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#77 - 175 Mark

03.04.2026 50 min

Zusammenfassung & Show Notes

Die Gästin dieser Folge erzählt von ihrer Kindheit in Salzbergen, von Bombenangriffen im Krieg, einem Schutzraum, dem Postkeller, in dem sie sich befand als dieser von einer Bombe getroffen wurde. Sie berichtet über die Schule in der Zeit; davon wie sie beruflich auf dem Land ausgenutzt wurde – die Hochzeit mit einem Maurermeister aus der Nachbarschaft befreit sie. Er baut in Essen Werden ihr gemeinsames Haus und von da ab, kann ihr niemand mehr was sagen. Sie spricht von den zwei Kindern, ihrer späteren Tätigkeit als Schwesternhelferin, den Urlauben, in Bayern etwa, das Skifahren ist sie mit 40 angefangen, aber auch sonst sind sie rumgekommen. Angeregt durch das Interesse des Mannes, äußert sie sich zum Bauen früher und heute. Sie berichtet von den vielen Geschwistern, ihren und denen des Mannes, man hat viel miteinander unternommen. Eine Etappenfahrt mit dem Fahrrad rund um Deutschland findet Erwähnung. Mittlerweile, die Erzählende wird bald 92, lebt kaum noch jemand aus diesem großen Kreis. Der Umzug ins Heim und die Probleme, die sie damit hat, werden thematisiert.


Geburtsort, Salzbergen
 
Das Ölwerk, wo der Vater gearbeitet hat, die älteste – heute - noch produzierende Spezialraffinerie der Welt
 
Durchschnittsgehälter für Frauen sind erst seit 1950 erfasst, etwa hier:
 
Schwesternhelferin: Hörte sich für mich nach einer veralteten Bezeichnung an; Kurse zur Qualifikation Schwesternhelferin/ Pflegediensthelfer gibt es aber bis heute, und sie werden als Sprungbrett in die Berufswelt von Pflege und Medizin gepriesen. Bei einer Kursdauer von 2 Monaten in Vollzeit könnte man aber auch vermuten, dass hier günstige Arbeitskräfte schnellstmöglich auf eine optimale Ausbeutung vorbereitet werden sollen.
 
Breitenberg in Pfronten:
 
Eine Schwester hat hier gewohnt:
 
 
Rückmeldungen sind möglich unter:
 

Transkript

Stephanie
00:00:10
Ruhrtal. Biografische Geschichten aus dem Pflegeheim Hallo und herzlich willkommen zum Podcast Ruhrtal. Hier könnt ihr Bewohnern und Bewohnerinnen von Pflegeheimen zuhören, die aus ihrem Leben erzählen. Neue Folgen gibt es jeweils am 1. Freitag des Monats.
hans
00:00:36
Hallo auch von mir. Mein Name ist Hans und ich bin Altenpfleger. Die heutige Gästin wird im Juni 92. Sie berichtet von dem befreienden Effekt, den ihre Hochzeit und der Umzug nach Essen Werden für sie hatte. Der erst kürzlich erfolgte Umzug ins Heim hingegen erfüllt sie noch mit großer Traurigkeit.
Hans
00:00:58
Guten Morgen Frau Lammers.
Frau Lammers
00:00:59
Guten Morgen.
Hans
00:01:00
Wie sind Sie denn heute so in den Tag gekommen?
Frau Lammers
00:01:03
Ich war früh wach um 5 und konnte nicht wieder einschlafen, und bin dann um kurz nach 7 aufgestanden, hab mich gewaschen und fertig gemacht und bin dann zum Frühstück gegangen. Es gab Frühstück wie immer Und es hat auch gut geschmeckt
Hans
00:01:21
Darf ich fragen, wenn Sie so zwei Stunden im Bett wach liegen, gehen Ihnen dann Gedanken durch den Kopf? Was bestimmtes oder machen Sie den Fernseher an oder?
Frau Lammers
00:01:31
Nee, Fernseher mache ich nicht an. Und mir ging durch den Kopf so, was heute so passiert.
Hans
00:01:40
Ja
Frau Lammers
00:01:41
Ich.
Hans
00:01:43
Also Sie stimmen sich quasi gedanklich auf den bevorstehenden
Frau Lammers
00:01:46
Ja.
Hans
00:01:46
Tag ein.
Frau Lammers
00:01:47
Ja.
Hans
00:01:47
Und wenn Sie jetzt... wenn es jetzt die Tablette gäbe, die dazu führt, dass Sie einfach noch bis 7 Uhr durchschlafen, würden Sie dann sagen, die nehme ich oder sagen Sie, nee, das ist immer so gewesen. Ich komme da gut mit klar.
Frau Lammers
00:02:01
Ich... das würde ich nicht... das würd ich nicht nehmen. Nicht, weil ich, dann bleibe ich halt wach im Bett liegen und Fernsehen mache ich auch nicht an. Das ist... das ist nicht gut dass man schon mit Fernsehen im Bett anfängt.
Hans
00:02:19
Ja. Ja. Ich meine, es gibt ja Leute, die haben das gern so nebenbei laufen, damit sie
Frau Lammers
00:02:24
Ja,
Hans
00:02:24
irgendeine Stimme hören
Frau Lammers
00:02:24
ja. Ja. Vielleicht aber... nee, so ein Typ bin ich nicht
Hans
00:02:31
Sie wurden am wenn ich es richtig gelesen hab, am 29. 6. 1934 geboren.
Frau Lammers
00:02:37
Ja.
Hans
00:02:38
Und wo?
Frau Lammers
00:02:39
In Salzbergen.
Hans
00:02:41
Salzbergen.
Frau Lammers
00:02:42
Ja.
Hans
00:02:42
Da kann ich jetzt so nichts mit anfangen.Können Sie das ein bisschen beschreiben, wo das ist?
Frau Lammers
00:02:47
Das ist, das liegt zwischen Schüttdorf und Bentheim und Rheine.
Hans
00:02:53
Also Norddeutschland.
Frau Lammers
00:02:55
Grenze Norddeutschland, Niedersachsen.
Hans
00:03:00
Und Bentdorf ist so ...
Frau Lammers
00:03:02
Bentheim.
Hans
00:03:03
Bentheim. Bad Bentheim, glaube ich, kenne
Frau Lammers
00:03:05
Bad
Hans
00:03:05
ich.
Frau Lammers
00:03:05
Bentheim
Hans
00:03:05
Das
Frau Lammers
00:03:05
ja.
Hans
00:03:05
Ja.
Frau Lammers
00:03:06
Ja.
Hans
00:03:06
Das ist ist doch eigentlich eine landschaftlich sehr, sehr schöne ...
Frau Lammers
00:03:09
Das ist, das ist überhaupt eine schöne Gegend.
Hans
00:03:11
Gegend, ja.
Frau Lammers
00:03:12
Nicht.
Hans
00:03:14
Bad Bentheim kannte ich nur, deswegen bin ich da drauf angesprungen.
Frau Lammers
00:03:17
Ja, ja.
Hans
00:03:18
Ja?
Frau Lammers
00:03:19
Nicht? Das ist ja auch bekannt durch, äh, durchs Bad. Und da war ja auch früher eine Burg.
Hans
00:03:25
Und sie haben ihre Kindheit auch dort verbracht?
Frau Lammers
00:03:28
In Salzbergen, ja. Da hab ich die Kindheit, äh ... verbracht.
Hans
00:03:33
Und was haben ihre Eltern gemacht?
Frau Lammers
00:03:34
Mein Vater, der war am Ölwerk. Da war ein Ölwerk, ein großes,äh ... ist noch ... und meine Mutter musste zuhause alles erledigen. Wir waren zu sechs Geschwister. Nicht? Und ... äh ... dadurch war ja ... genug zu tun. ...
Hans
00:03:57
Ja. Das da ist ein Job schwer zu
Frau Lammers
00:04:00
Ja.
Hans
00:04:01
oder
Frau Lammers
00:04:01
und
Hans
00:04:01
gar nicht zu machen.
Frau Lammers
00:04:02
Ja. Und dann gab es ja auch noch ... äh ... Viecher, die versorgt werden mussten. Wir hatten eine Kuh, wir hatten eine Ziege, wir hatten Schweine.
Hans
00:04:10
Ja?
Frau Lammers
00:04:11
Nicht? Und das musste ja auch alles ... mit versorgt werden.
Hans
00:04:16
Mhm. Ja. Als Kind ... war das mehr Arbeit oder war das auch eine Möglichkeit zu spielen, mit irgendwelchen ... welchen Tieren?
Frau Lammers
00:04:23
Nee, mit den Tieren durften wir nicht spielen. Und, äh, das war, die waren da zum Schlachten.
Hans
00:04:31
Ja.
Frau Lammers
00:04:32
Wurden die großgezogen.
Hans
00:04:34
Aber, das lief so nebenher, beziehungsweise Ihre Mutter musste das noch so mitmachen.
Frau Lammers
00:04:39
Ja, sicher.
Hans
00:04:40
Ja. Aha. Bei den sechs Geschwistern wo waren Sie da so? Die erste, die jüngste, die älteste?
Frau Lammers
00:04:46
Die vierte.
Hans
00:04:47
Die vierte, aha. Und, ähm, hatten Sie mehr Schwestern, Brüder?
Frau Lammers
00:04:51
Ich hatte mehr Schwestern, einen Bruder.
Hans
00:04:53
Einen Bruder und fünf, vier Schwestern. Also,
Frau Lammers
00:04:55
ja
Hans
00:04:56
Aha. und, ähm, der Bruder hatte es so dann ganz gut mit seinen Schwestern. Oder ist er immer gepiesackt worden?
Frau Lammers
00:05:03
Ja, das, das war der, äh, der Chef hätte ich bald gesagt. Das war der König.
Hans
00:05:09
Aha.
Frau Lammers
00:05:09
Aha.
Hans
00:05:10
Aha.
Frau Lammers
00:05:12
Wie das früher war.
Hans
00:05:13
Ja.
