief alles.
Hans
00:14:58
Und die Einkäufer waren dann Leute, die irgendwo,
Jürgen
00:15:00
Die haben eingekauft, die haben eingekauft, weltweit
Hans
00:15:03
ja
Jürgen
00:15:03
eingekauft, ob Bekleidung, oder dergleichen
Hans
00:15:08
, Hatte ja alles Karstadt, ne?
Jürgen
00:15:09
Ja, genau. Die hatten alles und die haben weltweit eingekauft. Schuhe, boah, was weiß ich,
Hans
00:15:14
Aha.
Jürgen
00:15:14
was die gekauft haben.
Hans
00:15:15
Und ihr musstet quasi dafür sorgen, dass das ganze...
Jürgen
00:15:17
Wir mussten dafür sorgen, dass die Leute, dass die, die haben ja Aufträge verteilt und ausgeteilt in jeder Menge. mir fehlt, manchmal die Sachen... Und dann haben wir, ähm, die mussten ja weltweit... haben wir über den Hamburger Hafen,
Hans
00:15:37
Hhm hm,
Jürgen
00:15:38
Und dann haben wir, äh, oder eine Spedition, Mutter und was weiß ich, wie sie alle hießen, da haben wir die Sachen auch selbst importiert.
Hans
00:15:47
Also es war auch ein gutes Gefühl in so einem gut laufenden Laden.
Jürgen
00:15:50
Das kann kann ich für m, ja.
Hans
00:15:53
Ja. Aha.
Jürgen
00:15:54
Ja. Wir haben viel Spaß auch gehabt. In der Zeit, ne?
Hans
00:15:56
Aha.
Jürgen
00:15:57
Viel Spaß.damals jedenfalls, da haben wir ein sehr gutes Leben gehabt. Sehr schönes Leben.
Hans
00:16:05
Und das war auch so, dass, man von der Arbeit aus, zum Beispiel dann gemeinsam gefeiert hat...
Jürgen
00:16:09
Ja. Natürlich,
Hans
00:16:10
Ne?
Jürgen
00:16:11
natürlich, Natürlich haben wir dann gefeiert,
Hans
00:16:13
Ja?
Jürgen
00:16:13
Und gemacht und getan
Hans
00:16:14
Ja.
Jürgen
00:16:16
Und ich war ja Dortmunder Junge, ich bin ja nicht aus Dortmund, ich bin ja aus Witten geboren und dann haben wir da, äh, damals hatte ich noch Beziehungen auch zu Dortmund und dann haben wir dort auch immer gefeiert. Herrlich.
Hans
00:16:29
Ja.
Jürgen
00:16:30
Wunderbar. Dann habe ich meine Frau auch kennengelernt. Igendwann mal.
Hans
00:16:35
Das war auch in den 60ern, oder
Jürgen
00:16:37
Das war in den 70er. In den 70er Jahren. Dann ist die Frau, die ist ja dann gestorben auch nach... mit 69 Jahren ist sie gestorben. Mit 59 Jahren ist sie gestorben. Und seitdem bin ich dann noch, ich hatte ja etliche, nicht Affären, aber etliche...
Hans
00:17:03
Beziehungen, ja.
Jürgen
00:17:04
Beziehungen mit
Hans
00:17:05
Ja.
Jürgen
00:17:05
bis zum dort hinaus. War lange Zeit unten in, in, äh. Wie hieß das? In Altsfeld. Kennen Sie
Hans
00:17:15
Hm.
Jürgen
00:17:15
Alsfeld?
Hans
00:17:15
nee kenn ich nicht.
Jürgen
00:17:16
Alsfeld war unten bei Kassel. Und da habe ich jahrelang eine Beziehung zu gehabt.
Hans
00:17:21
Aber von hier aus, oder warst du dann auch da?
Jürgen
00:17:24
Da war ich von hier aus, habe ich dir
Hans
00:17:27
Ja.
Jürgen
00:17:27
ja auch schon Beziehungen gehabt. Und hatte die Frau in der Kur kennen gelernt. Wie das so üblich war, in der Kur. In der Kur. Was haben wir dort gemacht und getan. Unwahrscheinlich
Hans
00:17:38
Deine Kinder? Du hast glaube ich zwei, ne?
Jürgen
00:17:41
Zwei Kinder, aber eine Frau ist, eine Tochter ist gestorben im letzten Jahr. Und hab nur noch einen Sohn.
Hans
00:17:47
Ja. Und die stammen von der, von der Ehefrau, oder?
Jürgen
00:17:50
Von der Ehefrau, ja, ja. Die stammen von
Hans
00:17:52
Ja.
Jürgen
00:17:52
der Ehefrau
Hans
00:17:53
Würde gerne nochmal ein bisschen zurückspringen. Die Freizeit würde mich noch interessieren. Was hast du so gemacht? Fußballspielen?
Jürgen
00:18:00
Ich habe Fußballspielen, natürlich hauptsächlich Fußball gespielt und habe überall meine
Hans
00:18:06
Sportverletzungen?
Jürgen
00:18:08
Verletzungen. Knieverletzungen hier, Knieverletzungen da und dergleichen habe ich gemacht und habe dann eigentlich normal gelebt.
Hans
00:18:19
Beim Fußball warst du mehr im Sturm, Verteidigung warst...
Jürgen
00:18:22
Ich war der Libero.
Hans
00:18:23
Der Libero, ah ja.
Jürgen
00:18:25
Damals gab es den
Hans
00:18:26
Ja.
Jürgen
00:18:26
Libero. Von Franz Beckenbauer.
Hans
00:18:28
Mhm.
Jürgen
00:18:29
Und Da war ich der freie... ja Libero ,heißt ja der freie Mann. Und ich war eigentlich einer der technisch gut war. Und ähm, als freier Mann musste ich nicht, musste ich immer, die, äh, die Dinge ...
Hans
00:18:47
Genau, das Spiel nach
Jürgen
00:18:48
...
Hans
00:18:48
vorne
Jürgen
00:18:49
Nach vorne
Hans
00:18:49
initiieren,
Jürgen
00:18:49
Treiben
Hans
00:18:50
ja.
Jürgen
00:18:50
So ist es gewesen, und Leute sagen zu mir noch, sagen drei oder vier Leute sagen noch zu mir Libero. Jetzt ohne, Flachs. Die sagen noch Libero.
Hans
00:19:02
Also du hast auch beeindruckend
Jürgen
00:19:03
Beeindruckend? Ja, natürlich, natürlich. Da hab ich noch Libero...zum Beispiel eine Arbeitskollegin, die sagt noch Libero. Dann sagt er, ja, mein Freund aus Augsburg, der sagt noch Libero. Also das sind Arbeitskollegen noch, die aus, aus,
Hans
00:19:17
Ja?
Jürgen
00:19:18
aus der Firma hinterher waren.
Hans
00:19:20
Ja. äh, im Verein
Jürgen
00:19:22
Im
Hans
00:19:22
Fußball?
Jürgen
00:19:23
Verein hab ich gespielt, in Witten 92.
Hans
00:19:25
Ja?
Jürgen
00:19:26
Und äh, bin dort aber bei Zeiten gewandert, weil ich in äh, äh, bin ich zu Karstadt gegangen und bin dann hier nach Essen gezogen. Bin ab, äh, bin nach Essen gezogen.
