Since 02/2023 74 Episoden

#1 - fest einschlafen

17.02.2023 81 min Hans Schwichow

Zusammenfassung & Show Notes

 Sie hat eine Riesenverwandschaft, schlachtet in jungen Jahren ein fettes Huhn,  Umzüge, Umbauten, Reisen, Skilanglauf und Schwimmen lernen mit 50, vor kurzem ließ sie sich einen elektrischen Antrieb an ihrem Rollstuhl anbringen, um unabhängiger zu werden, immer wieder kommt sie auf das Sterben naher Menschen zu sprechen.  

Aufgenommen wurde das Gespräch am 14.01.23
Schlagzeile in der Tageszeitung war an diesem Tag: 
Bundesverteidigungsministerin steht wohl vor dem Rücktritt
Ihren Namen musste ich doch tatsächlich googeln!? 
 
Zwei historische Details, welche die Bewohnerin erwähnt würde ich gerne vertiefend betrachten, ausgehend von den folgenden Links?
 
Ihre Berufswahl wird beeinflusst durch den Einsatz im Reichsarbeitsdienst, der seit Februar 1938 auch für Frauen verpflichtend war: 
Ihr Vater empfindet die Arbeit beim Räumdienst nach den Bombenangriffen als belastender, im Vergleich zu seinem Einsatz als Soldat im ersten Weltkrieg. Mit der Abkürzung SAD vertut sich die Bewohnerin aber wohl, den gab es in Österreich:
In Deutschland hieß der Arbeitsdienst erst FAD, hatte seine Anfänge in der Weimarer Republik und er ging 1935 im bereits erwähnten Reichsarbeitsdienst auf.
Zu den Verbänden des zivilen Luftschutzes:
 
Demnächst sollen solche Nachbetrachtungen deutlich regionsbezogener ausgerichtet werden. Noch fehlt mir etwas die Zeit; es gibt hier so viel Spannendes zu tun!
Hoffe ihr könnt mit dem Ergebnis etwas anfangen.
Bis dann 

Transkript

Stephanie
00:00:10
Ruhrtal. Biografische Geschichten aus den Pflegeheim. Hallo und herzlich willkommen zum Podcast Ruhrtal. Hier könnt ihr Bewohnern und Bewohnerinnen von Pflegeheimen zuhören, die aus ihrem Leben erzählen. Neue Folgen gibt es jeweils am ersten und am dritten Freitag des Monats.
Hans
00:00:40
Hallo. Auch ich begrüße euch zu Folge 1. Heute im Gespräch eine Bewohnerin, deren Vater noch im Ersten Weltkrieg als Soldat gekämpft hat. Sie wurde am 12.04.1925 geboren, ist 97 Jahre alt und immer noch sehr neugierig. Aber hört selbst.
Frau Palm
00:01:03
Ich bin Gertrud Palm, geborene Stinn. Ich habe einen Bruder, nur einen Bruder, nur meine Eltern, die waren zu, zu elf Geschwistern. Meine Mutter und auch mein Vater. Mein Vater kommt aus dem Sauerland, vom großen Bauernhof. Und dann, ja, im Krieg haben die sich kennengelernt, meine Eltern. Ja, Und eine riesige Verwandtschaft habe ich eigentlich. Aber ich bin als Letzte noch übergeblieben. Ist manchmal ist es sehr anstrengend in dem Alter noch. Aber ich kriege noch alles mit. Ich kann noch lesen. Ich kriege die Nachrichten noch mit. Ja, und über die Politik, da ärgert man sich manchmal. Man denkt, man ist so alt geworden und hat doch viel bessere Zeiten erlebt wie jetzt heute. Mir macht die, die ganze Weltlage so Sorgen, wenn ich an meine Enkel und Urenkel denke. Ich bin alt, ja, hab ein schönes Leben gehabt, hab viele Reisen unternommen mit meinem Mann. Und ja, viele Häuser mit umgebaut. Mein Elternhaus umgebaut. Und dann sind wir zehn Jahre in Duisburg, haben wir gewohnt. Duisburg, nee, erst zehn Jahre in Gelsenkirchen. Gelsenkirchen, Bismarck. Da musste mein Mann die Kokerei übernehmen. Und für die Kinder war das sehr anstrengend. Immer auf eine andere Schule, zehn Jahre dahin. Und zehn Jahre nach Duisburg-Meiderich. Aber ich habe durch den Krieg, habe ich meinen Mann kennengelernt. Die waren in Essen ausgebombt. Und wir hatten noch eine kleine Wohnung oben frei. Ja, und von da aus ist mein Mann denn, war noch Soldat damals. Und als ja als wir anfangs verheiratet waren, habe ich meine Schwiegermutter übernehmen müssen, weil der Schwiegervater war auch gestorben und sie war alleine. Und ich kam eigentlich sehr gut mit ihr zurecht. Besser als mit meiner eigenen Mutter. Meiner Mutter musste ich immer helfen. Wir hatten einen Riesengarten. Und im Krieg über, ja, hatten wir natürlich genug zu essen. Wir hatten noch Hühner und Schaf oder eine Ziege. Aber wie das so ist, einmal hatten wir Kaninchen. Die durften nicht geschlachtet werden. Und dann haben wir sie wieder abgegeben.
Hans
00:04:33
Wieso durften die nicht geschlachtet werden?
Frau Palm
00:04:36
Ja, wollten wir
Hans
00:04:37
Ach
Frau Palm
00:04:37
nicht. Wir.
Hans
00:04:38
so.
Frau Palm
00:04:38
hatten damit gespielt.
Hans
00:04:39
Aah
Frau Palm
00:04:40
Und da
Hans
00:04:41
ja.