Frau Lammers
00:05:14
Nicht? Früher brauchten die auch alle, einen Sohn
Hans
00:05:18
Ja, das
Frau Lammers
00:05:19
Die
Hans
00:05:19
stimmt.
Frau Lammers
00:05:19
Väter.
Hans
00:05:21
Da ging es immer um irgendwie Erbe und was weiß ich
Frau Lammers
00:05:22
Ja, wenn's...
Hans
00:05:23
Reine Vorstellungen.
Frau Lammers
00:05:24
Ja, ja.
Hans
00:05:25
Ja. Der Name muss fortgetragen werden.
Frau Lammers
00:05:27
Ja.
Hans
00:05:29
Ja.
Frau Lammers
00:05:29
Ich
Hans
00:05:33
Ölwerk. Das hatten Sie erwähnt. Ihr Vater hat da gearbeitet.
Frau Lammers
00:05:37
Ja.
Hans
00:05:37
Ist das jetzt Öl, also Raff.... Raffinerieöl? Also
Frau Lammers
00:05:40
Ja. Raffinerie.
Hans
00:05:41
Ja.
Frau Lammers
00:05:41
Raffinerie.
Hans
00:05:41
Ja. Und nicht so irgendwie Rapsöl oder was zum Kochen?
Frau Lammers
00:05:44
Nee, nee. Nein, nein, äh, das ist für, na
Hans
00:05:51
So für Autos und, und
Frau Lammers
00:05:52
Das war eine Raffinerie
Hans
00:05:53
Ja. Ja. das macht einen Eindruck, Job, dass der... also heute würde man sagen, wahrscheinlich ganz gut bezahlt.
Frau Lammers
00:06:01
Ja.
Hans
00:06:01
Ja.
Frau Lammers
00:06:02
Ich weiß nicht, was
Hans
00:06:04
Ja.
Frau Lammers
00:06:04
Was heute bezahlt wird.
Hans
00:06:06
Ja, ich wollte jetzt drauf
Frau Lammers
00:06:08
Ja,
Hans
00:06:08
hinaus.
Frau Lammers
00:06:08
ja.
Hans
00:06:08
Früher, wie das früher war. Hat er da gut verdient?
Frau Lammers
00:06:10
Ne, nicht, nicht extra
Hans
00:06:14
Ne.
Frau Lammers
00:06:14
gut Nee. Die mussten schon sehen, dass sie, dass sie mit ihrem Geld auskamen
Hans
00:06:23
Wie war das denn so mit den Möglichkeiten, dann zu spielen? Geschwister waren ja da zum spielen.
Frau Lammers
00:06:26
Ja. Und, äh, auch mit den Nachbarkindern.
Hans
00:06:29
Aha.
Frau Lammers
00:06:30
Da gab's ja auch noch wenig Autos. Da konnten wir noch auf der Straße. Konnten wir noch auf der Straße spielen.
Hans
00:06:35
Aha.
Frau Lammers
00:06:36
Nicht. Und, äh, zum, äh... Zur Fabrik, die meisten fuhren mit dem Fahrrad.
Hans
00:06:43
Das ist ja auch Flachland, also...
Frau Lammers
00:06:44
Ja, Ja.
Hans
00:06:45
Da geht das ja Auch. damals Ohne E-Bike.
Frau Lammers
00:06:47
Doch.
Hans
00:06:48
Ja.
Frau Lammers
00:06:48
E-Bike. War doch nicht dran zu denken.
Hans
00:06:50
. Nein. Nein. Nein, natürlich nicht. Aha, ähm, erinnern Sie sich an irgendwelche Spiele, die Sie gespielt haben?
Frau Lammers
00:06:58
Ach, alles... alles mögliche. Völkerball und... Handball, also. Alles was so... Damals zu der Zeit möglich war.
Hans
00:07:11
Also, Sie hatten schon eine, so eine sportliche, Ader. Oder
Frau Lammers
00:07:15
Ja.
Hans
00:07:16
Sportliches Talent?
Frau Lammers
00:07:17
Ja, ja.
Hans
00:07:17
Ja,
Frau Lammers
00:07:19
Meistens so, äh, Völkerball oder... Oder wie hieß das andere noch?
Hans
00:07:25
Hm, man... Man... Man hört oft, so... Spiele mit Murmeln, so Knickern und, ähm...
Frau Lammers
00:07:30
Ja, das haben wir weniger gemacht. Ja, das haben wir weniger gemacht.
Hans
00:07:33
Ja?
Frau Lammers
00:07:34
Ja? nicht!?
Hans
00:07:36
Seilspringen? findet noch oft Erwähnung?
Frau Lammers
00:07:37
Ja. Ja, ja. Seilspringen und dann hatten wir Schaukeln. Es wurde geschaukelt und, äh
Hans
00:07:46
Ja.
Frau Lammers
00:07:47
Und lange durften wir auch nicht spielen. Mit 14 kam ich ja auch schon aus der Schule. Und da hatten wir den Krieg hinter uns? Ich
Hans
00:07:56
Darf ich noch kurz fragen vom Krieg? Haben
Frau Lammers
00:07:58
Ja.
Hans
00:07:58
Haben Sie da viel mitbekommen, auf dem Land da?
Frau Lammers
00:07:59
Ja? Wir haben viele schwere Angriffe gehabt.
Hans
00:08:03
Ja?
Frau Lammers
00:08:03
Bei uns im... im Ort. Und der Ort war nicht viel übergeblieben
Hans
00:08:07
Das war, weil da eben Industrie war, die... man angreifen konnte?
Frau Lammers
00:08:10
Ja. Da war Industrie... Und, äh... äh... der Kreis von, äh... nach Bentheim runter. Nicht. Und das wurde immer bombardiert. Und man sah dann die Flugzeuge da oben... herfliegen. Nicht!?
Hans
00:08:31
Und, ähm... wie waren so die... gab`s `nen Bunker dann? oder?
Frau Lammers
00:08:33
Es gab 'nen Keller. In der Post. Und, äh, beim letzten Angriff... da waren wir im Postkeller... wie... der ein, äh... eine Bombe abgekriegt hat. Nicht? Da mussten wir... Sehen, dass wir auch unsere Oma mit rauskriegten und um die Post, da war 'ne große Mauer. Mussten wir gucken, dass wir da drüber herkamen. Nicht? Und dann haben Verwandte, die haben einen Teil von unserer Familie abgeholt. Die, die da, die hatten einen Bauernhof und, äh, die das da übernommen haben. Nicht!?
Hans
00:09:11
Ja, da ist gut, wenn es solche, so Familie eben gibt und dass man irgendwo, naja, aufgefangen, aber das
Frau Lammers
00:09:17
Ja.
Hans
00:09:17
es irgendwie,
Frau Lammers
00:09:18
Ja, ja, da kam unsere Oma aus dem Haus Nicht
Hans
00:09:22
Ja, manchmal wundere ich mich so, wenn ich höre, dass es auf, ähm, auch hier in der Region, dass es da
Frau Lammers
00:09:30
da
Hans
00:09:30
doch eben auch, ähm, Bombenabwürfe und, Zerstörung gab im Krieg, ne?
Frau Lammers
00:09:34
Ja.
Hans
00:09:35
Man denkt immer am Land, naja, mein Gott.
Frau Lammers
00:09:37
Ja, ja, nee, im Land haben sie auch was abgekriegt.
Hans
00:09:40
Ja. Als Kind können Sie sich noch an Ängste erinnern, die Sie dann hatten oder war das so, man hat ja in der Familie gemacht, was zu tun war?
Frau Lammers
00:09:49
Mm mm.
Hans
00:09:49
Und?
Frau Lammers
00:09:50
Ne, wenn wir dann, äh, in, nachts raus mussten, dann haben wir oft unter Hecke gelegen, oder an der Hecke, bis die Flieger weg waren. Da hat man doch so allerhand mitgekriegt Nicht. und wo ich mich dran erinnere, dass wir früher, wenn wir Schule hatten, so stehen mussten.
Hans
00:10:12
Ja.
Frau Lammers
00:10:14
Die Fahnen hoch.
Hans
00:10:15
Stimmt, Sie haben ja die, die Grundschule zumindest, oder ein Großteil der Schule noch in der Zeit erlebt, ja.
Frau Lammers
00:10:21
ja, ja, hab ich noch ganz erlebt.
Hans
00:10:25
Die, die Schule war voll darauf eingeschworen, also die Kinder sollten mitmachen
Frau Lammers
00:10:29
Ja.
Hans
00:10:29
und Ja.
Frau Lammers
00:10:31
Mussten sie ja.
Hans
00:10:31
Ja. Ja, ja.
Frau Lammers
00:10:33
Das, da blieb einem ja nichts anders über. Und dann haben wir eine Zeit lang gar keine Schule gehabt, weil die Schule kaputt war. Bis nach dem Krieg eine Baracke aufgebaut wurde. Nicht!?
Hans
00:10:45
Und waren das dann die gleichen Lehrer, die dann einen unterrichtet haben? oder waren das dann andere Leute?
Frau Lammers
00:10:52
Da kamen dann neue Lehrer und ... Die haben uns dann unterrichtet
Hans
00:10:59
Ja, ich erinnere mich an eine Bewohnerin, mit der ich mal gesprochen habe, die auch Schulzeit erlebt hat.
Frau Lammers
00:11:04
Hhm hm
Hans
00:11:05
In der Zeit. Und die hat im Alter, wenn sie nicht schlafen konnte, also nicht einschlafen, die hatte mit dem Einschlafen Probleme, dann kamen ja noch so... wie nennt man das so, Parolen in den Kopf. Der Führer befiehlt ein Kind. irgend sowas...
Frau Lammers
00:11:21
Ja, ja.
Hans
00:11:22
Also die hat sie dann aufgesagt, so Sprüche so Sprüche, oder Sachen, die man damals gelernt hatte.
Frau Lammers
00:11:27
Ja.
Hans
00:11:28
Lieder, die man damals gesungen hatte.
Frau Lammers
00:11:30
Die kenne ich auch alle.
Hans
00:11:31
Ja.