Hans
00:19:38
Ja?
Jürgen
00:19:38
Und da hab ich
Hans
00:19:38
weiter hier Fußball gespielt auch?
Jürgen
00:19:40
Da hab ich kein Fußball, nur noch in der Firmenmannschaft Da hab ich nur noch in der Firmenmannschaft gespielt. Da haben wir lange. Ach? Was sind wir überall gewesen, in die ganzen, halb Europa. Aber dann bin ich normalerweise, hab ich nichts mehr
Hans
00:19:55
Ja.
Jürgen
00:19:55
gemacht...Habe ich nichts mehr gemacht
Hans
00:19:55
Ähm, halb Europa, also die Reisen waren in
Jürgen
00:19:58
Die Reisen waren immer...
Hans
00:20:00
Mit Fußball
Jürgen
00:20:00
Mit
Hans
00:20:00
oder bist du auch sonst verreist?
Jürgen
00:20:01
Fußball. Auch mit Fußball und verreist bin ich natürlich auch vor allem mit meiner Frau und mit den ganzen Kindern auch. Wir sind noch in Spanien gewesen, in Italien gewesen und immer im Auto drin, da waren die Kinder noch klein, ne?
Hans
00:20:14
Das war früher so üblich, ne? Im Auto ist man gefahren, obwohl es keine Klimaanlage war, es war heiß und
Jürgen
00:20:19
Ah!
Hans
00:20:20
Ach.
Jürgen
00:20:20
Wenn du das überlegst, es ist so unglaublich gewesen. Da haben wir die Kinder hinten reingelegt. Kommen Sie rein, wenn Sie wollen. Was wollen Sie, junger Mann? Was... Was sagst du? Bitte schön. Weißt was ist? Danke dir.
Hans
00:20:36
Ein Eis. Wir können auch gerne eine Pause machen, wenn du sagst, ich esse eben das Eis
Jürgen
00:20:39
Machen wir gleich so ein bisschen
Hans
00:20:40
Ja.
Jürgen
00:20:41
Oh, das ist ja schön, dass die das hier machen, ne?
Hans
00:20:43
Ja.
Jürgen
00:20:47
Ja. Und dann bin ich doch... Hab meine Frau kennengelernt. Und das war ein Einschnitt, ne?
Hans
00:20:55
Ja. Und deine Frau hast du, ähm, äh, jetzt über die Arbeit kennengelernt, oder wie war das?
Jürgen
00:21:01
In der Kneipe.
Hans
00:21:02
In der Kneipe, ah ja. Aha.
Jürgen
00:21:05
Ich war sehr oft in der Kneipe bin eine Zeit in der Kneipe aufgewachs, aufgewacht, wachst...
Hans
00:21:12
gewachsen, ja, ja,
Jürgen
00:21:13
Aufgewachsen.
Hans
00:21:13
doch.
Jürgen
00:21:15
Weil meine Eltern ja eigentlich nicht, ich kannte meine Eltern schon, aber mein Vater war nicht.
Hans
00:21:19
Das hattest du eben schon angedeutet, dass du da so ein bisschen Ersatz gesucht hast in der Kneipe, ne?
Jürgen
00:21:23
Richtig?
Hans
00:21:24
Ja,
Jürgen
00:21:24
Die Leute haben, haben immer zu mir raufgeguckt, ich bin, du bist ja der einzige, der in in der Firma war, und gesagt haben, du musst Steuererklärung machen, du musst dies machen, du musst
Hans
00:21:35
Hhm
Jürgen
00:21:35
jenes
Hans
00:21:35
hm,
Jürgen
00:21:36
machen. Habe ich mich gebauchpinselt gefühlt.
Hans
00:21:39
Ja.
Jürgen
00:21:39
Ja, ganz ehrlich. Aber da war ich dann, ich bin gewesen von, von meiner Bundeswehrzeit, 19 hundert... 64 war ich bei der Bundeswehr,
Hans
00:21:51
Ja.
Jürgen
00:21:51
In Stade.
Hans
00:21:53
Wo war das jetzt?
Jürgen
00:21:55
Stade
Hans
00:21:55
Stade, ja. Bundeswehr,da war ja eigentlich so die Anfangszeit der Bundeswehr, ne?
Jürgen
00:22:01
Richtig.
Hans
00:22:01
Die ersten,
Jürgen
00:22:02
Die
Hans
00:22:02
Jahre.
Jürgen
00:22:02
ist ja 59, ist die ja
Hans
00:22:03
Ja,
Jürgen
00:22:03
gegründet ,
Hans
00:22:04
Ja genau.
Jürgen
00:22:04
58 gegründet worden.
Hans
00:22:06
Mhm. Mhm.
Jürgen
00:22:07
Die Bundeswehr, und ich bin dann, das ist ja die Verklärtheit des Alters. Ich war immer zufrieden, ach, Gott, da runter, ist wunderbar.
Hans
00:22:16
Mhm.
Jürgen
00:22:17
In Stade. War alles Scheiße im Grunde genommen. Muß man sagen, war, scheiße, bis dort hinaus. Waren Befehle und man musste machen und tun, ja. Aber ich war in der Versorgung, ich hab immer einen guten Job gehabt
Hans
00:22:30
ja, ja,
Jürgen
00:22:31
Ja wie
Hans
00:22:31
ja.
Jürgen
00:22:31
auch immer,
Hans
00:22:31
Ich mein, das ist ja so, die nutzen natürlich die Talente, die man mitbringt und das, was man kann und weiß, nutzen die aus, ne? Und wenn man in dem Bereich schon was Erfahrung hat, ja.
Jürgen
00:22:41
Und in den 60er Jahren,war das noch anderthalb Jahre bei der Bundeswehr.
Hans
00:22:48
Das war eine lange Zeit, ja,
Jürgen
00:22:49
Ja,
Hans
00:22:49
ja.
Jürgen
00:22:49
Das war eine lange Zeit, ja.
Hans
00:22:50
Aber war das jetzt auch so,dass man da viel Zeit auch, also später da haben die Leute immer drüber geklagt, dass man eigentlich da ein bisschen Grundwehrdienst und dann muss man die Zeit totschlagen.
Jürgen
00:23:00
Ja.
Hans
00:23:01
Oder war das da
Jürgen
00:23:02
Einmal...
Hans
00:23:02
ein bißchen aktiver?
Jürgen
00:23:04
Wir waren in der Panzerdivision, ne?
Hans
00:23:06
Ja.
Jürgen
00:23:07
Und da war es schon einigermaßen, dass wir da gemacht haben. Aber im Grunde genommen, als ich dann nach der Zeit hinterher, hatte ich das Gefühl, hier musste ich ja richtig arbeiten, im Grunde
Hans
00:23:21
Ja,
Jürgen
00:23:21
genommen.
Hans
00:23:22
ja.
Jürgen
00:23:22
Hier musste man richtig arbeiten, wenn...
Hans
00:23:26
Hm.
Jürgen
00:23:27
Also, das war schlimm.
Hans
00:23:28
Ja, also keine Verklärung, Bundeswehr war Mist.
Jürgen
00:23:32
Ja, doch, in Nachhinein war es schon eine Verklärung. Im Nachhinein schon.
Hans
00:23:36
Hm.
Jürgen
00:23:37
Ach, das hatten wir eine schöne Zeit.