Frau Palm
00:04:43
durften die nicht geschlachtet werden. Und mein Vater, obwohl er vom Bauernhof kam, der konnte noch nicht mal einen Huhn anständig schlachten. Und einmal hatten wir so ein fettes Huhn. Da lebte mein Vater aber schon nicht mehr. Und da sagt die Mutter, mein Gott, das Huhn, das geht kaputt. Ja, ich sag, hör mal, das ist so fett, das ist noch ein gutes Suppenhuhn, dann müssen wir schlachten. Ja, und da habe ich, ich wirklich ein Huhn geschlachtet. Aber ehrlich gesagt, wenn das nicht so fett gewesen wäre, ich glaub, das wäre noch oben da mit einem halben Kopf da weggeflogen.
Hans
00:05:24
Ja. Ja. So zur Einordnung, Wie alt waren Sie da so bei dem Moment? Also
Frau Palm
00:05:34
14, 15.
Hans
00:05:34
14, 15, Ja. Ja. Also.
Frau Palm
00:05:37
Vom Beruf her wollte ich eigentlich Schneiderin werden. Und in der Nazi-Zeit, da musste man entweder ein Jahr bei der Flak-Helferin oder ein Jahr in der Fabrik arbeiten.
Hans
00:05:50
Ja.
Frau Palm
00:05:51
Oder im Haushalt. Habe ich mich für einen Haushalt entschieden und kam dann ausgerechnet in einen Friseurhaushalt.
Hans
00:06:00
Mhm.
Frau Palm
00:06:00
Da bin ich denn auch nachher, als Friseuse habe ich da meine Lehre gemacht.
Hans
00:06:07
Mhm.
Frau Palm
00:06:08
Und dann sollte ich nachher, ist der Chef, der war bei SAD hieß das damals, die mussten immer nach den Bombenangriffen die Leute aus den Kellern holen, oder, das war für meinen Vater war das eine schreckliche Zeit, der sagte dann immer, mein Gott, der Krieg hat mir nicht so viel ausgemacht, wie jetzt die Leute aus dem Keller holen, oder die Angehörigen die sitzen und hoffen, dass ihre Angehörigen noch leben.
Hans
00:06:43
Ja.
Frau Palm
00:06:43
Ja. Und ja
Hans
00:06:48
Ja, aber das war schon, ähm, hier im Ruhrgebiet oder?
Frau Palm
00:06:52
Das war hier ja.
Hans
00:06:52
Ja.
Frau Palm
00:06:53
Das war im Ruhrgebiet. Ich bin immer in Werden geblieben. Ich hab nie irgendwo anders gewohnt.
Hans
00:06:59
Mhm.
Frau Palm
00:07:00
Und dann, als, kriegte ich plötzlich mal so Rückenschmerzen und keiner konnte feststellen, was das war, dann war das Osteoporose. Da hab ich sehr lange mit dem Rollator, lauf ich da schon, sind jetzt bald über 20 Jahre schon.
Hans
00:07:22
Mhm.
Frau Palm
00:07:24
Ja und, als mein Mann dann pensioniert wurde, hab ich immer gedacht, mein Gott, was machst du mit dem Mann zu Hause, der ist ja noch viel zu jung.
Hans
00:07:35
Ja.
Frau Palm
00:07:39
Und dann fingen meine Kinder an zu bauen, und da war er wieder beschäftigt. Und dann, mein Ältester, der wohnte in Berlin, in München und hatte da sich auch ein Haus gekauft. Da mussten wir denn auch mit umbauen, ach, und dann wollten wir wieder zurück nach Werden. Da war uns unser altes Haus auch zu klein geworden, das haben wir dann noch ein bisschen umgebaut und aufgebaut. Und als mein Mann dann gestorben ist, bin ich einmal so gefallen und bin hier oben in Kurzzeitpflege gewesen. Und dann bin ich aber anschließend zu meiner Tochter, die haben ihre Einliegerwohnung für mich fertig gemacht. Da hab ich dann noch fast zehn Jahre gelebt, bis ich mal wieder hingeknallt bin und bin dann jetzt hier gelandet. Aber wenn ich so an meine ganzen Jahre zurückdenke, an die ganzen Reisen. Mein Mann hat sich ziemlich mit 59 schon pensionieren lassen. Und dann haben wir diese Weltreisen gemacht. Die norwegischen Länder, Norwegen, Schweden und Dänemark, die haben mich eigentlich mehr interessiert als die südlichen Länder.
Hans
00:09:07
Ja.
Frau Palm
00:09:09
Ja. Ja, und dann die Kinder. Das haben wir erst gemerkt, als die... Alle kamen sie dann wieder zurück nach Werden und wir haben gemerkt, durch diese ganze Umzieherei, die mussten ja auf immer andere Schulen. Die haben sich nie beklagt, aber dann haben sie gesagt: "Das war eine schlimme Zeit für uns", dann in Duisburg in der Schule, dann in Meidrich in der Schule und dann wieder zurück. Und den Ältesten den hatten wir zu den Kamillianern in Neuss wie nennt man das ins Internat gegeben. Und haben uns eingebildet, die helfen denen auch bei den Schulsachen. Ja, und dann eines Tages kam dann der Anruf, der kommt in der Schule nicht mit. Ja, und ich hatte kein Auto, musste jetzt mit dem Zug da hinfahren. Also, und ein Jahr drauf, der gleiche Anruf und mein Mann kommt einfach mit dem Jungen nach Hause. Ich sag so, jetzt musst du dich aber drum kümmern und eine Schule suchen.
Hans
00:10:27
Die ganze Umzieherei hatten Sie gerade gesagt, das war bedingt durch die berufliche Tätigkeit Ihres Mannes.