Frau Lammers
00:11:32
Ja,
Hans
00:11:34
das ist es. So Lieder, die man in der Zeit singt und lernt, oder auch Gedichte, die behält man.
Frau Lammers
00:11:39
Ja
Hans
00:11:40
Also von daher haben die Nazis das schon recht clever gemacht, dass sie die Kinder so früh eingeschlossen haben.
Frau Lammers
00:11:47
Ja. Die Mädchen kamen zum BDM Nicht Und die Jungens, das weiß ich gar nicht.
Hans
00:11:54
Ja, da
Frau Lammers
00:11:55
Da
Hans
00:11:55
war es wahrscheinlich so.
Frau Lammers
00:11:56
Da war mein Bruder auch noch zu jung.
Hans
00:11:58
Ja, ja. Aber wahrscheinlich ging es bei den Jungen, die nicht mehr ganz so jung waren, darum die schon auf das Soldatentum vorzubereiten.
Frau Lammers
00:12:05
Mein Mann, der sollte schon mit 17 weg. Und da hat der Schwiegervater, hat die weggebracht auf einen Bauernhof irgendwo weit weg. Und dann, wie er dann Nachricht gekriegt hat, wo die Jungens blieben, da hat er gesagt, die habe ich losgeschickt. Und dann mussten die im Heu oder im Stroh über Tag.
Hans
00:12:32
Ja. Dann haben Sie... Dank solcher Maßnahmen haben Sie jetzt keine Toten zu beklagen gehabt in der näheren Verwandtschaft oder
Frau Lammers
00:12:42
Nein.
Hans
00:12:43
sind auch Leute gefallen oder umgekommen?
Frau Lammers
00:12:44
Bei uns nicht, aber da ist eine Familie gewesen, die ist die Mutter mit sechs Kindern. Und der Schwiegervater ist auch noch unterm... im Keller ge... Äh...
Hans
00:12:59
Verschüttet gewesen.
Frau Lammers
00:13:00
Verschüttet gewesen. Dass sie den rausgeholt haben. Da haben sie eine ganze Straße bombardiert.
Hans
00:13:10
Ja So. Schule. Da würde ich noch gerne wissen, trotz der Umstände, waren Sie eine gute Schülerin? Und sind Sie gerne... zur Schule gegangen? Oder musste man da irgendwie durch und...
Frau Lammers
00:13:23
Ich bin ganz gerne zur Schule gegangen, aber, äh... Nö, was lernte man denn auf dem Land? Was durfte man dann. Nicht?
Hans
00:13:33
Ja. Also es ging letztendlich darum, dass man möglichst schnell ans Arbeiten kommt und...
Frau Lammers
00:13:36
Ja. Und dann bin ich nach der, äh... Schule im Haushalt gewesen. Zehn Jahre. Bis ich geheiratet habe.
Hans
00:13:46
Ja, also das war jetzt aber nach dem Krieg schon dann,
Frau Lammers
00:13:48
Das war nach dem Krieg,
Hans
00:13:49
ja.
Frau Lammers
00:13:49
Ja, ja. Die letzten Jahre habe ich ja auch noch Schule gehabt.
Hans
00:13:53
Ja.
Frau Lammers
00:13:54
45 und bis 47. Aber da fehlte fast ein Jahr zwischen Nicht!? Ich sag, anstatt acht Jahre haben wir dann nur sieben gehabt
Hans
00:14:05
hat man da, ja, die Zeit war wahrscheinlich zu schwer. Also ich würde mir vorstellen, als. Kind bin ich nicht gerne zur Schule gegangen. Und ein Jahr frei hätte ich gesagt, ja super, ein?! Jahr weniger
Frau Lammers
00:14:14
Das gab's da noch nicht.
Hans
00:14:16
Nein.
Frau Lammers
00:14:17
Das gab's da noch nicht. Da musste man, äh, noch arbeiten.
Hans
00:14:22
Ja.
Frau Lammers
00:14:22
Oder
Hans
00:14:22
Eben.
Frau Lammers
00:14:22
schon arbeiten.
Hans
00:14:23
Ja. da wäre man wahrscheinlich dann lieber zur Schule gegangen.
Frau Lammers
00:14:26
Ja.
Hans
00:14:27
Ja.
Frau Lammers
00:14:28
Das war ja auch eine ganz andere Zeit
Hans
00:14:31
Sie hatten schon mal angedeutet dass Sie sehr, sehr viel und auch sehr jung arbeiten mussten. Ja. Also einmal im Haushalt. Das war wahrscheinlich woanders oder bei Ihnen im Haushalt.
Frau Lammers
00:14:40
Nee, das war. Woanders. Woanders und bei uns im Haushalt. Beides.
Hans
00:14:43
Also, genau. Zwei Jobs.
Frau Lammers
00:14:46
Ja.
Hans
00:14:48
Diesen Job woanders im Haushalt, das war halt so, Frauen, junge Frauen auf dem Land haben das so gemacht als Lehre quasi. Oder?
Frau Lammers
00:14:56
Ja, als Lehre und die hatten, das war ein Geschäftshaushalt. Und da musste man auch zwischendurch mal mit im Laden verkaufen. Die hatten ein Elektrogeschäft. Und wie das so war. Die hatten fünf Kinder, die man großziehen musste.
Hans
00:15:17
Ja. Ein bisschen verkaufen, ein bisschen Kinder großziehen.
Frau Lammers
00:15:19
Ja, ja. Und Haushalt machen, Garten machen. Alles was so anfiel.
Hans
00:15:30
Ich frage mich manchmal, wenn ich sowas höre, heute würden ja die jungen Leute sagen, bei dir piept's wohl, ne?
Frau Lammers
00:15:36
Ja, ja.
Hans
00:15:37
Mach deinen Kram alleine und die Sachen hinschmeißen. Die meisten, oder wahrscheinlich alle. Und auch zu Recht. Aber ich frage mich, waren die Leute damals anders gestrickt? Waren die Zeiten ganz anders?
Frau Lammers
00:15:48
Die Zeiten waren anders. Die Zeiten waren ganz anders.
Hans
00:15:51
Ja. Ja, wenn, wenn alle das machen, dann sagt man selber nicht, fährt man keinen anderen Kurs, ne? hatten Sie denn manchmal so eine Idee ich würde aber gern dies und das machen? Oder haben Sie einfach gesagt, das ist so und das mache ich jetzt?
Frau Lammers
00:16:09
Nee. Ich hätte gern was anderes gemacht. Aber...
Hans
00:16:13
Ja? Ja? Was wäre denn so eine Idee gewesen, wenn Sie jetzt die freie Wahl gehabt hätten?
Frau Lammers
00:16:19
Dann wäre ich glaube ich Krankenschwester geworden.
Hans
00:16:21
Aha.
Frau Lammers
00:16:23
Das
Hans
00:16:23
Das war glaube ich damals noch sehr stark an Kirche, an Ehelosigkeit gebunden,
Frau Lammers
00:16:29
Ja. Ja. Aber dass jemand was gelernt hat und es war auch ganz schlecht, dann eine Stelle zu kriegen. Überhaupt. nicht, ob das Verkäuferin war oder was es war. Nicht? da irgendwo eine Leerstelle zu kriegen, war ganz, ganz schwer.
Hans
00:16:48
Ja. Und ich kann mir auch vorstellen, auf dem Land gerade da gibt es ja auch nicht viel, Das hätte dann noch geheißen, man muss nach... in die nächstgrößere Stadt fahren, wenn man überhaupt was lernen will und diese Fahrt immer hinkriegen.
Frau Lammers
00:17:02
dann hätte man mit dem Zug fahren müssen, mit dem Zug nach Rheine fahren müssen, dann kriegteste was, ja, als Verkäuferin, oder sonst was
Hans
00:17:12
War das mal so im Gespräch oder in der Überlegung oder hat man da von vornherein gar nicht dran gedacht, nur geträumt?
Frau Lammers
00:17:18
Da hat man gar nicht dran
Hans
00:17:19
Ja.
Frau Lammers
00:17:19
gedacht.
Hans
00:17:20
Ja.
Frau Lammers
00:17:21
Ich. Erst musste gesehen werden, dass, dass im Haushalt alles zurecht kam
Hans
00:17:30
Und besonders gut bezahlt, war die Tätigkeit wahrscheinlich auch nicht. Oder hat man da ganz ordentlich, ehe gar nicht, ne, also, was heißt gar nicht, aber
Frau Lammers
00:17:40
Eeh, was ich am meisten verdient habe, das war 175 D-Mark.
Hans
00:17:48
Aber im Monat, ja.
Frau Lammers
00:17:50
Im Monat.
Hans
00:17:51
175 D-Mark. Ja. Hhmhm. Ja.
Frau Lammers
00:17:54
Nicht!? Das war nicht
Hans
00:17:55
Ja.
Frau Lammers
00:17:55
viel.
Hans
00:17:56
Nee. Nee.
Frau Lammers
00:17:57
Das war nicht viel
Hans
00:17:58
Nein. Ja. Also, im Grunde wurde man ausgebeutet, ausgenutzt.
Frau Lammers
00:18:02
Ja. Im Grunde genommen schon, wenn man es heute so vergleicht ...
Hans
00:18:07
Und am Ende hatte man wahrscheinlich noch nicht mal ne richtige Ausbildung. Man konnte noch nicht mal sagen, ich bin Verkäuferin. Oder haben sie wenigstens Papier bekommen mit Stempel drauf.
Frau Lammers
00:18:15
Das haben sie wohl gekriegt. Aber das durfte ich ja nicht, durfte ich ja nicht machen
Hans
00:18:26
Und das haben Sie gerade schon gesagt, haben Sie zehn Jahre gemacht.
Frau Lammers
00:18:28
Ja
Hans
00:18:31
In dieser Zeit gab es da auch zwischendurch mal so Momente, wo man mal ein bisschen Zeit für sich hatte, ma mit Freundinnen ins Kino gehen oder was auch immer man hätte machen können?