Hans
00:23:38
Ja. Ja.
Jürgen
00:23:40
Dann gibt es ja immer noch den alten Spruch in Stade im Bahnhof, da steigen wir ein. Da stehen die Mädchen zu zwei und zu drei. Sie winken mit dem Höschen und rufen noch dazu, Parole heißt Heimat dir Reserve ruft. Kann ich heute noch? In Stade im Bahnhof... Das war schon eine schöne Zeit. Das heißt, Im Nachhinein natürlich nicht, aber
Hans
00:24:04
Ja,
Jürgen
00:24:04
die
Hans
00:24:04
ja.
Jürgen
00:24:04
Verklärung der...
Hans
00:24:05
Ja, ja, ja. Noch ein bisschen...
Jürgen
00:24:07
Vergangeneit. Das war gut. War schön. Das andere lassen wir mal hier. Gut, jetzt können wir weiter tun.
Hans
00:24:23
Genau, jetzt wollte ich mal zurückkommwn noch ein bisschen auf die Kneipe, von der du erzählt hast. Als einmal die Zeiten, bevor du dort deine Frau kennengelernt hast, das war einfach in der Kneipe, man
Jürgen
00:24:33
In der Kneipe
Hans
00:24:34
trinkt, man sitzt
Jürgen
00:24:34
Da war ich der König. Im Grunde genommen. Selbst im Nachhinein... Alle haben mich hofiert, im Grunde genommen. Mensch hör auf. Du hast ja kaufmännische Ausbildung, hast du gemacht. Versuch mal hier das zu machen und jenes zu machen. Gut, hab ich gemacht. War dann als Spielführer.
Hans
00:24:57
Ja.
Jürgen
00:24:58
Aber, alles gemacht.
Hans
00:24:59
Mhm.Ja .
Jürgen
00:25:00
War Vorsitzender im Kegelverein. Im... äh was... hab ich denn noch gemacht Überall war ich Vorsitzender.
Hans
00:25:08
Das ist auch eine Sache, die es heute nicht mehr so gibt.
Jürgen
00:25:10
Nein, die gibt's nicht mehr
Hans
00:25:11
Kneipen.
Jürgen
00:25:11
Absolut.
Hans
00:25:11
Gibt's nicht, Kegelvereine, das ist alles
Jürgen
00:25:13
Nein.
Hans
00:25:13
irgendwie
Jürgen
00:25:13
gibt's nicht
Hans
00:25:14
Vereine,
Jürgen
00:25:14
Gibt es nicht mehr.
Hans
00:25:15
Und da hängt alles so zusammen, dass man im Grunde sein Leben da verbringt. Seine Freizeit
Jürgen
00:25:19
Ja. Da hab ich die Freizeit...
Hans
00:25:20
Hhm hm.
Jürgen
00:25:21
Ooh hab ich das genossen, muss ich ehrlich sagen.
Hans
00:25:24
Ja,
Jürgen
00:25:24
Das hab ich da schon genossen. Und da kam hinterher kam dann natürlich die Frau zu.
Hans
00:25:28
Hmhm,
Jürgen
00:25:29
Frau dazu,
Hans
00:25:30
Ja.
Jürgen
00:25:30
Da hatten wir ja dann eine, eine andere Zeit.
Hans
00:25:34
Ja, also es war jetzt nicht nur so eine reine Männerkneipe, Männerveranstaltung.
Jürgen
00:25:39
Doch, doch, doch, es war eine reine Kneipe. Auf dem Bahnhof in Witten an der Ruhr. Und als ich dann nach Essen gewandelt habe, haben die...
Hans
00:25:51
Ja, umgezogen.
Jürgen
00:25:52
Umgezogen bin, war alles vorbei. Hab ich meine Frau dann kennen gelernt.
Hans
00:25:56
Ja, also du hast nicht ne neue Kneipe gefunden,
Jürgen
00:26:00
Nein,
Hans
00:26:00
sondern...
Jürgen
00:26:00
keine neue Kneipe
Hans
00:26:02
Ja.
Jürgen
00:26:02
gefunden. Und die alte Kneipe die waren hinterher, waren die, waren die eine lange Zeit haben, hab ich noch mit denen zusammen gekegelt und
Hans
00:26:09
Ja.
Jürgen
00:26:09
gemacht und getan. Ja. Aber selbst in den 90er Jahren noch, aber hab ich nie mehr dazu gefunden, nie mehr.
Hans
00:26:16
Ist dann was anderes.
Jürgen
00:26:17
Ja. Das ist was anderes,
Hans
00:26:17
Ja?
Jürgen
00:26:18
Da waren andere Leute.
Hans
00:26:23
Ja. Und deine Frau war auch hier aus Essen.
Jürgen
00:26:26
Die Frau stammte aus Witten an der Ruhr. Ja. Und die war da, ich weiß nicht, ob du das aus Hammertal kennst, in Witten. Und da war die Kneipe, die war im Bethaus, war die im Bethaus von der Kneipe, nicht von der Kneipe, Quatsch, von dem, komm ich nicht mehr drauf. Waren die, äh, da stammte die her. Aus Witten an der Ruhr . Und das war Bergbaugebiet in der, in der Hinsicht und dann, äh, war sie aus dem Bethaus, da sind die Bergleute eingefahren in den
Hans
00:27:02
Ja.
Jürgen
00:27:03
Zeiten noch, ne!?
Hans
00:27:03
Ja.
Jürgen
00:27:04
Und dann, äh,
Hans
00:27:08
Aber dann seid ihr gemeinsam nach Essen, weil
Jürgen
00:27:10
Wir sind
Hans
00:27:11
hier jobmäßig
Jürgen
00:27:12
nach Essen gezogen. Ich war vorher schon in Essen. Äh, 73, äh, 72 war ich schon in Essen und dann sind wir, haben hier geheiratet und sind dann hier aus Essen, haben in Horst gewohnt, in Steele/ Horst. Haben wir gewohnt, haben wir eine Eigentumswohnung gehabt und haben dann, äh, entsprechend.
Hans
00:27:35
So gemeinsame Unternehmungen, Reisen
Jürgen
00:27:37
Reisen
Hans
00:27:37
wahrscheinlich.
Jürgen
00:27:37
haben wir
Hans
00:27:38
Ja.
Jürgen
00:27:38
gemacht, ja. Egal ob in Gran Canaria, ob in, in, in, in, , aber die haben, aber keine Bildungsreisen, weil die Kinder ja noch klein waren. Da war ja, waren wir hauptsächlich am Strand und, , äh, ob in Italien, ob in Griechenland und oder was weiß ich wo auch eben da.
Hans
00:27:55
Ja.
Jürgen
00:27:55
haben wir schon einiges getan ... und das hab ich selbst mit meiner späteren Frau, äh, da komm ich ja hinterher, noch zu. Die wir, ähm, die ich dann auch noch kennengelernt habe.
Hans
00:28:06
Ähm, ansonsten gab's irgendwelche Dinge, wandern, spazieren, Musik hören, tanzen,
Jürgen
00:28:11
Ne. Tanzen hab ich gemacht,
Hans
00:28:13
ja?
Jürgen
00:28:13
Ja.
Hans
00:28:14
Ja?
Jürgen
00:28:14
Natürlich hab ich getanzt, äh, getanzt einigermaßen, aber ich konnte eigentlich wenig tanzen aber meine Frau konnte gut
Hans
00:28:20
Aha.