Frau Palm
00:10:32
Ja.
Hans
00:10:32
Was war der?
Frau Palm
00:10:34
Der hat zuerst die Koke... hat Maschinenbauingenieur
Hans
00:10:38
Ja.
Frau Palm
00:10:39
gelernt und war bei Koppers angestellt und wir hatten auch, die gaben damals ein Darlehen aus, da haben wir auch mit dem Geld gebaut und mussten natürlich, wenn wir Miete zahlen mussten, wurde, war das die Abzahlung. Und mein Schwager und die Schwägerin, die wohnten im gleichen Haus und wollten Heizung, wollten sie nicht zuzahlen, hatten die oben noch einen Kohleofen und alles. Und meine Schwiegermutter hat erst bei denen, bei denen gewohnt, oben. Und als mein Schwiegervater starb, da hat sie bei einer Schwester gewohnt und die wollte sie denn nachher auch nicht mehr haben und dann hab ich sie mit nach Meiderich genommen und dann eines Morgens, ich komm vom Einkauf und die Tür ist auf und meine Schwiegermutter weg. Wir wohnten, es war 'ne stille Straße, aber direkt gegenüber war die Hauptstraße. Da bin ich durch die Gegend gelaufen. Mutti, Mutti gerufen, da kam sie denn aus dem Nachbarhaus raus. Und, ja, die Nachbarin hatte gar nicht gemerkt, dass sie verwirrt war.
Hans
00:12:06
Ja, ja.
Frau Palm
00:12:07
Aber von da an war es schlimm. Die kam die Treppe runter, konnte gut laufen noch. Ja, und immer wollte, die wollte immer ausbüchsen, immer raus, ne. Wenn ich nachmittags mit ihr spazieren ging, war es gut. Aber wehe, wenn eine Türe offen war, dann war sie raus,
Hans
00:12:30
Ja.
Frau Palm
00:12:30
ne. Die konnte unten durch den Keller auch noch raus, durch die Garage. Also da muss ich jetzt manchmal hier an die Ulla denken.
Hans
00:12:40
Ja.
Frau Palm
00:12:40
Die hat auch, findet auch jede Möglichkeit raus zu kommen.
Hans
00:12:44
Ja, ja.
Frau Palm
00:12:45
Aber so war sie so lieb. Und so auch zu Hause mit, die Mutter war gestorben. Da waren noch vier Kinder zu Hause. Da ist sie aus der Schule rausgeblieben, weil sie die älteste war und hat die anderen mit erzogen. Und der Vater hat noch mal geheiratet, eine Witwe mit vier Kindern. Und selbst kriegten sie auch noch zwei. Und meine Mutter, Schwiegermutter, die kannte alle. Und wenn sie davon erzählte, sag ich immer, man, ist das jetzt deine Schwester oder Halbschwester oder so? Haben wir uns doch oft drüber amüsiert.
Hans
00:13:28
Ja. Ja.
Frau Palm
00:13:31
Aber... und dann als mein Sohn in München war mit der Wohnung, haben sie umgebaut. Da in München, und Umgebung, kenn ich bald sämtliche Handwerker und alles Mögliche.
Hans
00:13:45
Ja, ja.
Frau Palm
00:13:45
Aber das war immer interessant. Haben wir immer gerne
Hans
00:13:48
Ja.
Frau Palm
00:13:48
gemacht. Und als man, als wir, dann in Meiderich, ja, die Kokerei in Bismarck wurde zugemacht. Und ich weiß jetzt gar nicht, wie die in Meiderich hieß. Den Namen habe ich wieder
Hans
00:14:07
Mhm.
Frau Palm
00:14:07
vergessen. Als die auch zugemacht wurde, da hat mein Mann sich pensionieren
Hans
00:14:13
Ja.
Frau Palm
00:14:13
lassen. Und dann haben wir noch viele Reisen gemacht.
Hans
00:14:17
Ja. Aber mit der Pensionierung sind Sie dann nach Werden
Frau Palm
00:14:21
Ja,
Hans
00:14:21
gekommen.
Frau Palm
00:14:22
dann sind wir wieder zurückgekommen.
Hans
00:14:24
Ja?
Frau Palm
00:14:25
Ja, vorher eigentlich schon.
Hans
00:14:26
Aah, ja.
Frau Palm
00:14:27
War nur ein paar Jahre vorher. Und da weiß ich, meine Kinder, die bauten da. Und meine Tochter, die war auch so handwerklich, die machte alles. Ihr Mann, der kam wohl auch vom Bauernhof, aber der konnte noch nicht mal im Garten fertig werden.
Hans
00:14:48
Hhm hm.
Frau Palm
00:14:49
Und meine Tochter da, sagt mein Mann mal zu ihr, Renate, du kommst noch mit der Speiskelle ins Krankenhaus. So war's denn auch. Dann rief sie auf einmal an, könnt ihr mal schnell die Mädchen aus dem Kindergarten holen. Ich muss ganz schnell jetzt ins Krankenhaus. Und da hatte der Kleine, der war immer sehr erkältet und dann sagten, haben wir immer gesagt, fahrt doch mal mit denen nach Holland, wenn wir eine Luftveränderung hatten,
Hans
00:15:21
Mhm.
Frau Palm
00:15:21
da war die Erkältung weg. Ja, und da kommt sie wieder und sagt, ich muss ganz schnell mit dem Andreas ins Klinikum. Und da rufe ich die Sprechstunde unten an, wo sie, dem Kinderarzt, da sagt die Sprechstundenhilfe: "Der Herr Doktor ist hinterhergefahren, die ist im Klinikum". Da hatte der Zucker, aber dermaßen, ne.
Hans
00:15:54
Ja.