Frau Lammers
00:18:39
Das war ganz, ganz selten. Ganz selten. Dass man ins Kino ging oder sonst irgendwas. Es gab zwar ein Kino nicht, aber
Hans
00:18:49
Hatten Sie denn da irgendwelche... also Freizeit irgendwann mal frei und auch die Zeit mal zum Beispiel zu lesen oder was auch immer?
Frau Lammers
00:18:59
Lesen haben wir im Bett gemacht und mit Taschenlampe
Hans
00:19:03
Ja.
Frau Lammers
00:19:03
Weil...
Hans
00:19:04
Und Sie haben, gerne,
Frau Lammers
00:19:06
Ich hab gern gelesen
Hans
00:19:08
Fallen Ihnen noch irgendwelche Bücher, irgendwelche Autoren ein? was Ihnen besonders gefallen hat?
Frau Lammers
00:19:12
Nee.
Hans
00:19:14
Nee. Aber so kreuz und quer alles, was Sie...
Frau Lammers
00:19:17
Ja. Kreuz und quer
Hans
00:19:18
so in die Finger kriegen konnten.
Frau Lammers
00:19:20
Was ich auch heute noch mache.
Hans
00:19:21
Ja. Aha. Zehn Jahre, haben Sie gesagt, haben Sie das mit sich machen lassen müssen?
Frau Lammers
00:19:29
Ja. Und nachdem ich geheiratet hatte, ging es mir besser.
Hans
00:19:34
Ja. Aha. Darf ich fragen, wie Sie Ihren Mann kennengelernt haben? Wohnte der auch da in der Nähe?
Frau Lammers
00:19:41
Der wohnte auch im gleichen Ort.
Hans
00:19:44
Hhm hm.
Frau Lammers
00:19:44
Aber der war schon in Essen. Am Arbeiten. Der war Maurer. Und Maurermeister. Und hatte von, äh, eine Stelle bei einem Unternehmen, was auch aus, äh, Borken kam. Nicht? Dadurch war er hier in Essen. Und dann haben wir erst hier gebaut. Und, äh, danach, wir hatten erst kirchlich, äh, erst standesamtlich geheiratet. Von wegen Geld zu kriegen und
Hans
00:20:17
Mhm.
Frau Lammers
00:20:17
dergleichen. Wie das zu der Zeit so war. Wie es Haus fertig war, haben wir kirchlich geheiratet, da sind wir zusammengezogen. Nicht so wie heute.
Hans
00:20:27
Ja.
Frau Lammers
00:20:27
Ja.
Hans
00:20:30
Sie meinten schon, da ging's Ihnen besser. Also,
Frau Lammers
00:20:34
Da war keiner mehr, der mir was sagen konnte. Ja.
Hans
00:20:36
Ja. Also, der Mann war auch der Richtige?!
Frau Lammers
00:20:39
Ja
Hans
00:20:42
So ein bisschen hänge ich noch dem nach, auch wenn man in der Nähe beieinander wohnt, muss man ja doch irgendwie aufeinander aufmerksam werden. Also, er hat irgendwann mal Sie angesprochen, hat mal
Frau Lammers
00:20:53
Ja, wir haben...
Hans
00:20:53
Kontakte geknüpft, oder wie ist das so gelaufen? Konnte man sich vielleicht auch
Frau Lammers
00:20:57
doch
Hans
00:20:58
gar nicht so erinnern.
Frau Lammers
00:20:59
Nee, wollte ich gerade sagen. Das weiß ich gar nicht. Der war ja schon in Essen. Wir haben uns eigentlich, äh, da wenig gesehen. Nicht nur .
Hans
00:21:07
Aber er kam zu Besuch bei den Eltern, bei seinen Eltern.
Frau Lammers
00:21:09
Er kam, äh, am Wochenende. Samstag, sie mussten ja bis Mittag noch arbeiten. Und dann kam er mit dem Zug und musste den Sonntagsabend schon wieder zurück Nicht!? da haben wir nicht viel voneinander gehabt.
Hans
00:21:22
Nee, das war die Zeit, die Sie am Anfang hatten. dann ging es wahrscheinlich doch ziemlich dass sie gesagt haben, komm, komm wir heiraten, oder dass Sie beide gesagt haben, wir heiraten.
Frau Lammers
00:21:31
Nee, wir mussten erst... mein Mann wollte erst, äh, ein Grundstück haben und wollte erst bauen Nicht. Und das hat er auch gemacht. Er hat das selbst gebaut . Weil er ja auch aus dem Fach kam. Oder hat sich... Arbeiter oder Geschwister und so weiter von zu Hause mitgebracht.
Hans
00:21:50
Mhm.
Frau Lammers
00:21:50
Denn hatte er so einen netten Chef, der ihm seinen VW-Bus gegeben hat,
Hans
00:21:55
Mhm.
Frau Lammers
00:21:55
wo er denn die Leute mit fahren konnte.
Hans
00:21:59
Wo hat er da gebaut, hier in Essen? In welchem Stadtteil?
Frau Lammers
00:22:01
In Werden.
Hans
00:22:02
In Werden, ah?
Frau Lammers
00:22:03
Mhm.
Hans
00:22:04
Ja.
Frau Lammers
00:22:05
In Werden, oben im Towersgarten
Hans
00:22:09
Towersgarten. Habe ich noch nie gehört, die Straße. Das ist...
Frau Lammers
00:22:12
Nein. Haben Sie Pastorsacker denn schon mal gehört?
Hans
00:22:15
Ja. Ja hab ich.
Frau Lammers
00:22:15
Pastorsacker. Das liegt am Pastorsacker.
Hans
00:22:18
Ah ja, aha. Oh, das ist ja ne ganz tolle Gegend mit, wenn man Glück hat, Blick auf die Ruhr und alles.
Frau Lammers
00:22:24
Ja, nee, auf die Ruhr können wir nicht gucken. Ja, aber Villa Hügel können wir gucken.
Hans
00:22:32
Ja, cool. Also Herr Krupp als Nachbar.
Frau Lammers
00:22:33
Ja.
Hans
00:22:33
Ja. Ja,
Frau Lammers
00:22:33
Ja
Hans
00:22:34
Hhm, gut. Also, das ist natürlich ein Vorteil, den man gerade in den Zeiten, wo vieles zerstört war, aber auch im Aufbau begriffen war, wenn ihr Mann eben vom Fach war
Frau Lammers
00:22:47
Ja
Hans
00:22:47
und...
Frau Lammers
00:22:47
ja.
Hans
00:22:48
bauen konnte,
Frau Lammers
00:22:49
Hhm hm
Hans
00:22:49
ja. Sie sind jetzt hier in Essen.
Frau Lammers
00:22:53
Ja
Hans
00:22:53
Und, dann hat's wahrscheinlich nicht so lange gedauert, bis das erste Kind... kam oder wie war das?
Frau Lammers
00:22:59
Nee, das hat ein gutes Jahr gedauert
Hans
00:23:02
Hab ich richtig gesehen in den Akten steht zwei Kinder haben Sie. Einen Sohn, eine Tochter,
Frau Lammers
00:23:06
Ja. Ja
Hans
00:23:07
In welchem Jahr sind wir jetzt ungefähr so Anfang 60er oder wo sind wir?
Frau Lammers
00:23:13
In 60er.
Hans
00:23:14
In 60ern, ja.
Frau Lammers
00:23:15
Ja, der Sohn ist 60 geboren. Und die Tochter ist 62 geboren.
Hans
00:23:20
Ja, das heißt, die sind jetzt auch schon wieder in meinem Alter. Ich bin von 64. Also, ähm, in meinem Alter ungefähr. Das heißt
Frau Lammers
00:23:27
Ja.
Hans
00:23:28
Hm, auch schon gesetzt.
Frau Lammers
00:23:31
Ich werde 92.
Hans
00:23:33
Nochmal zurück zu der Zeit, wo die Kinder geboren sind. Sie, Sie haben jetzt, sind keiner Tätigkeit mehr nachgegangen. Sie haben die Kinder großgezogen.
Frau Lammers
00:23:40
Ja, ja.
Hans
00:23:41
Also Sie waren Hausfrau?
Frau Lammers
00:23:42
ja
Hans
00:23:42
Ja. Ihr Mann wahrscheinlich ganz gut im Geschäft?
Frau Lammers
00:23:44
Ja. Doch. Kann man nicht
Hans
00:23:47
War
Frau Lammers
00:23:47
sagen.
Hans
00:23:47
ja eine Zeit eigentlich für solche Berufe,
Frau Lammers
00:23:50
Ja, und hinterher ist er mit 40, ist er zur RWE gekommen. Und ist da geblieben bis zur Rente.
Hans
00:23:58
Dann noch eine sichere Stellung mit Rente, mit allem drum
Frau Lammers
00:24:01
Ja.
Hans
00:24:01
und dran, also.
Frau Lammers
00:24:03
Und, mit 50 bin ich angefangen zu arbeiten. Und da war hier im Werden lief ein Kursus, als Schwesternhelferin. da bin ich, äh, da hab ich mitgemacht, und hab danach noch zehn Jahre als, äh Krankenschwester gearbeitet.
Hans
00:24:25
Ja.
Frau Lammers
00:24:26
Aber dann, äh, die Leute, zu Hause besucht
Hans
00:24:29
Also jetzt nicht in Werden im Krankenhaus, zum Beispiel
Frau Lammers
00:24:32
Nein.
Hans
00:24:32
Sondern... Mobiler Dienst, nennt man es, glaube ich heute, also
Frau Lammers
00:24:34
Ja, ja, ja, ja, ja, ja.
Hans
00:24:36
Hhm hm. Gut. Das heißt, Sie sind auch mit dem Auto gefahren, oder war das in Werden so, dass man ...
Frau Lammers
00:24:40
Nee, nee, da bin ich mit dem Auto
Hans
00:24:42
Mit
Frau Lammers
00:24:42
gefahren
Hans
00:24:42
dem Auto herumgefahren. Ja. Das find ich ist immer `ne Ich... kann's nicht, weil ich keinen Führerschein hab', aber 'ne Sache, wo ich so beruflich immer fand... Wenn ich da mal ein Praktikum machen konnte ... Man kann so schöne Einblicke in fremde Wohnungen, fremde Wohnumfelde gewinnen, ne!? ... Die man sonst niemals bekommen würde.