Jürgen
00:28:21
Und da haben wir Tanzkurse, Silber, alles haben wir ja gemacht. Aber ich konnte wenig tanzen, weil ich kein Gefühl hatte. Wenig Gefühl, weiß nicht.
Hans
00:28:30
Ja, aber deine Frau hat das akzeptiert.
Jürgen
00:28:32
Ja, sie hat das akzeptiert und, äh...
Hans
00:28:35
Sich angepasst.
Jürgen
00:28:35
Hat angepasst. Mehr oder weniger. Und die hat die Schritte auch mir vorgegeben und gemacht oder getan.
Hans
00:28:41
Ja.
Jürgen
00:28:41
Haben wir zusammen mit den Nachbarn gemacht.
Hans
00:28:45
Ja.
Jürgen
00:28:46
Haben wir sehr schön gemacht, mit die Nachbarn hab ich heute noch so, ja?
Hans
00:28:50
Jetzt haben wir Fußball, Tanzen, das hört sich alles sehr sportlich an.
Jürgen
00:28:54
Ja.
Hans
00:28:55
Ähm, gibt's noch irgendwas so im sportlichen Bereich, wo du... Spaß dran
Jürgen
00:28:59
Ne,
Hans
00:28:59
hattest?
Jürgen
00:28:59
da hatte ich keinen Spaß dran. Ich war ja eigentlich faul, ne?
Hans
00:29:02
Ja.
Jürgen
00:29:02
Weil ich ja als Libero war ich ja, ähm, kurze Wege
Hans
00:29:06
Ja,
Jürgen
00:29:06
nur
Hans
00:29:06
Ja, das
Jürgen
00:29:06
da
Hans
00:29:07
erinnere ich mich auch, dass die Liberos immer als.
Jürgen
00:29:08
weiß nicht,
Hans
00:29:09
Gemütlich.
Jürgen
00:29:09
als gemütlich. Ja. Ja,
Hans
00:29:11
Ja.
Jürgen
00:29:11
weil ich technisch gut war und lief alles. dann hatte ich kaum Bewegung, dass ich nach vorne gehen musste oder so was. Ne!? da hatte ich wenig.
Hans
00:29:22
Ja.
Jürgen
00:29:24
Libero, ne. Also im Nachhinein jetzt bin ich ja schon seit 14 Jahren bin ich schon hab ich schon, ist meine Frau gestorben schon. Seit 14 Jahren, muss ich Ihnen ja, ehrlich sagen, ich hatte ja schon Beziehungen immer zu anderen Zeiten, muss ich dann sagen. Als ich in der Alsfeld wohnte oder gewohnt habe, da habe ich schon zu meiner Frau das bereue ich heute noch heute kann ich dazu noch. Hätte ich, eh, ich... Warum!? Warum habe ich das getan? Warum habe ich das getan? Warum habe ich die Frau so verletzt? Ich glaube nicht. Ich weiß es nicht. Ich hatte mehrere Beziehungen dann. Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht begreifen. Und bei meiner heutigen Frau natürlich Freundin, Freundin, Frau, da habe ich eine sehr gute Beziehung. Ich würde sie nie betrügen. Nie. Dafür hat sich viel zu viel. Aber jetzt kann ich ja auch nichts mehr vernümftiges machen, da in der Hinsicht, ne. Aber was hab ich früher gemacht... in Kegelvereinen und die waren ja überall in der Welt sind wir ja gewesen. Ja. Nicht in der Welt, aber überall in Torremolinos gewesen und in verschiedenen anderen Ländern auch. Alles schlimmer. Immer Beziehungen dazu gehabt. Schlimm. Es war schlimm. Also wenn ich im Nachhinein das überlege,das war nicht schön von mir. War nicht schön.
Hans
00:30:54
Aber zu der Zeit hast du das eben gemacht und es hat sich so ergeben?
Jürgen
00:30:58
Es hat sich ergeben gemacht, getan, Ausflug hier und da.
Hans
00:31:01
Ja.
Jürgen
00:31:02
Hat sich das ergeben. Natürlich habe ich meine Frau auch kennengelernt, meine Freundin
Hans
00:31:08
Ja.
Jürgen
00:31:08
auch kennengelernt, ne Freundin nicht meine Frau, die ja in den 60er, 70er, 80er Jahren gestorben ist. ich die, in der 70er, 80er Jahre ist sie gestorben. Dann äh.
Hans
00:31:22
Hat, muss ich grade mal wissen, wen man so früh stirbt, ist es ja oft eine Krebserkrankung.
Jürgen
00:31:27
Die war 59 Jahre alt. Hatte, wie heißt das denn, Lungenkrebs nicht, andere Form.
Hans
00:31:35
Brustkrebs?
Jürgen
00:31:36
Auch nicht. Ja, andere Form. Blutkrebs hatte die gehabt. Und die ist sehr spät eigentlich auch entdeckt worden. Aber wir waren schon getrennt auch. Wir hatten ja...aber ich hatte mit der Frau immer noch 'ne Beziehung Kinder haben sich ja auch nicht scheiden lassen. Zum Glück haben die sich nicht scheiden, lassen, ist ja klar.
Hans
00:31:57
Aber Trennung hing dann damit zusammen, dass du auch fremd gegangen bist.
Jürgen
00:32:02
So ist es.
Hans
00:32:02
Ja. Das ist aufgeflogen.
Jürgen
00:32:03
Ein ist aufgeflogen. Und wir haben uns auseinander gelebt und das war schon in den 90er oder 90er nicht, ziger Jahre. Ach quatsch. Da war es schon.
Hans
00:32:13
Ja, die Jahreszahlen so genau.
Jürgen
00:32:15
Ich weiß das auch nicht mehr.
Hans
00:32:16
Das müssen wir ja nicht buch-
Jürgen
00:32:17
Ja. So
Hans
00:32:17
führen.
Jürgen
00:32:17
richtig. Aber das war schon schlimm.
Hans
00:32:20
Ja.
Jürgen
00:32:20
. Und im Nachhinein bereue ich das auch. das ist
Hans
00:32:25
Ja, es gibt aber leider Sachen, die kann man
Jürgen
00:32:27
Die kann man nicht zurückdrehen. Nein, nein, nein, nein. Ach so, meine jetzige Freundin hat auch immer gesagt, was hast du mit deiner Frau gemacht und getan.
Hans
00:32:38
Ja.
Jürgen
00:32:39
Ich kann das selbst auch nicht begreifen. Ich hatte mehrere Beziehungen dann auch an der deutschen Grenze und hier und da. Während der Zeit auch noch, ach.
Hans
00:32:50
Ja. Also ich bin jetzt nicht so der Typ für allzu viele Beziehungen, aber das ist einfach eine Typsache. Ich stelle mir das immer sehr anstrengend vor, wenn man so viele verschiedene Sachen hat. Man muss ja.
Jürgen
00:33:01
Ja. Muß man
Hans
00:33:01
muss man hier. Muss man da wieder was erzählen und da wieder.
Jürgen
00:33:05
Dann muss man sich. Ja. Muss man vernünftig gucken, was läuft. Ne!?
Hans
00:33:11
Ja.