Frau Palm
00:15:54
Der hat sechs Wochen im Klinikum gelegen, bis das der so eingestellt war, dass man damit zurechtkam, ne.
Hans
00:16:01
Ja.
Frau Palm
00:16:03
Und das war für meine Tochter, war das eine schlimme Zeit. Ist immer einer, ist bei dem, tagsüber bei dem Kind gewesen, einer nachts, ne.
Hans
00:16:12
Mhm. Ja.
Frau Palm
00:16:13
Und wir sind ja mit den anderen beiden schon mal ins Klinikum gefahren, damit er seine Geschwister noch mal sah. Aber den durfte keiner anpacken, außer der Arzt, der ihn behandelte, oder meine Tochter und mein Schwiegersohn,
Hans
00:16:29
Ja.
Frau Palm
00:16:29
Aber uns guckte er an, als wenn er uns gar nicht kennen würde. Und heute hat er selber schon eine Tochter,
Hans
00:16:38
Ja.
Frau Palm
00:16:38
ne. Das sind immer so Sachen, da denkt man immer wieder dran, wenn was passiert.
Hans
00:16:44
Ja. Ja.
Frau Palm
00:16:49
Ja.
Hans
00:16:50
Ja. Die, ihre Nachbarin ruft gerade um Hilfe. Ich schaue einmal schnell nach. Einmal kurze Unterbrechung. Ich drücke mal die Pausen-Taste. Läuft wieder.
Frau Palm
00:17:00
Dann, wenn ich dran denke, dass ich meinen 90. Geburtstag noch in der Wohnung meiner Tochter gefeiert habe, noch selbst den Tisch und alles decken konnte.
Hans
00:17:10
Ja.
Frau Palm
00:17:12
Und dann hier, mein Sessel, der hinter mir jetzt, ne, jetzt ist er weg. Da bin ich dann auch mal, hab ich eine dicke Wolldecke reingelegt, und hab mich reingelegt, und bin im Schlaf, im Dussel aufgestanden, und bin denn da rausgerutscht. Und dann bin ich endgültig hier gelandet, ne.
Hans
00:17:36
Ja. Das ist jetzt
Frau Palm
00:17:37
Ich fühl mich hier ganz wohl.
Hans
00:17:39
Ja.
Frau Palm
00:17:40
Ich bin nur immer morgens ärgerlich, dass ich wieder wach werde. Ich bild mir ein, ich schlaf mal so friedlich ein wie meine Mutter oder mein Bruder.
Hans
00:17:54
Ja.
Frau Palm
00:17:54
Oder mein Mann. Die sind alle drei, friedlich eingeschlafen.
Hans
00:17:59
Ja.
Frau Palm
00:18:00
Meine Mutter sogar in meinen Armen. Die wohnte, ist im Elternhaus geblieben, und mein Bruder und meine Schwägerin, die waren auch im gleichen Haus, und die haben die immer gepflegt und alles. Und da ruft meine Schwägerin an: "Kannst du mal rüberkommen? Die Mama will nicht aus dem Bett." Komm ich da rüber, liegt sie noch im Bett, und nach einer Weile sagt sie auf einmal: "Ach. Nimm mich mal im Arm, ich frier so." Nehm ich sie so in die Arme. Und dann sagt sie auf einmal: "Mama, jetzt will ich aber aufstehen." Ach Gott, denk ich, jetzt denkt sie an ihre Mutter, ne?
Hans
00:18:44
Ja.
Frau Palm
00:18:46
. Und sie macht die Augen zu, und ich guck, ich denk, kann doch wohl nicht wahr sein, die ist doch jetzt nicht eingeschlafen.
Hans
00:18:53
Ja.
Frau Palm
00:18:53
Da war die, von einem Wort zum anderen war die wirklich eingeschlafen.
Hans
00:18:59
Ja.
Frau Palm
00:19:00
Und meine Schwägerin, die konnte so schlecht hören, die hatte solch eine laute Stimme. Und als die dann hier wieder reinkam, hab ich gedacht, hoffentlich ist die bloß gleich ruhig.
Hans
00:19:11
Ja.
Frau Palm
00:19:12
Sonst
Hans
00:19:12
Ja.
Frau Palm
00:19:12
wird die Mama wieder wach.
Hans
00:19:14
Ja. Mhm.
Frau Palm
00:19:16
Und sie hat das auch gar nicht gemerkt. Ist wieder rausgegangen, hat mich da sitzen lassen mit meiner toten Mutter im Arm, und nachher kamen sie dann beide rein: "Mein Bruder geht Rasen mähen, und sie geht einkaufen und lassen die Mutter denn alleine da,
Hans
00:19:34
Ja.
Frau Palm
00:19:34
ne? Und es stellte sich heraus, war vorher die Frau, äh, Jadicke hieß, die Ärztin, glaub ich, vom Krankenhaus, die wär noch da gewesen, die wohnte unterhalb, und hatte gesagt, die Mutter macht's nicht mehr lange, die hat schon ganz dunkle Fingernägel.
Hans
00:19:52
Ja.
Frau Palm
00:19:53
Das hatten sie mir aber nicht gesagt.
Hans
00:19:55
Ja. Ja, aber insgesamt höre ich auch gerade mit Ihrer Schwiegermutter, dass auch das Altwerden so mehr in der Familie bei Ihnen immer stattgefunden hat. Also
Frau Palm
00:20:05
Ja, ja, ja.
Hans
00:20:06
zum Beispiel kein Heim in Frage kam oder
Frau Palm
00:20:08
Ja.
Hans
00:20:08
eine
Frau Palm
00:20:08
Nee, nee.
Hans
00:20:09
andere Lösung.