Frau Lammers
00:25:00
Ja. Oder, Sie kamen in Wohnungen rein, wo sie Lieber gar nicht rein gegangen wären.
Hans
00:25:05
Ja, das gibt's auch. Aber dann auch wieder so Leute... Ich weiß nicht, ob das damals auch schon so war, wo man dann direkt mit Frühstück noch bewirtet wird und was
Frau Lammers
00:25:15
Nee,
Hans
00:25:16
weiß ich
Frau Lammers
00:25:16
da hatten wir ja gar keine Zeit für. Und
Hans
00:25:18
Ja,
Frau Lammers
00:25:19
da hatten wir gar keine Zeit für. Und das wollte man auch nicht.
Hans
00:25:23
Einmal würde ich aber gerne noch zurückkommen zu der Zeit wo die Kinder werden groß. Das hat alles so problemlos geklappt. Die sind alle durch die Schule durchgekommen.
Frau Lammers
00:25:31
Doch, doch, die sind alle gut durch die Schule
Hans
00:25:33
Gut durch die Schule
Frau Lammers
00:25:34
gekommen
Hans
00:25:34
gekommen,
Frau Lammers
00:25:34
Und haben beide studiert. Und die Tochter ist an der Stadt. Im Sozialamt. Und der Sohn, der arbeitet in Wiesbaden bei einer Firma, die mit Hubschraubern kranke Leutchen nach Hause bringt. Und da muss er dafür sorgen, dass es klappt.
Hans
00:25:58
Also so Koordinator oder als Kranken, als Pfleger quasi?
Frau Lammers
00:26:02
Nee, nicht.
Hans
00:26:03
Er ist Koordinator von dem Flug und
Frau Lammers
00:26:05
Ja. Ja, ja
Hans
00:26:07
Auch eine spannende Sache. Habe ich noch nie gehört, dass jemand in dem Bereich arbeitet,
Frau Lammers
00:26:12
Ja, da gibt es eine Firma, die Ärzte haben und Krankenschwestern und da muss er das organisieren und dass alles klappt
Hans
00:26:24
naja, das sind ja dann auch spezielle Erkrankungen, die die, Leute haben, wo man darauf reagieren muss, dass man dies und das an Bord hat und, Aber nochmal so zu der Zeit, wie Sie die Kinder großgezogen haben. Irgendwann kam doch sicher auch die Möglichkeit, dass man zum Beispiel in Urlaub gefahren ist.
Frau Lammers
00:26:41
Das haben wir auch gemacht. Da sind wir erst nach Bayern gefahren.
Hans
00:26:46
War das jetzt in Bayern mehr Wandern, Bergsteigen?
Frau Lammers
00:26:50
Ja.
Hans
00:26:50
Landschaft oder Skifahren?
Frau Lammers
00:26:52
Nee, Skifahren haben wir, sind wir mit, bin ich mit 40 angefangen. Ja, Skifahren mit 40, mein Mann war schon 50. es hat auch viel Spaß gemacht
Hans
00:27:04
Aber ist auch, also finde ich, mutig, wenn man, normalerweise hört man immer so Skifahrer, die sagen, man muss klein anfangen, dann hat man da keine Angst vor, dann macht das Spaß. Ich könnte mir nie vorstellen. ich hab das nie gemacht und, dass ich mich auf Bretter stelle und dann, hm, Bei dem Gedanken, deswegen finde ich sehr mutig, ja, ja.
Frau Lammers
00:27:22
Möchte ich heute noch drauf, wenn das nicht so gefährlich wäre.
Hans
00:27:27
Ja.
Frau Lammers
00:27:28
Nee
Hans
00:27:29
Gucken Sie auch gerne, wenn es im Fernsehen läuft, so Skifahren oder ist das was ganz anderes?
Frau Lammers
00:27:33
Nee, da gucke ich auch mal ganz gerne. Und dann so bestimmte, bestimmte Touren. Ich hab ich auch mal gern gemacht.
Hans
00:27:43
Ja. Also, Sie haben sowohl Langlauf als auch Abfahrt,
Frau Lammers
00:27:46
Nee, Langlauf nicht.
Hans
00:27:49
also Abfahrt. War das damals schon so, heute ist ja, hört man ich hab keine Erfahrung, dass man zum Beispiel am Lift dann lange warten muss und ja dass man
Frau Lammers
00:27:59
Ja,
Hans
00:27:59
wieder hochkommt.
Frau Lammers
00:27:59
das ist, das fing damals auch schon an, aber nicht so. Nicht so schlimm.
Hans
00:28:05
Das zweite, was ich mit Skifahren verbinde als absoluter Laie, ist Jagertee trinken und feiern hinterher und.
Frau Lammers
00:28:14
Das haben wir nie gemacht
Hans
00:28:16
Es ging nur um das Sportliche und um die
Frau Lammers
00:28:17
Ja, ja.
Hans
00:28:17
Natur,
Frau Lammers
00:28:18
Das haben wir nie gemacht
Hans
00:28:20
Und das Wandern war jetzt auch so mit Hochgebirgswandern, so sportlicher Anspruch,
Frau Lammers
00:28:24
Joah. Ja. Breitenberg hoch. In Pfronten, Alles, alles zu Fuß. Nicht in Lift, konnten wir uns nicht erlauben. Nicht, was man nicht... Da hatte man ein Limit, was man pro Tag verbrauchen durfte und dann hatte sich das. Nicht
Hans
00:28:41
Ja. Aber, wenn ich Sie anschaue beim Erzählen, war es trotzdem eine schöne Sache, eine gelungene Sache.
Frau Lammers
00:28:48
Ja
Hans
00:28:49
Sie sagten gerade, Sie haben angefangen in, Bayern. Waren Sie auch noch woanders oder?
Frau Lammers
00:28:54
Doch. Wir waren, wo waren wir überall? Teneriffa die letzten Jahre. In Amerika. waren wir, in Dubai waren wir. Mein Mann, der wollte gern mal die hohen Bauten sehen. Ja, ich, alles, was mit Bauen zu tun hat, das hat ihn interessiert. Türkei sind wir gewesen und da sind wir doch als die Kinder größer waren.
Hans
00:29:24
ganz gut rumgekommen.
Frau Lammers
00:29:25
Ja
Hans
00:29:26
Ihr Mann. Ihren Mann hat alles interessiert mit Bauen. Mussten Sie sich dann auch Kirchen, alte Gebäude angucken? Mit ihm oder vielleicht sogar mit seiner Führung, oder?
Frau Lammers
00:29:35
Ne, ohne seine Führung
Hans
00:29:38
Ja, ja.
Frau Lammers
00:29:39
Ja, ja, das haben wir, hab ich mit angeguckt. Das habe ich mit angeguckt.
Hans
00:29:44
Ja, ist ja auch manchmal so alte Bauten beeindruckend, wenn man in so alte Kirchen reinkommt und
Frau Lammers
00:29:50
Ja,
Hans
00:29:50
sowas. Diese riesengroßen Gebäude.
Frau Lammers
00:29:52
Ja.
Hans
00:29:53
Und wenn man sich dann vorstellt, die Leute haben oft in kleinen Wohnungen gewohnt, ne, so Hucke, und dann kommen die in die Kirche, und............. da ist dann Da muss man ja fast anfangen, an den lieben Gott zu glauben, ne, wenn man auf einmal da so ein Gebäude reinkommt.
Frau Lammers
00:30:06
Und wenn man überlegt, was sie in früheren Jahren, wie die schon gebaut haben. Können die heute auch gar nicht mehr . Können die heute auch gar nicht mehr
Hans
00:30:19
Und man sieht, da drüben steht gerade das Kamillushaus, ein Gebäude, was da schon ewig steht,
Frau Lammers
00:30:25
Ja,
Hans
00:30:25
ne? Und
Frau Lammers
00:30:26
ja, ja.
Hans
00:30:26
wenn man sieht, hier wird ein neues Wohnhaus, heute bauen die ja überall so Klötze hin.
Frau Lammers
00:30:30
Heute bauen die,
Hans
00:30:31
Zwei Jahre später fangen die schon an zu rosten und zusammen zu fallen.
Frau Lammers
00:30:33
Heute fangen die an Schuhkartons zu bauen.
Hans
00:30:35
Ja, genau,ne?
Frau Lammers
00:30:37
Ja.
Hans
00:30:37
Wo man denkt, wer möchte denn da leben und trotzdem werden die voll, die Häuser,
Frau Lammers
00:30:40
Ja, sicher,
Hans
00:30:44
Jetzt reißen sie da gerade wieder so ein schönes, altes, kleines Häuschen ab. Hier gegenüber war ja auch eins, so ein kleines Häuschen
Frau Lammers
00:30:51
Ja,
Hans
00:30:51
irgendwie,
Frau Lammers
00:30:51
an der Zwo 24
Hans
00:30:53
genau.
Frau Lammers
00:30:53
sind ja auch zwei, die sie abreißen
Hans
00:30:57
Und da kommen dann auch wieder, man weiß genau, da kommen wieder
Frau Lammers
00:31:00
da kommen so hohe... Schuhkartons hin. .
Hans
00:31:03
Na wir werden den Lauf der Zeit nicht aufhalten, aber
Frau Lammers
00:31:06
Nein, ist schade drum. Schade drum, dass die alten Sachen alle wegkommen.
Hans
00:31:10
Ja. Und da verliert Landschaft schon viel so an... von Charakter, ne
Frau Lammers
00:31:14
Ja, ja. Ja.
Hans
00:31:17
Ich meine, auf der anderen Seite verstehe ich auch manchmal, diese Häuschen sind schon sehr klein, ne? Und
Frau Lammers
00:31:22
Ich
Hans
00:31:22
da will heute niemand mehr drin wohnen, ne? Aber im Schuhkarton dann doch. Gut Irgendwelche die Ihnen noch einfallen, die Sie so betrieben haben? Vielleicht auch mit Ihrem Mann zusammen? Ja, also verreisen war so das, was
Frau Lammers
00:31:43
Ja,
Hans
00:31:43
Sie
Frau Lammers
00:31:43
oder Fahrradfahren. Wir haben mal eine Tour gemacht, ganz um Deutschland.