Jürgen
00:33:11
Und wie es läuft. Ich meine, da hatte ich schon eine gute ach nee nee ne. Im Nachhinein habe ich gedacht, wie ist das überhaupt möglich,
Hans
00:33:19
Ja.
Jürgen
00:33:19
dass du so etwas machst... gemacht hast. .Und meine jetzige Frau habe ich kennengelernt. Oder die Beziehung, die... wir waren ja nicht verheiratet oder sind nicht
Hans
00:33:30
Ja.
Jürgen
00:33:30
verheiratet. Die habe ich kennengelernt durch eine Beziehung... beziehungsweise da hat die Tochter von ihr hat mich zu ihr gebracht. Die hat gesagt, meine Mama ist auch jetzt... nicht Beziehung, die hat jetzt ist jetzt auch alleine. Und hast du nicht Lust, die mal zu treffen. So.
Hans
00:34:00
Und wie hast du die Tochter kennengelernt oder wie hat sie dich kennengelernt?
Jürgen
00:34:04
Die Tochter, die hat mich in der, wie heißt es denn?
Hans
00:34:10
Also gesundheitlich...
Jürgen
00:34:11
Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein. Die war nicht in der Reha, ach, Mensch, ich weiß
Hans
00:34:18
Ja, dann einfach woanders weiter. Du bist auf jeden Fall durch die Tochter mit deiner derzeitigen Lebensgefährtin
Jürgen
00:34:24
Ja, genau so war es. Genau so ist es.
Hans
00:34:26
Ne?
Jürgen
00:34:26
Mit dieser jetzigen Lebensbeziehung war ich mehr als zufrieden und bin nie mehr außerhalb gewesen
Hans
00:34:33
Wenn man wirklich bereut, dann wiederholt man das nicht, ne?
Jürgen
00:34:36
Das ist unvorstellbar. Wie konnte ich das dieser Frau antun?
Hans
00:34:40
Ja.
Jürgen
00:34:41
Also meiner damaligen
Hans
00:34:42
Ja,
Jürgen
00:34:42
Frau. Wie konnte ich ihr das antun Ich begreife selbst auch nicht. Ja, aber dann habe ich zur Kur habe ich eine kennengelernt und hier eine kennengelernt
Hans
00:34:52
, Aber das waren dann immer so kurze
Jürgen
00:34:55
Es,
Hans
00:34:55
Sachen.
Jürgen
00:34:55
waren kurze Sachen. Nein, zusammen habe ich nur die eine Frau da haben wir 25 Jahre zusammengelebt.
Hans
00:35:00
Ja,
Jürgen
00:35:01
In Alsfeld. Und da haben wir uns regelmäßig auch auf Besuch, ne
Hans
00:35:06
Und es ist auch nicht so gewesen, dass eine der Frauen dann mehr erwartet hat,
Jürgen
00:35:09
Nein, auf keinen Fall, nein, nein, nein, die war geschieden auch und kein Thema
Hans
00:35:16
Ja,
Jürgen
00:35:16
und...da sind wir, haben wir unseren eigenen Wege, sind wir gegangen, Und habe da gewohnt und gemacht und getan, hundertprozentig, Also, da muss ich heutzutage... Hätte ich nie für möglich gehalten. Die, die, die, die Frau belogen betrogen. Ich bin morgens zur Arbeit gefahren und anschließend zu ihr nach Alsfeld gefahren, also, das ist ja im Hessenland, ist das
Hans
00:35:39
Ja,
Jürgen
00:35:39
ja.
Hans
00:35:40
ja, ja, ganz schönes Stückchen.
Jürgen
00:35:41
Das war ein ganz schönes Stück, 250 Kilometer waren
Hans
00:35:44
Ja?
Jürgen
00:35:44
das, ne? Abends, zurück, ach, fürchterlich.
Hans
00:35:47
Ja?
Jürgen
00:35:50
Ne, das war nicht schön, war nicht schön. War nicht schön. Und wie gesagt, dann habe ich endlich mal die jetzige Frau kennengelernt. Und zwar war die ja Masseur... Masseuse, nicht, aber Masseurin. Ist sie gewesen, so beiläufig gewesen, äh... in... in Steele In Stele hab ich sie... . und dann ... sagte sie, bist du auch alleine? Was machst du? Was tust du
Hans
00:36:14
Und was habt ihr dann so unternommen? Also...
Jürgen
00:36:16
Ach, wir sind in Griechenland gewesen, wir sind Mallorca gewesen, wir sind überall fast auch gewesen, im Nachhinein. Und
Hans
00:36:26
Hm.
Jürgen
00:36:26
danach konnte ich nicht mehr... also seit einem Jahr konnte ich ja nicht mehr... Da war ich schon schlecht zu Recht, habe Herzinfarkt gehabt und so ach...
Hans
00:36:35
Ja.
Jürgen
00:36:35
Ich habe alles gehabt. Mehrfach.
Hans
00:36:38
Du bist ja jetzt erst recht kurz hier, bis dahin hast du immer noch alleine gelebt.
Jürgen
00:36:41
Da habe ich alleine, war unten hier im... wie heißt das denn?
Hans
00:36:45
Im betreuten Wohnen?
Jürgen
00:36:46
Im betreuten Wohnen.
Hans
00:36:47
Ja. Aha.
Jürgen
00:36:48
Da war ich zu Anfang. Da hat die Frau hat ich bin ja aus Steele... Und dann hat sie gesagt: "Nein, ich kann da nicht mehr mitmachen, aus von mir aus". Sie wohnte ja hier unten noch in Heidhausen Und , ? ähm... Sagt: sie: "Ich schaff das nicht mehr." Sagt sie "Ich kann das nicht, und mach das ...kann das auch nicht." Und dann bin ich hierher gezogen, von mir aus. Hatte eine Eigentumswohnung. Der Sohn hat die verkauft, gemacht, getan und dann ähm... ist sie, sie wohnte ja unten äh... in Steele an der... nicht in Steele, Quatsch, in Fisch... in Fischlaken ja auch nicht.
Hans
00:37:32
Werden?
Jürgen
00:37:33
In Werden ist sie gewesen, ja und zwar unten an der Allee, wie heißt die... wie heißt die Straße, die... die...
Hans
00:37:43
Aber auf jeden Fall hier in der Gegend ein bisschen Ruhr näher , als wir hier
Jürgen
00:37:46
Richtig.
Hans
00:37:46
sind.
Jürgen
00:37:47
Und da hat sie gesagt: "Nein, da musst du jetzt unbedingt da hinziehen und dann bin ich schnell und gut bei dir und hab alles und tue alles." Und das hat sie auch Dann hat sie eingekauft, gemacht,
Hans
00:37:59
Mhm.
Jürgen
00:37:59
getan und dann war ich da unten hier in dem... war ja nur Mittagessen . Und da hat sie dann äh... mich auch betreut, ne?
Hans
00:38:09
Mhm. Ja.
Jürgen
00:38:10
Das war gut. Sehr gut. Ja, und dann bin ich in anschließend
Hans
00:38:16
Mhm.
Jürgen
00:38:17
hab ich sehr bereut dann anschließend, ne!?
Hans
00:38:20
Wie
Jürgen
00:38:20
Und
Hans
00:38:20
meinst du "bereut"? Ähm...