Frau Palm
00:20:10
Ja, ich sag jetzt neulich mal, ich hab eine Cousine, die ist zehn Jahre älter, die kommt hier, hier besuchen, ihr Mann war auch hier. Den müssen Sie auch noch kennen... Schäfer
Hans
00:20:23
Ja, den Herrn Schäfer. Ja. Ja.
Frau Palm
00:20:25
Das war ihr zwei... -Da hatte sie auch schon Silberhochzeit mit, die ist mit 65, 45 war die schon, Witwe. Da ist ihr Mann, ich weiß noch, wir waren in Kelsterbach zum Geburtstag von meinem Vetter, und da sagt er:"Wenn ich", da sagt er, der erste Mann von meiner, wie hieß er auch? Heinz, der Heinz Buzlei, ihr Mann, "wenn ich jetzt sofort in den Urlaub fahren könnte", der war bei Döllken Holzeinkäufer, dann musste er noch ins Ausland, und als sie dann nach Hause kam, sind sie in den Urlaub gefahren, und sie bleibt mit den zwei älteren Jungen zu Hause, da wo sie im Urlaub waren, und er geht mit seinem Jüngsten noch auf den Berg, und da ist er zusammengebrochen, und der Kleine war 13, glaube ich - zum nächsten Bauern gerannt und von da aus dann den
Hans
00:21:34
Ja,
Frau Palm
00:21:35
Rettungswagen angerufen, aber
Hans
00:21:37
ja.
Frau Palm
00:21:37
war zu spät, da war er tot.
Hans
00:21:39
Ja.
Frau Palm
00:21:40
Und als die dann nach Hause kamen, mein Gott, das war... die ganze Familie war in Aufruhr.
Hans
00:21:49
Ja.
Frau Palm
00:21:50
Ja. Das sind so, das sind Sachen, die fallen einem heute manchmal wieder ein.
Hans
00:21:56
Ja. Also, mehr so Schicksalsschläge oder so schwerere Erlebnisse kommen also eher so wieder in Erinnerung oder haben sie auch so Momente, wo sie irgendwie an schöne Zeiten denken, oder an besonders glückliche Momente?
Frau Palm
00:22:15
Ja, glücklich, wir haben, ich hab in meiner Ehe nicht einmal, dass wir uns gezankt hätten oder
Hans
00:22:21
Ja.
Frau Palm
00:22:21
sonst was, ne? Wenn wir uns gekebbelt haben, dann sagten die Kinder oben immer: "Was haben wir denn jetzt schon wieder angestellt?" Es ging immer nur um die Kinder.
Hans
00:22:31
Ja.
Frau Palm
00:22:31
Mein Mann, der war ein bisschen strenger und ich nachsichtiger, ne. Auch mit der Berufswahl, meine Tochter wollte Kunst studieren, durfte sie nicht, hat sie Jura und hat auch bis zum Abschluss durchgehalten und die letzte Prüfung hat sie nicht bestanden. Und dann, ich hatte, ich weiß nicht, da hat sie denn ihren Mann kennengelernt und der hat ihr noch zugeredet, sie soll aufhören
Hans
00:23:00
Mhm.
Frau Palm
00:23:01
anstatt ihr zuzureden,
Hans
00:23:03
Ja.
Frau Palm
00:23:03
nochmal zu versuchen.
Hans
00:23:04
Ja, ja, das…
Frau Palm
00:23:05
Und hinterher kriegte sie von ihrer Tochter, die älteste Tochter: Mama, war ich Schuld, dass du nicht mehr weiter studiert hast?
Hans
00:23:15
Ja…
Frau Palm
00:23:15
Nee, nee, sagt sie, du warst nicht Schuld. Nee…
Hans
00:23:21
Ja.
Frau Palm
00:23:22
Heute geht sie noch, arbeitet sie bei Werntges unten in der Bäckerei… Hilft sie dann
Hans
00:23:29
Ja…
Frau Palm
00:23:29
zweimal in der Woche oder dreimal? Sie kann auch nicht zu Hause alleine rumsitzen.
Hans
00:23:35
Ja… Aber von dieser Tochter sind auch die Bilder, die hier an der Wand hängen, oder?
Frau Palm
00:23:39
Ja…
Hans
00:23:40
Ja?
Frau Palm
00:23:40
Ja. Das eine in der Mitte, das hat Höfeld hieß der, ist ein Bekannter von uns.
Hans
00:23:48
Ja.
Frau Palm
00:23:49
Der hat`s auch mit den Hüften, der ist 20 Mal an der Hüfte operiert worden.
Hans
00:23:56
Mhm Mhm.
Frau Palm
00:23:57
Das erste Mal in Köln, glaube ich, da haben sie ihm das Hüftgelenk rausgenommen und umgedreht und seitdem ist es ganz aus.
Hans
00:24:10
Ja.
Frau Palm
00:24:12
Und jetzt, vor ein paar Wochen, die sind auch, 10 Jahre Jünger sind, die beiden, als ich und mein Mann, da rief ich so an, da sagt sie, "Nö, jetzt kann er auch nicht mehr." Der hat gemalt und geschnitzt so Krippenfiguren, die ganze Krippe, ne?
Hans
00:24:30
Ja, Ja.
Frau Palm
00:24:31
Und auch so eine Madonna, die hat er... Also, der musste auch immer tätig sein und jetzt kann er nicht mehr, jetzt kann er kaum stehen. Ja. Ja… Und meine Tochter, meine eine Enkelin aus der Schweiz, die ist… Wie war die… Wie alt war die? Auch schon… 34, 4 oder 35,als sie das erste Kind bekam.
Hans
00:25:03
Mhm.