Hans
00:31:47
Ah,
Frau Lammers
00:31:47
Aber in in mehreren Etappen. Sind in Flensburg angefangen. Und dann über Hamburg und ... Über den Bodensee durch die Schweiz, durch Frankreich und an der, so richtig so ...
Hans
00:32:03
Das war aber noch zu Zeiten ohne E-Bike, sondern ...
Frau Lammers
00:32:05
Ja, sicher ohne E-Bike. Die erste Tour haben wir gemacht, mit einem Dreigang. Und hinterher hatten wir dann schon sechs Gang. aber E-Bike gab es doch noch gar nicht.
Hans
00:32:17
Nein, nein, nein. also auch eine sportliche Herausforderung.
Frau Lammers
00:32:20
Ja. Ja, und sind viel spazieren gegangen
Hans
00:32:23
Ich muss nochmal auf die Etappen zurückkommen,interessiert mich. Ja. Das heißt, sie sind ... Im ersten Sommer sind sie von Flensburg nach Hamburg gefahren.
Frau Lammers
00:32:31
Ja. Ja.
Hans
00:32:32
Und dann im nächsten ... ging
Frau Lammers
00:32:33
Von Hamburg
Hans
00:32:34
es wieder weiter
Frau Lammers
00:32:35
wieder weiter.
Hans
00:32:35
Nächste Tour, hm?
Frau Lammers
00:32:36
Die Weser entlang
Hans
00:32:38
Spannend. Und das waren dann auch immer so die gleichen Leute, oder waren das unterschiedliche, oder haben Sie
Frau Lammers
00:32:42
Nee,
Hans
00:32:42
die alleine zusammen gemacht?
Frau Lammers
00:32:44
Nein, mit unserem Schwager zusammen.
Hans
00:32:46
Ah, ja.
Frau Lammers
00:32:46
Mal haben wir auch noch Schwager, einen anderen Schwager und Schwägerin mit gehabt. Mein Mann, die waren zu zehn Geschwistern. Und meistens haben wir's ... Ja, der eine Bruder von meinem Mann, der ist immer mitgefahren
Hans
00:33:02
Und dann... einer hat das Ganze dann geplant?
Frau Lammers
00:33:03
Ja, die haben dann geplant und haben sich Karten fertig gemacht. Nicht, da gab's ja noch nicht die Fahrradkarten, die es heute gibt. Da haben die haben die sich eine große Karte genommen und dann haben die da den Weg gesucht und haben sich selbst eine Karte gemacht.
Hans
00:33:24
Das Zweite, was mir gerade, oder eine andere Sache, die mir gerade eingefallen ist, zehn Geschwister bei ihrem Mann, sechs oder fünf Geschwister bei Ihnen?
Frau Lammers
00:33:32
Nee sechs ja.
Hans
00:33:33
Also mit, mit,
Frau Lammers
00:33:33
Ja,ja. Ohne
Hans
00:33:34
ohne, ohne Sie.
Frau Lammers
00:33:34
Ja,ja, ja, ja.
Hans
00:33:35
Ich überlege jetzt gerade, das ist ja wahrscheinlich, wenn die familiären Beziehungen ganz stimmig sind ist das ja so bei Geburtstagsfeiern, Weihnachtsfesten, ist das ja ein kleiner Volksauflauf.
Frau Lammers
00:33:45
Ja.
Hans
00:33:46
Das war doch sicher viel Arbeit für den der es organisieren musste, aber auch schön.
Frau Lammers
00:33:50
Ja. denn Silvester, wenn gefeiert wurde, wurde ein ganzer Eimer Bowle gemacht.
Hans
00:33:56
Ja,
Frau Lammers
00:33:57
Ja, es gab auch schöne Zeiten.
Hans
00:34:02
Nun haben Sie ja mit 92 ein gewisses Alter erreicht, das heißt viele dieser Verwandten sind wahrscheinlich mittlerweile verstorben?
Frau Lammers
00:34:10
Ja. Sind, die Jüngste sind 80, die noch leben. Und die Älteste, ja, ich habe noch eine Ältere, ne. Moment, ich bin die Älteste dann. Ja. Ich habe noch eine Schwester, die noch lebt. Die ein bisschen jünger ist
Hans
00:34:30
Und die Kontakte bestehen auch noch, oder ist das...
Frau Lammers
00:34:32
Ja, ja.
Hans
00:34:33
Ja, ne, ja.
Frau Lammers
00:34:34
Die Kontakte bestehen noch. Nur nicht mehr so eng, weil es alles zu weit ist, man sieht sich zu wenig
Hans
00:34:42
Das heißt, Sie sind die Einzige, die nach Essen gekommen ist, also von Ihrer Familie.
Frau Lammers
00:34:47
Ja. Die eine Schwester von mir hat in Wegberg gewohnt. Die leben alle nicht mehr. Joah.
Hans
00:34:56
Ja, und Sie haben dann aber die ganze Zeit in Werden, in dem Haus, was Ihr Mann seinerzeit gebaut hat, gelebt, ne? Ihr Mann ist wahrscheinlich dann irgendwann verstorben, oder wie?
Frau Lammers
00:35:08
Vor sechs Jahren.
Hans
00:35:12
Sie haben aber erst noch alleine in dem Haus weiter gewohnt?
Frau Lammers
00:35:15
Ja, mit meiner Tochter
Hans
00:35:16
Eh'.
Frau Lammers
00:35:16
Die Tochter wohnte oben, hatte oben die Wohnung im Haus.
Hans
00:35:19
Ja. so, das ist nicht ganz so einsam und, und, und, ähm, dann wäre es wahrscheinlich auch nicht schön gewesen, Ja, schön ist es sowieso nicht, wenn der Mann, wenn man so lange zusammen ist und dann
Frau Lammers
00:35:30
Ja. Aber... was will man machen?! Kann man sowieso nicht ändern. Was will man machen? Kann man sowieso nichts ändern. Ich, man muss es sowieso nehmen, wie's kommt.
Hans
00:35:42
Ja. Also Ihre Tochter hat dann wahrscheinlich auch so ein bisschen
Frau Lammers
00:35:48
geholfen, dass sie das...
Hans
00:35:51
hinkriegen konnten, dass es irgendwie weitergehen konnte, ne?
Frau Lammers
00:35:54
Ja.
Hans
00:35:56
Wie kam es dann dazu, dass Sie sagten, ich glaub Anfang des Jahres, dieses Jahres war
Frau Lammers
00:36:00
Ja.
Hans
00:36:00
es erst, dass Sie gesagt haben: Ich zieh dann doch ins Altenheim.
Frau Lammers
00:36:06
Das hat man mir mehr oder weniger aufgezwungen. Was auch wohl richtig war.
Hans
00:36:14
Also
Frau Lammers
00:36:14
Wie die gesagt haben, muss ich doch ziemlich ausgeflippt sein. Das weiß ich aber nicht.
Hans
00:36:21
Sie hatten schon irgendwie so eine gesundheitliche Krise, so.
Frau Lammers
00:36:23
Ja,
Hans
00:36:24
Ja?
Frau Lammers
00:36:24
das... Die letzten Jahre, die letzten zwei Jahre waren nicht mehr so schön. Da bin ich erst noch mal vier Wochen im Krankenhaus gewesen, hab einen Herzschrittmacher gekriegt. Und Lungenentzündung gehabt und was, nicht alles. Und dann bin ich wieder zu Hause gewesen. Und ab da weiß ich nicht. Mein Sohn hat mir gesagt, du hast nicht mehr gegessen. Das weiß ich aber nicht. Kann ich nicht sagen.
Hans
00:37:01
Ja.
Frau Lammers
00:37:02
Und da sie mich nicht allein im Haus lassen wollten,
Hans
00:37:08
Also aus... Aus Sorge letztendlich.
Frau Lammers
00:37:11
Ja.
Hans
00:37:12
Dass Sie sich selbst vernachlässigen und... So als wenn sie die Situation schon angenommen hätten und hier
Frau Lammers
00:37:24
Joah.
Hans
00:37:24
irgendwie sich zurechtfinden.
Frau Lammers
00:37:25
Ja.
Hans
00:37:25
Ne!? Das ist aber mehr so ihre pragmatische... Das Pragmatische in ihnen.
Frau Lammers
00:37:30
Ja.
Hans
00:37:30
Dass sie einfach sehen, so ist es jetzt und
Frau Lammers
00:37:33
Und kann man ja sowieso nichts ändern.
Hans
00:37:37
Gibt es denn auch Dinge, die es hier gibt, wo Sie sagen würden, ah, das ist schon ein bisschen besser als zu Hause?
Frau Lammers
00:37:45
Nee.
Hans
00:37:45
Oder gibt es nur... Ist es nur doof?
Frau Lammers
00:37:48
Ach, so doof
Hans
00:37:49
Ja.
Frau Lammers
00:37:49
ist es doch auch wieder
Hans
00:37:50
Ja,
Frau Lammers
00:37:50
nicht.
Hans
00:37:50
ja, aber
Frau Lammers
00:37:52
Ja, ja, aber
Hans
00:37:53
Es gibt keine Vorteile, wenn Sie.... wo Sie sagen würden, na ja, von... Mir würden jetzt einfallen, zum Beispiel die Gymnastikangebote, die Bewegung, die sozialen Angebote. Hat man zu Hause ja nicht.
Frau Lammers
00:38:02
Nein.
Hans
00:38:03
Und hier gibt es was.
Frau Lammers
00:38:03
Aber ich bin ja immer, äh, bis dato immer noch zum Sport gegangen.
Hans
00:38:09
Ja, aha.
Frau Lammers
00:38:10
Und Yoga gemacht
Hans
00:38:11
Oh.
Frau Lammers
00:38:11
und
Hans
00:38:12
Ja.
Frau Lammers
00:38:13
habe ich noch bis zum Schluss gemacht. Wo
Hans
00:38:16
Das
Frau Lammers
00:38:16
ich...