Jürgen
00:38:22
Dass ich hier war. Also ich bin ja vor zwei Monaten jetzt ja hierher und habe mich da nicht mit abgefunden
Hans
00:38:31
Also du hättest es schon gerne so behalten, wie es war?
Jürgen
00:38:34
. Sagen sie nicht, dass ihr, äh,
Hans
00:38:38
Nein, nein. Das ist alles gut Die meisten Leute,
Jürgen
00:38:41
Ich weiß es, ja, aber,
Hans
00:38:42
können sich was besseres vorstellen , als hier zu leben, ne?
Jürgen
00:38:45
ja,
Hans
00:38:45
Das ist klar,
Jürgen
00:38:45
Boah, ähm, ja...
Hans
00:38:47
aber
Jürgen
00:38:47
eingeengt
Hans
00:38:47
es gibt
Jürgen
00:38:48
hier, durch durch, also, da hinten in dem betreuten Wohnen war ich, ist ja nur Mittagessen gewesen.
Hans
00:38:54
Ja, mhm.
Jürgen
00:38:55
War immer gut noch. Und, äh, da habe ich mich eingeengt gefühlt.
Hans
00:38:59
Mhm.
Jürgen
00:39:00
Was ist denn hier los, was läuft denn hier? Oh! Boah
Hans
00:39:04
Dass du dann hierhin musstest, du hattest nochmal wieder verstärkte, gesundheitliche Probleme oder wie kam das?
Jürgen
00:39:09
So ist es.
Hans
00:39:10
Also,
Jürgen
00:39:10
Ich konnte mich, ich konnte selbst ja nicht mehr für mich sorgen.
Hans
00:39:14
Ja.
Jürgen
00:39:15
Absolut nicht. Ich hatte ein halbes Jahr lang, boah, ich war nicht zur Kur, wie heißt das, war zur Reha und bin.. ja... in Dortmund gewesen und bin überall gewesen. Und ich bin durch die Herzoperation eigentlich da hineingerutscht.
Hans
00:39:31
Mhm.
Jürgen
00:39:31
Dass ich nicht mehr selbst denken konnte. Ja, selbst denken ist ja verkehrt, aber.. Ich konnte mich nicht mehr richtig konnte mich nicht selbst ersorgen.
Hans
00:39:42
Ja.
Jürgen
00:39:43
Un dann hat sie gesagt, "Nee, musst da unbedingt oben hin."
Hans
00:39:47
Ich kenne dich ja jetzt nur so bisher nur so vom Vorbeigehen, vom Sehen. Da hat man schon den Eindruck, dass du eigentlich hier ganz gut klarkommst.
Jürgen
00:39:54
Das sagen viele andere auch.
Hans
00:39:58
Ja!?
Jürgen
00:39:59
Aber, nee... Ich kann mich noch nicht abfinden.
Hans
00:40:02
Ja und von der Tendenz denkst du, ich finde mich da noch rein und das wird was. Zumal es ja nicht anders geht.
Jürgen
00:40:09
Ich komme ja nicht mehr raus hier
Hans
00:40:11
Ja.
Jürgen
00:40:13
Ich muss ja bis zum Tod hier bleiben. Ich hab ja jetzt noch meine Freundin. Die mich fast täglich besucht, ne!?
Hans
00:40:20
Ja.
Jürgen
00:40:22
Obwohl sie jetzt auch sagte, "Mensch, hier habe ich jetzt meine fertig gewordenen ne! Fristen. Ja. Weiß ich nicht. Und versuche jetzt auch, Verwandte zu besuchen oder sowas". Da blüht sie natürlich auf. Die wird jetzt 80, ne
Hans
00:40:41
Oh, ja.
Jürgen
00:40:43
That`s Life. Weil sie immer sagte, du musst unbedingt da hingehen.
Hans
00:40:49
Ja.
Jürgen
00:40:51
Noch bereue ich es, muss ich
Hans
00:40:53
Ja.
Jürgen
00:40:53
ganz ehrlich sagen.
Hans
00:40:54
Ja. Ja.
Jürgen
00:40:56
Sich nicht abzufrieden jetzt hier im Wohnraum und hier überall.
Hans
00:41:00
Ja, ja. Gibt es denn irgendwelche Dinge, die du machst, wie du die Zeit verbringst? Also dass du sagst, naja, ich lese gerne, ich...
Jürgen
00:41:11
Nee, kann ich nicht mehr.
Hans
00:41:12
Gar nicht.
Jürgen
00:41:13
Gar nicht mehr. Es gab ja noch ein Ding immer, wo ich mich daran erinnere. Wir hatten ja zur Bundeswehrzeit, hatten wir eine Ausbildung zum Unteroffizier. Eine Stunde, nee, eine halbe Stunde, aus so einem Fenster gucken und an nichts denken. Da habe ich mich jetzt immer daran erinnert
Hans
00:41:42
Ja.
Jürgen
00:41:42
Da habe ich auch immer gedacht, ich gucke so aus`m Fenster.
Hans
00:41:45
Ja, das hört sich so ein bisschen so eine philosophische...
Jürgen
00:41:47
Ja, ja.
Hans
00:41:47
übung.
Jürgen
00:41:48
Kann`ste
Hans
00:41:48
So eine...
Jürgen
00:41:49
ganz
Hans
00:41:49
Wie
Jürgen
00:41:49
ehrlich,
Hans
00:41:49
nennt man es, ja? Meditation.
Jürgen
00:41:50
ist unglaublich. Ist ja schön, ja. Aber wenn es jetzt jeden Tag ist, ne? ist natürlich schwierig.
Hans
00:42:01
Ich glaube, bei so einer Übung gehört dazu, dass man sich auch frei dafür entscheidet, das zu machen. Und wenn man gezwungen ist, fast schon, ist
Jürgen
00:42:08
Mehr
Hans
00:42:08
es was. anderes..
Jürgen
00:42:08
oder weniger gezwungen. Ja.
Hans
00:42:11
Also hilft dir auch nicht weiter, diese Übung. Oder hast du es schon mal versucht?
Jürgen
00:42:15
Ja, ich habe es schon mal versucht. Nee, und es diese Enge hier, diese... Das macht mir zu schaffen, ne? Aber ich weiß nicht, in wie weit es dann irgendwann mal vorbei sein wird, wenn ich gänzlich eingeengt bin, ne?
Hans
00:42:31
Ja.
Jürgen
00:42:32
. Nicht mehr weitergehen kann und so weiter,
Hans
00:42:36
Ich glaube, es würde schon dazu gehören, dass man irgendwelche Dinge findet, die man auch hier machen kann und wie man die Zeit sinnvoll, also für sich selber sinnvoll verbringt, ne?
Jürgen
00:42:45
Aber ich hab kein Interesse mehr.
Hans
00:42:46
Ja.
Jürgen
00:42:46
Ich hab den Wunsch nicht mehr. Das hab ich in den letzten Jahren auch schon nicht mehr gehabt.
Hans
00:42:51
Ja,
Jürgen
00:42:52
Woran hätte ich gerne noch gedacht oder gemacht oder getan, ne? Nix Nix. - Und da, wie mir die, der Sack, Sach sag, doch, noch, einmal, einmal aus dem Fenster gucken und an nichts denken. Bundeswehr Stabsunteroffizier. Der hat danach auch dann. Aus`m Fenster gucken, aber das haben wir dem da nach gesagt, ja, ja, Blödsinn, ja , war ja Blödsinn Aber wir haben, wie ich schon immer sagte, immer noch Verklärung der Vergangenheit Die Verklärung war immer noch da.