Frau Palm
00:25:03
Und den kennen sie auch,
Hans
00:25:04
Der
Frau Palm
00:25:04
den Kleinen
Hans
00:25:05
war neulich noch hier.
Frau Palm
00:25:05
der, der immer hier so rumgerannt ist.
Hans
00:25:07
Genau… Ja…
Frau Palm
00:25:09
Also, da sagt meine Tochter… Jetzt war es vor Weihnachten, da hatte sie Bilder… Da sagte sie, wir kommen… Ich sagte, ihr könnt den Rollstuhl hier nicht zusammenklappen, wie den anderen. Da kam ich dann noch bis ins Auto mit rein, ne? Aber ich sag: "und dann!? den Rollstuhl?" Ich sage, "und nur an dem Rollator kann ich nicht laufen", ne? Da bin ich denn jetzt Weihnachten ganz hier geblieben. Aber mir ist das nicht schwergefallen hier. Ich ärgere mich nur immer, wenn ich schon mal morgens sage: Oh Gott, bin ich doch wieder wach geworden. Und wenn der Ernst dann hier ist, der meint immer, ich würde meckern, ne? Ich sage, ich schimpfe doch nur mit mir.
Hans
00:25:59
Ja… Will der ihnen dann quasi, also, sagen: Reißen Sie sich zusammen, oder sowas in der Richtung, oder was macht er dann verkehrt?
Frau Palm
00:26:11
Da sagt er, guck dir mal andere an, denen geht es viel schlechter.
Hans
00:26:16
Ja,
Frau Palm
00:26:17
Also heute saß da der neue Herr mir gegenüber.
Hans
00:26:21
Aha.
Frau Palm
00:26:22
Das ist aber auch… Erst saß er unterm Fernsehen und da lief dieses komische, die… ich weiß jetzt nicht, wie das Samstags morgens heißt.
Hans
00:26:34
Ja?
Frau Palm
00:26:35
Da saß er da drunter und auf einmal merkte er… Mann, und da kam die Jessica und drehte seinen Stuhl um, dass er dann wenigstens das sehen konnte.
Hans
00:26:44
Ja…
Frau Palm
00:26:44
Nicht nur hören. Da denke ich auch, mein Gott, die sind wirklich noch schlimmer dran. Und sehr wahrscheinlich doch noch viel jünger als ich, ne?
Hans
00:26:53
Ja…
Frau Palm
00:26:54
Auch
Hans
00:26:54
die
Frau Palm
00:26:54
Ulla
Hans
00:26:54
ist
Frau Palm
00:26:54
wenn die durch die Gegend rennt.
Hans
00:26:56
Die Ulla ist viel jünger, ja… Aber Herr, Herr, der andere Herr, der neue Herr… Also, in den 90ern ist der auch schon, glaube ich. Ich weiß es noch nicht so genau, ob…
Frau Palm
00:27:07
Mhm…
Hans
00:27:07
Ja… Sie hatten gerade so erzählt, dass Sie als Ihr Mann in Rente war, dass Sie dann so in Reisen gemacht haben. Also in nordische Länder, aber die anderen hätten Ihnen nicht so gefallen, aber Sie sind auch nicht nur in die nordischen Länder gefahren, sondern auch woanders hin?
Frau Palm
00:27:21
Ja, ja… Wie hieß die Reisegesellschaft noch? meine Güte! War ziemlich teuer auch. Ich
Hans
00:27:30
Hhm hm
Frau Palm
00:27:30
weiß, als wir in Marokko waren, da sagt der Reiseleiter… Sascha, ich war schon 10 Mal hier in Marokko, aber das habe ich noch nicht erlebt. Da hatte es nachts geregnet.
Hans
00:27:43
Ja…
Frau Palm
00:27:44
Und als wir mor... äh, ich, hatten immer, wir mussten immer den Koffer zumachen, weil es da reinstaubte, weil das alles so staubig war. Und da sag ich nachts zu meinem Mann, das ist aber kein Staub, du, das ist Wasser, was da von oben runterkommt. Tropfte richtig auf den Koffer. Und als wir rausguckten, ich sag, guck dir das mal an, die Wüste blüht. Da war jeder Stein, der da lag. Da waren richtige bunte Blumen drauf.
Hans
00:28:18
Ja.
Frau Palm
00:28:20
Und da mussten wir nachmittags, mussten wir eben mit dem Bus in eine andere Stadt rein. Da kamen wir nicht rein, weil da, was vorher so ein Bach war, stand unter Wasser. Da kamen wir nicht durch.
Hans
00:28:36
Ja.
Frau Palm
00:28:37
Ja. Und das in einer Nacht.
Hans
00:28:38
Ja.
Frau Palm
00:28:40
Und der Reiseleiter sagte, der kam aus München. Bis München hat er uns dann auch begleitet, und dann mussten wir wieder alleine nach Hause, nicht!?
Hans
00:28:53
Hm.
Frau Palm
00:28:53
Studiosos hieß die.
Hans
00:28:54
Ah ja.
Frau Palm
00:28:56
Die Reisegesellschaft.
Hans
00:28:56
Ich glaub, die gibt's heute noch, ja?
Frau Palm
00:28:58
Ja.
Hans
00:29:00
Ja.
Frau Palm
00:29:01
Ja.
Hans
00:29:01
Also, Marokko und dann die skandinavischen Länder. Und haben sie sonst noch irgendwelche schönen Ziele bereist?
Frau Palm
00:29:10
Ja, Kreta.
Hans
00:29:11
Kreta, hm? Ja.
Frau Palm
00:29:13
Ja. Die schönste Reise war von Moskau bis Petersburg. Auf
Hans
00:29:20
Ja.
Frau Palm
00:29:20
der Wolga. .
Hans
00:29:22
Ja.