Hans
00:38:16
spricht eigentlich... auch oft sind ja so, man wird ein bisschen wackelig, man stürzt mal, und das ist dann der Grund, dass man ins Heim
Frau Lammers
00:38:23
Ja.
Hans
00:38:23
kommt, aber das kann ja dann nicht der Fall
Frau Lammers
00:38:25
Nee.
Hans
00:38:25
sein.
Frau Lammers
00:38:26
Gestürzt bin ich, bin ich wohl mal aus dem Bett. Und habe mir dabei auch hier unten den Arm aufgeschlagen. Aber ich weiß nur, dass ich aus dem Bett gekrochen bin und da irgendwas draufgelegt habe und hab weitergeschlafen. Mehr weiß ich nicht
Hans
00:38:46
dem Bett, dass ist ja eine Sache, da
Frau Lammers
00:38:47
da
Hans
00:38:47
hat man irgendwie einen blöden Traum gehabt und ist aus`m Bett gefallen, ne!?
Frau Lammers
00:38:49
Ja. Und damit fing das ganze Gelämmer an.
Hans
00:38:55
Also, ich hänge dem noch ein bisschen nach. Sie meinten gerade, ihr Sohn hätte gesagt, Sie wären ausgeflippt und Sie machen so einen ruhigen, ausgeglichenen Eindruck auf mich, dass ich mir
Frau Lammers
00:39:05
Ja.
Hans
00:39:05
jetzt... versuche vorzustellen, wie Sie ausflippen also
Frau Lammers
00:39:09
Der hat davon gesprochen, dass ich nicht gegessen hätte, dass Frühstück im Kühlschrank gehabt hätte und keinen Kaffee getrunken hätte, gar nichts. Und das weiß ich aber nicht
Hans
00:39:23
Naja, aber man kann ja drauf oder vertrauen, dass der Sohn einem keinen Unsinn erzählt, dass es irgendwie schon so ist Ne, aber, ach.
Frau Lammers
00:39:33
Ich muss unsere Tochter nochmal fragen Was die dazu sagt,
Hans
00:39:37
Ja.
Frau Lammers
00:39:37
wie das gewesen ist
Hans
00:39:41
Aber nach so einer langen Zeit, das ist, ähm, naja, normalerweise ist es ja früher, dass die Leute ins Heim kommen und mit. Dann war es ja... 92 waren sie letztendlich, pder?
Frau Lammers
00:39:51
Ja, früher, ich werd jetzt 92.
Hans
00:39:54
Ja. Also über 90,
Frau Lammers
00:39:56
Mhm
Hans
00:39:58
Einen alten Baum verpflanzt man nicht, sagt man immer. Aber,
Frau Lammers
00:40:02
Was wollen Sie machen!?
Hans
00:40:04
bei Menschen passiert's doch immer wieder, ne?
Frau Lammers
00:40:05
Ja.
Hans
00:40:05
Ja.
Frau Lammers
00:40:07
Was wollen Sie machen? Wird doch heute, äh, werden doch viele alt, älter als
Hans
00:40:13
Ja.
Frau Lammers
00:40:13
früher. Und das kommt auch mit den ganzen Medikamenten. Nicht?
Hans
00:40:16
Ja, ich denke ja manchmal, aus Beobachtung, das... führt dazu, dass die Leute früher oder weniger gut versterben. Und früher oder früher versterben, die Medikamente sind gar nicht so gut und hilfreich dabei, aber irgendwie,
Frau Lammers
00:40:31
Na! ich glaub's doch...
Hans
00:40:33
Ja.
Frau Lammers
00:40:33
Dass die ein bisschen hilfreich dabei sind
Hans
00:40:36
Haben Sie denn irgendwelche guten Erfahrungen mit Medikamenten, die Sie... Ja, mit Herzerkrankungen, da helfen Medikamente oftmals, ne?
Frau Lammers
00:40:43
Ja. Nicht, und, äh, dies Herzklopfen, was ich hatte, so stark ist das nicht mehr. Nicht, das ist doch schon ein bisschen ruhiger geworden.
Hans
00:40:53
Ja.
Frau Lammers
00:40:54
Nicht ganz, ist es noch nicht weg, das merke ich mitunter. So etappenweise.
Hans
00:40:59
Ja, da muss ich meine Vermutung von gerade auch ein bisschen zurücknehmen, weil die Erfahrung habe ich auch gemacht,
Frau Lammers
00:41:04
Ja, ja.
Hans
00:41:06
Gibt's also doch. Wenn Sie hier so, jetzt am Tag die Zeit irgendwie, ich will nicht sagen, totschlagen müssen, also...
Frau Lammers
00:41:14
Ja, ja.
Hans
00:41:15
Was machen Sie dann?
Frau Lammers
00:41:16
Lesen.
Hans
00:41:17
Lesen
Frau Lammers
00:41:18
Lesen, solange es geht oder ich sitz im Sessel und mach die Augen zu
Hans
00:41:23
Gibt's da auch Gedanken, denen Sie so nachhängen, was Sie überlegen, ähm, auch früher der Urlaub da oder
Frau Lammers
00:41:29
Nee.
Hans
00:41:30
diese Erinnerungen? Nein.
Frau Lammers
00:41:32
Weniger. Weniger.
Hans
00:41:33
Ja, und, ähm, Sie haben schon gesagt, die Angebote, die Sie interessieren, sind Gymnastik und
Frau Lammers
00:41:38
Ja.
Hans
00:41:39
alles mit Bewegung.
Frau Lammers
00:41:40
Ja, ja.
Hans
00:41:41
Dann haben wir ja hier beim Haus einen ganz schönen Garten.
Frau Lammers
00:41:45
Ja.
Hans
00:41:46
Also, wenn es jetzt wieder ein bisschen schöner wird...
Frau Lammers
00:41:49
Ja, sicher.
Hans
00:41:50
kann man da auch die Möglichkeiten ein bisschen nutzen, ne?
Frau Lammers
00:41:52
Ja.
Hans
00:41:53
Ist das auch was für Sie? Frische Luft, Sonne?
Frau Lammers
00:41:55
Doch.
Hans
00:41:56
Ja. Hm?
Frau Lammers
00:41:57
Frische Luft spazieren gehen. Ich muss es zwar noch machen mit dem Rollator, aber... Das ist ja auch nicht das Schlimmste.
Hans
00:42:05
Nee, das nicht, nein. Aber,wenn man Yoga kann oder Yoga gemacht hat bis vor kurzem, dann...
Frau Lammers
00:42:11
Ja,
Hans
00:42:11
Braucht man
Frau Lammers
00:42:11
aber...
Hans
00:42:11
glaube ich doch ein bisschen freiere Bewegung.
Frau Lammers
00:42:13
Ja, aber ich merke ja doch, dass ich, äh, noch ein bisschen wackelig auf dem Beinen
Hans
00:42:18
Ja
Frau Lammers
00:42:18
bin.
Hans
00:42:18
ja, ja, ja.
Frau Lammers
00:42:18
Nicht!?
Hans
00:42:19
Und
Frau Lammers
00:42:19
Das muss
Hans
00:42:20
Sturz?
Frau Lammers
00:42:20
erst noch, muss erst noch besser werden.
Hans
00:42:21
Ja.
Frau Lammers
00:42:22
Ehe ich ohne Rollator
Hans
00:42:24
Ja.
Frau Lammers
00:42:24
nach draußen gehen kann. Aber ich kann schon wieder hier über den Flur ohne Rollator.
Hans
00:42:28
Ja
Frau Lammers
00:42:31
Frau
Hans
00:42:32
Lammers, wenn Sie sich jetzt irgendwas wünschen könnten... wünschen... könnten
Frau Lammers
00:42:35
Ja.
Hans
00:42:36
Würde Ihnen da was einfallen?
Frau Lammers
00:42:38
Ja. Dass ich nach Hause möchte.
Hans
00:42:40
Ja.
Frau Lammers
00:42:41
Nach Hause möchte im Garten.
Hans
00:42:43
Ah, ja. Also im Garten arbeiten und was machen oder im Garten einfach sitzen und...
Frau Lammers
00:42:48
Nee, auch ruhig arbeiten.
Hans
00:42:50
Ja.
Frau Lammers
00:42:51
Das
Hans
00:42:51
Aha.
Frau Lammers
00:42:51
habe ich immer gern gemacht
Hans
00:42:53
Das sind natürlich alles Dinge, die es hier
Frau Lammers
00:42:55
Die
Hans
00:42:55
gar nicht gibt.
Frau Lammers
00:42:56
man vergessen kann
Hans
00:42:58
Ja. Es ist auch keine Perspektive. Manchmal sind ja Leute so in Übergangszeit hier und man hofft, die kriegen wieder die Kurve, sag ich mal.
Frau Lammers
00:43:07
Ja, ja
Hans
00:43:09
Aber das ist nicht so geplant
Frau Lammers
00:43:09
geplant,
Hans
00:43:09
sondern Sie sind schon für immer hier jetzt. Oder? gibt`s noch Ideen?
Frau Lammers
00:43:14
Ich weiß es nicht. Solange die Kinder arbeiten...
Hans
00:43:18
Ja.
Frau Lammers
00:43:18
ist es schlecht. Nicht!? Die möchten nicht, dass Mutter allein zu Hause ist. Und wenn dann was passiert, hab sie gesagt.
Hans
00:43:29
Ja, das ist... aber so die, die Vorstellung, wenn ich mir vorstelle,man hat immer so ein bisschen, wenn man zur Arbeit geht, immer
Frau Lammers
00:43:35
so ein bisschen
Hans
00:43:35
Sorge, ah, es könnte ja was passieren.
Frau Lammers
00:43:37
Ja.
Hans
00:43:38
es ist schon, schon auch schwer,
Frau Lammers
00:43:41
Nicht, wenn da einer, so meine Tochter, die fährt morgens um 5 Uhr schon los. Und wenn die dann nachmittags nach Hause kommt und würd einen da.
Hans
00:43:51
Ja.