Hans
00:43:30
Wenn man sich... solange man sich dessen auch bewusst ist, dass es nicht zu ernst nimmt... .
Jürgen
00:43:34
Ja.
Hans
00:43:35
Ne!? - Manche Leute, die immer mit diesem: "Früher war alles besser"
Jürgen
00:43:37
Ach das ist ja Scheiße! das das
Hans
00:43:38
Ja,
Jürgen
00:43:38
mach ich
Hans
00:43:39
nee.
Jürgen
00:43:39
Nein, nein, das mach ich
Hans
00:43:41
Ja?
Jürgen
00:43:41
Absolut nicht. Nein.
Hans
00:43:42
Ja?
Jürgen
00:43:44
Aber, boah. Da, muss, ich
Hans
00:43:49
Ja?
Jürgen
00:43:49
mich schon... die sagte, die Freundin, sagte, du musst dich eingewöhnen.
Hans
00:43:54
Ja, aber du musst, du musst. Das ist immer...
Jürgen
00:43:56
Das ist eine gefährliche Kiste.
Hans
00:43:57
als einziger Ratgeber
Jürgen
00:43:58
Das
Hans
00:43:58
zu wenig,
Jürgen
00:43:59
ist eine
Hans
00:43:59
ne?
Jürgen
00:43:59
gefährliche Kiste.
Hans
00:44:00
Ja?
Jürgen
00:44:01
Und jetzt bin ich ja auch in den letzten zwei Monaten... bin ich selten raus gewesen, ne?
Hans
00:44:07
Mhm.
Jürgen
00:44:08
Bin mal, äh, in unten hin
Hans
00:44:11
Ja, der Garten ist ja einer der Pluspunkte hier, ne? Würde ich sagen. Man hat seine ruhigen Ecken, man kann sich mit anderen Leuten irgendwo zusammensetzen und quatschen , ne?
Jürgen
00:44:19
Okay, okay, aber ich bin nie mehr... Früher war ich der Typ, äh,
Hans
00:44:23
Ja?
Jürgen
00:44:23
bei jedem Gespräch und ich hab' ich mich eingemischt getan und
Hans
00:44:26
Ja?
Jürgen
00:44:27
bin ich nicht mehr. Bin völlig... illusionslos Ja, jetzt ist es wirklich... ein Unt... ist das...Ich kann mich ja nicht ergötzen an Haartrachten. Das ist 'ne schlimme Zeit
Hans
00:44:38
Ja?
Jürgen
00:44:39
eigentlich.
Hans
00:44:39
Also,wenn ich jetzt fragen würde, hast du irgendeinen Wunsch, den du, der sich erfüllen soll, dann ging das wahrscheinlich in die Richtung, irgendwie raus hier, wieder andere
Jürgen
00:44:48
Würde
Hans
00:44:48
Situation...
Jürgen
00:44:49
ich sagen.
Hans
00:44:49
sagen.
Jürgen
00:44:49
Würde ich
Hans
00:44:49
Ja?
Jürgen
00:44:50
Ja, ja. Würde ich sagen. Obwohl ich selbst weiß, das geht nicht anders.
Hans
00:44:55
Ja. Ja.
Jürgen
00:44:57
Das ist ja das Schlimme, ich selbst weiß es ja nicht. Ich muss ja betreut in dem Sinne ja sein, ne?
Hans
00:45:03
Ja,
Jürgen
00:45:04
Aber das hätte ich da unten auch machen können.
Hans
00:45:06
Ja.
Jürgen
00:45:07
Mir meine ich, jedenfalls, aber da sagte sie immer, nein, um Gottes willen, du musst und tust.
Hans
00:45:13
Ja.
Jürgen
00:45:15
Und dann bin ich kurz entschlossen, bin ich hier gelandet, ne?
Hans
00:45:19
Ja. Ich meine, von der Position, von der Nähe, ist das ja ganz günstig, ne?
Jürgen
00:45:23
Das war ja mehr als günstig, mehr als günstig, ne? Und dann hatte hinterher mein Sohn die Wohnung verkauft und selbst hat er auch geheiratet, letzte Woche hat er
Hans
00:45:34
Oh,
Jürgen
00:45:34
ja noch
Hans
00:45:34
Ah,
Jürgen
00:45:35
Hat
Hans
00:45:35
ja.
Jürgen
00:45:35
er geheiratet, zweite Mal geheiratet und dann alles in Ordnung. Tochter, wie gesagt, vor zwei Jahren, drei Jahren, nee, zwei Jahren gestorben.
Hans
00:45:44
Ja.
Jürgen
00:45:44
Das war nicht. Das... Ja. Das war nicht, nicht schön. In dem Sinne. Ja. So ist das Leben. Oder manchmal.
Hans
00:45:56
Nachdenklicher Schluss ist das, oder Abschluss, aber...ich denke, das kann man auch so stehen lassen, weil es eben so ist, ne?
Jürgen
00:46:03
Es ist einfach
Hans
00:46:04
Das
Jürgen
00:46:04
so,
Hans
00:46:04
gehört
Jürgen
00:46:05
ne? Das Leben gehört
Hans
00:46:07
dazu.
Jürgen
00:46:07
dazu manchmal,
Hans
00:46:07
Ja,
Jürgen
00:46:08
ne? Und die Freundin sagt immer: Mein Gott, du musst das packen. Interessier dich doch mal. Versuch doch mal. Muss ich aber nicht. Verstehe mich da so in der Hinsicht, ne? Obwohl ich manchmal auch unglücklich bin Dass ich hier eingeengt oder dergleichen. Aber du kannst doch auch noch nach Dinges fahren wie heißt es. Ich bin gekloppt. Da oben hochfahren.
Hans
00:46:40
Ja, Velbert, letzend...
Jürgen
00:46:42
Ja, Velbert, ja.
Hans
00:46:42
Die Haltestelle ist vor der Tür, ne?
Jürgen
00:46:44
Ja, ist ja
Hans
00:46:44
Ja.
Jürgen
00:46:44
Klar.
Hans
00:46:45
ja.
Jürgen
00:46:45
Ja. Ist ja klar. Sonst kann ich ja auch nicht mehr vernünftig. Hier im Hause kann ich gehen...
Hans
00:46:51
Ja,
Jürgen
00:46:52
Alleine könnte ich das nicht... wahrscheinlich nicht, Das kann ich nicht mehr. Das ist vorbei, die Sache, ne? Obwohl sie immer sagt: Ja, du kannst ja nicht und musst oder er muss. Da fällst
Hans
00:47:04
Ja,
Jürgen
00:47:04
ja wieder.
Hans
00:47:04
ja, ja. Das ist…
Jürgen
00:47:06
Du musst sehen dass... Und ich denke immer, Goldschmieds Junge, wie heißt das noch? Leck mich am Arsch, ne?
Hans
00:47:17
Ja.
Jürgen
00:47:18
Goldschmieds Junge, so das war...ich weiß ja, wie das ist...Das ist schon schon eine Schwierigkeit, hätte ich nicht gedacht. Obwohl ich ja auch erst umgezogen bin aus Steele, vor einem Jahr umgezogen bin.