Frau Palm
00:29:23
Da waren wir drei Wochen unterwegs und dann noch acht Tage in Petersburg.
Hans
00:29:30
Ja.
Frau Palm
00:29:31
Also, Petersburg war ´ne, ist eine wunderbare Stadt,
Hans
00:29:34
Ja.
Frau Palm
00:29:34
ne!? Deshalb denk ich jetzt an den Putin, warum der Blödmann so einen Mist macht!?
Hans
00:29:41
Ja. Ja.
Frau Palm
00:29:50
Sicher, die Ghulla, die war, ist ja ´ne Russin gewesen. Hier die Pflegerin, die in der Küche war. . . Habe ich mal mit ihr darüber gesprochen.
Hans
00:29:57
Aha.
Frau Palm
00:29:57
Da sagt sie, meine Eltern, meine Mutter und mein Bruder, die kriegen das gar nicht mit im Fernsehen,
Hans
00:30:03
Ja.
Frau Palm
00:30:03
was hier alles passiert.
Hans
00:30:05
Ja.
Frau Palm
00:30:05
Die wissen gar nicht, was der alles anstellt,
Hans
00:30:10
Ja.
Frau Palm
00:30:10
ne? Ja, wenn ich da an Hitler denke, der war ja genauso. Dass einzelne Menschen die Welt so durcheinander bringen können.
Hans
00:30:25
Ja.
Frau Palm
00:30:25
Kann
Hans
00:30:25
Ja.
Frau Palm
00:30:25
ich nicht verstehen.
Hans
00:30:27
Ja.
Frau Palm
00:30:27
Dass es zugelassen wird, ne?
Hans
00:30:31
Ja.
Frau Palm
00:30:32
Aber ich weiß es nicht. Da hängen zu viele Leute dran.
Hans
00:30:36
Ja.
Frau Palm
00:30:36
Die Gelder durch den Krieg verdienen.
Hans
00:30:39
Ja, das.
Frau Palm
00:30:40
Auch wieso müssen noch Waffen gemacht werden, ne? Ja. Wenn die gar keinen Panzer, und gar nichts da wäre, dann wär das ja auch alles nicht, ne? Ja.
Hans
00:30:52
Ja. Bei den Reisen hätte ich noch eine Frage so zu der Zeit. War das jetzt vornehmlich... oder in erster Linie, nachdem ihr Mann in Rente war, dass sie die Reisen gemacht haben? habe ich das richtig verstanden?
Frau Palm
00:31:04
Ja die großen Reisen, ja. Sonst sind wir immer in Wintersport gefahren.
Hans
00:31:08
Ja.
Frau Palm
00:31:09
Deshalb, wie ich jetzt die ganzen Skiläufe und alles, das kennen wir gar nicht. Da war alles voll Schnee, und nicht nur diese ... Wenn ich an die Sprungschanze denke, die springen da von oben runter, fast in das Grüne rein.
Hans
00:31:24
Ja, das
Frau Palm
00:31:26
Das sieht so unnatürlich aus.
Hans
00:31:27
Ja.
Frau Palm
00:31:28
Ich sag, mein Sohn, der fährt immer noch im Wintersport.
Hans
00:31:32
Hhm hm.
Frau Palm
00:31:33
Ich sag, seid ihr denn... Ja, sagt er, sicher wir haben uns voriges Jahr schon angemeldet. Ob da Schnee liegt, weiß wissen wir nicht, sagt
Hans
00:31:41
Ja,
Frau Palm
00:31:41
er denn.
Hans
00:31:41
ja.
Frau Palm
00:31:42
Ja, ich sage, was macht ihr sonst? Ja, dann gehen wir spazieren, ne?
Hans
00:31:46
Ja, es sind ja meist auch so schöne Gegenden, ne?
Frau Palm
00:31:51
Die Gegend ist auch so schön, ne? Ich kenn die gar nicht vom Sommer her, so Bayern und Österreich und so.
Hans
00:31:57
Ja.
Frau Palm
00:31:57
Und Kärnten.
Hans
00:31:58
Hm.
Frau Palm
00:31:59
Das kenne ich nur vom Wintersport,
Hans
00:32:01
Ja. .
Frau Palm
00:32:01
ne?
Hans
00:32:01
Und was haben sie dann im Wintersport gemacht? Also alpin, oder?
Frau Palm
00:32:04
Erst bin ich Ski gelaufen.
Hans
00:32:06
Ja.
Frau Palm
00:32:07
Auch mit meinem Mann.
Hans
00:32:08
Ja.
Frau Palm
00:32:09
Und dann waren wir nachher, wenn die Lifte so voll waren und die standen da Schlange. Mein Gott, ich sag, ich such mir was anderes aus. Dass wir fuhren immer zu, meistens zu viert oder sechst waren wir im Winterurlaub. Und da war ich mit meinem Mann alleine schon mal acht Tage, ja, fast eine Woche unterwegs. Da bin ich einfach irgendwo reingegangen, hab mir Lang... für, äh, Langlauf die Skier.
Hans
00:32:40
ja.
Frau Palm
00:32:40
gekauft.
Hans
00:32:41
Aha.
Frau Palm
00:32:42
Und dann kamen meine Bekannten, auch oft, sagte die, Frau Danhöfer; die müssen Sie auch schon von hier kennen. Die kommt schon mal öfter mich
Hans
00:32:52
Ja.
Frau Palm
00:32:52
besuchen,
Hans
00:32:53
Ja.
Frau Palm
00:32:53
ne? Die sagte, das machen wir auch. Sagt sie, aber wir gehen in die Langlaufschule, sofort. Ja, haben wir den auch gemacht? Und dann haben wir, ja, mein Mann, der ist mit 80 noch Ski gelaufen, und ich habe noch Langlauf gemacht.