Frau Lammers
00:43:52
Im, äh, Hausflur oder irgendwo liegen. Liegen sehen,
Hans
00:43:56
Wäre, wäre ein Schock natürlich, klar, ja. Und ich denke jetzt gerade so, Sie hatten ja erzählt, die Tätigkeit als, äh, ähm, Krankenpflegerin
Frau Lammers
00:44:07
Ja.
Hans
00:44:07
beim mobilen Dienst, da waren Sie ja auch dann so ein bisschen dafür zuständig, dass Leute noch zu Hause bleiben können.
Frau Lammers
00:44:13
Ja, da blieben, da blieben die auch noch mehr zu Hause. Nicht, da hatte man, äh, waren auch noch mehr da, die bei den Angehörigen waren, meiner Meinung. Nicht, das war ja vor, vor 10, 15 Jahren. da war das noch nicht so üblich, dass die wegkamen in, in Altersheim.
Hans
00:44:35
Ja, tja,das, äh, ich meine, das ist natürlich eine Entwicklung, heut werden die Leute auch, wie Sie schon sagten, werden auch älter, ne?
Frau Lammers
00:44:43
Die werden alle älter. Wenn Sie gucken, wie viele, äh, 90- Jährige und, äh, zum Teil auch 100-Jährige wir haben. das gab's doch früher gar nicht. Wenn da einer 90 wurde, das war schon was.
Hans
00:44:56
Und es gab auch viele, die konnten schon froh sein, wenn sie überhaupt das Rentenalter
Frau Lammers
00:45:00
Ja.
Hans
00:45:00
erreichen, und in den Genuss der Rente kommen.
Frau Lammers
00:45:00
Ja, ja. Meine Oma ist ja auch schon 90 geworden
Hans
00:45:06
Man hat manchmal den Eindruck, dass das auch ein bisschen in der Familie liegt.
Frau Lammers
00:45:09
Ja.
Hans
00:45:09
So älter werden.
Frau Lammers
00:45:09
Und auch die, ähm, die Oma von meinem Mann. Die waren, das waren beide damals, äh, bei uns im Ort, die ältesten. Die beide über 90 waren
Hans
00:45:20
Aber eben noch im Ort. und, ähm...
Frau Lammers
00:45:22
Ja. So wo die auch zu Hause groß geworden sind.
Hans
00:45:28
Ja, das sind andere gesellschaftliche Verhältnisse, wo das Ganze anders gelaufen ist,
Frau Lammers
00:45:33
Ja,
Hans
00:45:33
irgendwie.
Frau Lammers
00:45:34
ja.
Hans
00:45:36
Tja. ich Ich würd jetzt gerne noch so ein bisschen, nochmal ganz kurz auf die berufliche Tätigkeit, die ist mir ein bisschen zu kurz gekommen.
Frau Lammers
00:45:46
Die haben wir alle nicht gehabt.
Hans
00:45:48
Nee, ich meine jetzt Ihre, Ihre berufliche Tätigkeit, so, was Sie so, ähm, motiviert hat. Sie hatten schon gesagt, als Kind oder als junge Frau wären Sie auch gerne Krankenschwester geworden.
Frau Lammers
00:45:58
Ja. Ja.
Hans
00:45:59
Also haben Sie sich ja im Grunde so einen jüngeren Traum dann doch
Frau Lammers
00:46:01
Ja,
Hans
00:46:02
noch
Frau Lammers
00:46:02
nee, das habe ich, das hab ich im Alter gesagt.
Hans
00:46:06
Ja.
Frau Lammers
00:46:06
Oder gedacht.
Hans
00:46:07
Ach so, rückwirkend.
Frau Lammers
00:46:09
Ja.
Hans
00:46:09
Hm? Hm?
Frau Lammers
00:46:10
Nicht, wenn das, wenn das, äh, äh,
Hans
00:46:14
Aha.
Frau Lammers
00:46:15
gewesen wäre, dass es mit meinem Mann nicht geklappt hätte.
Hans
00:46:18
Ja.
Frau Lammers
00:46:19
Nicht, dass wir nicht zusammengeblieben dass ich dann, äh, angefangen wäre und hätte Krankenschwester gelernt
Hans
00:46:27
Also ist eine Sache, an die Sie zwar nicht gedacht haben, die Ihnen dann aber doch irgendwie zugesagt oder gefallen hat.
Frau Lammers
00:46:32
Ja. Ja.
Hans
00:46:33
Hhm
Frau Lammers
00:46:33
Nicht,
Hans
00:46:33
hm?
Frau Lammers
00:46:33
aber sonst, wer konnte denn da noch, äh, Arbeit kriegen
Hans
00:46:39
Damals
Frau Lammers
00:46:39
Ne!? Ja
Hans
00:46:40
Ja. Aber zu der Zeit, wo Sie dann als Krankenschwester gearbeitet haben, äh, was hat Ihnen denn an dem Beruf gut gefallen?
Frau Lammers
00:46:48
Ach, alles Mögliche. Da musste ich ja auch, äh, sonntags arbeiten und, wie, aber,
Hans
00:46:57
Ja, das nennen die Leute meistens bei den Dingen, die Ihnen da nicht so gut gefallen.
Frau Lammers
00:47:00
Ja.
Hans
00:47:01
Aber, gehört halt dazu, ne?
Frau Lammers
00:47:03
Ja. Das gehört, das gehört dazu. Auch das Nette von den, den Leutchen
Hans
00:47:10
Ja, so ein bisschen so, gerade beim mobilen Dienst
Frau Lammers
00:47:12
man
Hans
00:47:12
man hat ja mit ganz vielen verschiedenen Leuten zu tun.
Frau Lammers
00:47:14
Ja. Ja
Hans
00:47:16
muss ich immer wieder umstellen, man fährt wieder ein bisschen Auto und
Frau Lammers
00:47:18
Hhm
Hans
00:47:18
dann kommt wieder,
Frau Lammers
00:47:19
Und dann ist der Nächste wieder
Hans
00:47:20
Der
Frau Lammers
00:47:21
dran.
Hans
00:47:21
nette Herr so und so und dann
Frau Lammers
00:47:22
Hhm
Hans
00:47:22
kommt,
Frau Lammers
00:47:22
Hhm hm.
Hans
00:47:23
die freche Frau so und so.
Frau Lammers
00:47:24
Ja Freche gibt es gab es auch.
Hans
00:47:26
Ja.
Frau Lammers
00:47:26
dazwischen.
Hans
00:47:28
Ja. Na klar.
Frau Lammers
00:47:29
Nicht.
Hans
00:47:32
Konnten Sie sich denn da bei solchen Leuten auch gut durchsetzen und sagen, jetzt ist mal gut?
Frau Lammers
00:47:37
Doch.
Hans
00:47:37
Ja.
Frau Lammers
00:47:39
Doch. Nicht, wenn es gar nicht… Ich habe immer gesagt, es ist mitunter sinnvoller oder besser, man hat zehn Minuten Zeit, mit denen zu reden, als dass man sie fertig macht. Ich hab'
Hans
00:47:52
Genau.
Frau Lammers
00:47:52
mir immer Zeit genommen
Hans
00:47:56
Ja das ist gerade das, was Leute wahrscheinlich, wenn sie viel alleine zu Hause sitzen, am meisten vermissen, eben jemanden zum
Frau Lammers
00:48:04
Hhm hm.
Hans
00:48:04
Sprechen, weil das gibt's ja nun mal...
Frau Lammers
00:48:06
Ja, aber die hatten auch alle jemanden, der da noch zu Hause für sorgte. Nicht!? Nur, dass man sie fertig machen musste, sauber machen musste, und..
Hans
00:48:19
und natürlich hat man in der mobilen Pflege oft nicht so die Hilfsmittel Wir haben ja hier so Handtücher, Waschlappen, kein Problem, wenn man jemanden aus dem Bett holen muss, der ein bisschen schwerer ist, hat man eine Hilfe, eine Aufstehhilfe eine sogenannte,
Frau Lammers
00:48:34
Ja, das hatte man
Hans
00:48:36
Hatte man da alles ja gar nicht, da muss man ja... irgendwie sich durchkämpfen.
Frau Lammers
00:48:39
Ja. Aber so ist auch dann eine Gewohnheitssache.
Hans
00:48:44
Und manchmal macht ja Improvisieren auch Spaß, dass
Frau Lammers
00:48:46
Wollt
Hans
00:48:46
man
Frau Lammers
00:48:46
ich
Hans
00:48:47
trotzdem alles hinkriegt.
Frau Lammers
00:48:49
Ja, ja.
Hans
00:48:51
Aber gut, jetzt ist die, die Wirklichkeit eine andere, und Sie sind hier
Frau Lammers
00:48:57
Ja.
Hans
00:48:57
angelangt.
Frau Lammers
00:49:00
Aber es ist halt so.
Hans
00:49:02
Tja. Und ich würde ja jetzt gerne oder versuche ja noch nachzudenken, ob ich Ihnen noch irgendwas Positives entlocken kann, was ein bisschen einen schöneren Abschluss gibt. Aber ich glaube, das wäre jetzt übers Knie gebrochen. Also ich denke, irgendwas muss Ihnen doch auch hier gefallen oder sowas. Aber ich glaube, Sie sind... Naja, den Wunsch haben Sie ja eindeutig geäußert, dass Sie eigentlich gerne
Frau Lammers
00:49:25
Ja.
Hans
00:49:26
wieder hier weg wollten.
Frau Lammers
00:49:27
Wird wohl nicht passieren.
Hans
00:49:31
Frau Lammers, ich bedanke mich für das Gespräch. Auch wenn es jetzt ein bisschen ein trauriges Ende hat.
Frau Lammers
00:49:37
Ja.
Hans
00:49:38
Ich fand es sehr interessant. Und bedanke mich vielmals.
Frau Lammers
00:49:41
Ja, bitte.
hans
00:49:44
Ja. Feedback wäre möglich auf ruhrtal.letscast.fm. Alles klein geschrieben. Und es würde mich natürlich freuen, wenn Ihr mal wieder reinhört. Bis dann.