Hans
00:47:35
ja. Also ins betreute Wohnen, und das ist
Jürgen
00:47:38
das.
Hans
00:47:38
ja
Jürgen
00:47:38
Das
Hans
00:47:38
eigentlich
Jürgen
00:47:38
Ins betreute Wohnen bin ich, ach.
Hans
00:47:40
Ja, ist ja eigentlich schon ein Schritt, ne. Und dann direkt in
Jürgen
00:47:45
Und
Hans
00:47:46
nach kurzer Zeit.
Jürgen
00:47:46
von da aus ging´s boah, ich selbst konnte sie ja auch nicht Ja. Das muss ich ja anerkennen. Aber was hättest
Hans
00:47:53
Aber das ist ja fast noch schlimmer, wenn man eigentlich sieht, es ist, es geht nicht anders,
Jürgen
00:47:58
Ja,
Hans
00:47:58
aber,
Jürgen
00:47:58
ja.
Hans
00:47:59
ne.
Jürgen
00:47:59
Ich sehe es voll und ganz, es ist mir logisch. Aber abfinden...
Hans
00:48:05
Ja. Ist was anderes.
Jürgen
00:48:07
Ist was anderes.
Hans
00:48:08
Ja.
Jürgen
00:48:09
Obwohl meine Freundin kommt und macht jeden... Die
Hans
00:48:13
Ja.
Jürgen
00:48:13
hat mich ja betreut, auf allen Ebenen. In den letzten sechs Jahren, ne. Das ist ja unglaublich, ne. Durch dick und dann, ja, das das kann man sich gar nicht vorstellen, ne. Und sie hat, immer zu mir gehalten, obwohl ich sie ja nur ganz wenig gekannt habe, ne
Hans
00:48:31
Ja.
Jürgen
00:48:31
Das ist ja das Schöne gewesen, ne. Und dann schimpfe ich sie immer noch aus. So ist das. So, so.Boah. Ich bin verrückt da in der Hinsicht, ne!? Ja. So ist es. Aber, wie gesagt, ich, noch kann ich mich nicht abfinden. Dass ich hier bin.
Hans
00:48:55
Ich hoffe mal, oder ich wünsche dir, dass du irgendwie eine Lösung findest, das du damit in Einklang kommst,
Jürgen
00:49:01
Ja. das.
Hans
00:49:01
ne.
Jürgen
00:49:01
Glaub ich. Ja.
Hans
00:49:03
Ja. Und für mich, ich glaube, ich werde das aus dem Fenster gucken mal ausprobieren, das
Jürgen
00:49:07
ist
Hans
00:49:07
ist
Jürgen
00:49:08
Das ist unwahrscheinlich. Also, da denke ich so...
Hans
00:49:12
Ich mach erst mal 10 Minuten oder 5 Minuten.
Jürgen
00:49:14
Das war, Stabsunteroffizier.
Hans
00:49:17
Ja.
Jürgen
00:49:18
Und da haben wir immer zu gesagt, ja, aber, aus, aus, aus... aus, aus...
Hans
00:49:22
Aus, Witz, ne.
Jürgen
00:49:23
Aus Witz raus. Er hat ja nur gesagt, der guckt ja nur aus`m.
Hans
00:49:26
Ja.
Jürgen
00:49:26
Fenster raus oder je nach dem es, ne!?
Hans
00:49:28
Ja.
Jürgen
00:49:28
Und dann sagst er, mein Gott. Du musst aus dem Fenster gucken und an nichts denken.
Hans
00:49:33
Ja.
Jürgen
00:49:34
Das war der entscheidende Satz.
Hans
00:49:37
Ja.
Jürgen
00:49:38
Ehrlich, ehrlich. Da denke ich immer, mein Leben lang habe ich darüber
Hans
00:49:41
Ja.
Jürgen
00:49:42
nachgedacht, ne. Damals war ja jung, war ja 20 Jahre alt,
Hans
00:49:45
Ja.
Jürgen
00:49:46
Als ich zur Bundeswehr eingezogen wurde. War noch niemals, ha, äh, meine Eltern mussten noch mitbestimmen, so ungefähr, dass ich da, äh, nach
Hans
00:49:57
Ja.
Jürgen
00:49:58
mit 21 Jahren durfte ich ja noch gar nicht,
Hans
00:49:59
Ja.
Jürgen
00:49:59
ach.
Hans
00:50:00
Genau, ja. Ja, ja.
Jürgen
00:50:03
Aber die Vergangenheit.
Hans
00:50:05
Aber es war schön, mal eben zu hören, wie das so gelaufen ist.
Jürgen
00:50:07
Das ist richtig.
Hans
00:50:08
Das du mir da ein bisschen was erzählt
Jürgen
00:50:10
Ich
Hans
00:50:10
hast.
Jürgen
00:50:10
habe es dir sehr, aber ich konnte manches ja nicht,
Hans
00:50:14
ach,
Jürgen
00:50:14
weil ich ja, ich hab's eben mal äh, erlitten, ne!?
Hans
00:50:21
Ja.
Jürgen
00:50:22
Muss irgendwas verkehrt gelaufen sein bei meiner Herzoperation, ne.
Hans
00:50:26
Ja.
Jürgen
00:50:27
Die ist zwar, äh, am offenen Herzen ist das ja nicht operiert worden. Das ist ja hauptsächlich...
Hans
00:50:34
So minimalinvasiv,
Jürgen
00:50:35
Ja. Mi
Hans
00:50:36
ja. Ja.
Jürgen
00:50:38
Minimalinvasiv gelaufen und dann, äh, haben wir irgendwas verkehrt. Ich weiß es nicht...
Hans
00:50:42
Ja.
Jürgen
00:50:42
Ja. Ich meine, vorher konnte ich ja noch einigermaßen vernünftig denken.
Hans
00:50:47
Ja. Ja, ich glaube, die Narkose ist manchmal das,
Jürgen
00:50:50
Das
Hans
00:50:50
äh,
Jürgen
00:50:50
ist...
Hans
00:50:50
gemeine.
Jürgen
00:50:51
Ja. Das ist
Hans
00:50:52
Ja.
Jürgen
00:50:52
mitunter das Entscheidende, ne.
Hans
00:50:53
Ja.
Jürgen
00:50:54
Ich meine, ich kann mich jetzt noch artikulieren und weiß noch und dergleichen, ja. Aber manchmal, manchmal sagst du so, weißt du, ne, ich weiß ich nicht mehr. Das ist das Entscheidende, ne.
Hans
00:51:07
Aber hier, konntest du auf jeden Fall, schön erzählen,
Jürgen
00:51:09
Ja, hier konnte, ich nur erzählen, dass...
Hans
00:51:10
Jawoll.
Jürgen
00:51:10
Das ist Keine, keine Frage.
Hans
00:51:11
Ja, ich danke
Jürgen
00:51:12
Dann,
Hans
00:51:12
dir.
Jürgen
00:51:12
danke ich dir. Sehr.
Hans
00:51:14
In, dem Sinne. Jo.
Jürgen
00:51:15
Sehr, sehr schön. Okay.
hans
00:51:19
Ja, ich hoffe es hat euch Spaß gemacht. Feedback wäre in jedem Fall möglich auf ruhrtal.letscast.fm alles klein geschrieben. Und es würde mich natürlich freuen, wenn ihr mal wieder reinhört. Bis dann.