Hans
00:33:10
Aha, ja.
Frau Palm
00:33:11
Und damit habe ich mich, einmal bin ich da auch gefallen beim Langlauf. Hab mich am nächsten Tag röntgen lassen. In Bufing, hieß das, weiß ich jetzt nicht mehr, wie der Ort hieß. Da sagten sie, es ist nur eine Verstauchung am Po, die müssen ruhig, am besten ist, sie Laufen weiter.
Hans
00:33:34
Hhm hm.
Frau Palm
00:33:35
Das habe ich aber Gott sei Dank nicht gemacht,
Hans
00:33:37
Ja.
Frau Palm
00:33:37
ne? Dann bin ich nachher nach Hause und bin dann auch gefallen, wollte ich was auf den Schrank stellen, wo ich sonst immer vom Stuhl aus drankam. Und dann hatte ich, ich weiß nicht, wieso die Leiter in der Küche stand, gehe von der Leiter runter und denke, ich gehe vom Stuhl runter und knall mit dem Rücken auf den Stuhl. Da hatte ich beide, beide unteren Wirbel gebrochen. Und dann habe ich vier Wochen platt, richtig flach im Bett gelegen, im Krankenhaus.
Hans
00:34:17
Ja.
Frau Palm
00:34:19
Aber ich bin, als ich dann wieder aufgestanden bin, ging es.
Hans
00:34:23
Ja.
Frau Palm
00:34:23
Habe ich kaum noch Rückenschmerzen gehabt,
Hans
00:34:25
Ja.
Frau Palm
00:34:25
ne?
Hans
00:34:25
Ja.
Frau Palm
00:34:26
Und dann ein paar Jahre später. Fing das mit dem Rücken an, diese Osteoporose. Deshalb komme ich auch heute wieder nicht mehr auf die Beine, ne?
Hans
00:34:37
Ja.
Frau Palm
00:34:39
. Aber
Hans
00:34:40
Ja.
Frau Palm
00:34:40
wir haben denn auch in München ein so ein Riesenhaus... Also, aber so unglücklich für ein Familienhaus! Badezimmer, zwei Toiletten, WZ, Wanne und Dusche. Und oben ein Riesenflur! Und als dann seine Tochter geheiratet hat, haben sie das für die fertig gemacht.
Hans
00:35:11
Ja.
Frau Palm
00:35:12
Und mein Mann und ich natürlich mit. Wir waren ja, hatten ja Zeit und haben geholfen. Da kommt die Enkelin und hat denn die Kleine da und sagt... - der Mann, der konnte nicht mit Geld umgehen. Der war beim BBC beschäftigt. Aber der schmiss mit Geld durch Tür und Fenster raus. Okay. Dann stellt sie die Kleine auf den Tisch. Da sagt mein Mann, "Ja! was machen wir denn jetzt? Wir haben ja schon jahrelang kein Baby mehr. Äh, Windeln gewechselt!"
Hans
00:35:50
Mhm.
Frau Palm
00:35:51
ne? Aber schafften wir doch. Da kamen die abends erst wieder. Und mein Sohn und meine Schwägerin, die waren beide berufstätig noch. Was habt ihr denn mit ihrem Kind gemacht? Ja sag ich, guck mal da. Die war ganz glücklich mit uns.
Hans
00:36:09
Ja, ja.
Frau Palm
00:36:12
Ach, ja. Da waren irgendwie, waren das schöne Zeiten. Und dann jetzt, neulich wurde mal, war das jetzt Irland? Im Fernsehen, ein Film davon gezeigt.
Hans
00:36:28
Ja.
Frau Palm
00:36:28
Aber wir sind da, wir haben nur Busreisen gemacht.
Hans
00:36:31
Aha.
Frau Palm
00:36:32
Und da ist der Zug durch die ganze Gegend gefahren. Da haben wir gedacht, wir hätten Irland nie gesehen, ne?
Hans
00:36:38
Ja.
Frau Palm
00:36:39
So viel sieht man im Fernsehen denn doch.
Hans
00:36:42
Ja,
Frau Palm
00:36:42
Und
Hans
00:36:43
ja.
Frau Palm
00:36:43
auch manche in Schweden und Norwegen, ne? Der Unterschied zwischen beiden, Norwegen, das war irgendwie unsauber. Schweden, da lag kein Blatt, nix auf der Straße.
Hans
00:37:00
Mhm.
Frau Palm
00:37:00
So sauber waren die
Hans
00:37:02
Ja,
Frau Palm
00:37:03
Schweden, ne?
Hans
00:37:03
ja.
Frau Palm
00:37:04
Es war ein großer Unterschied zwischen den einzelnen Ländern. Auch landschaftlich gesehen, ne?
Hans
00:37:13
Mhm.
Frau Palm
00:37:16
Und dann Kreta, Marokko. Marokko, war das, da? Da waren die, die Affen waren da so schlimm. Wenn man da spazieren ging.
Hans
00:37:30
Ja.
Frau Palm
00:37:30
und irgendwo sich über die Brüstung beugte und da waren Affen in der Nähe, da musste man aufpassen, dass die einem nicht das Essen aus den Mund nahmen oder die Taschen abnahmen. Das war schlimm, ne? Aber man amüsierte sich da drüber,
Hans
00:37:49
Ja.
Frau Palm
00:37:50
aber... Ja, und Kreta. Ja, die blaue Grotte war das... auch da? Also, ich vergess die Namen immer so. Das ist das Dumme. Ich stelle mir das bildlich vor und doch... hab ich früher auch schon immer vergessen.
Hans
00:38:14
Ja.
Frau Palm
00:38:15
Wenn mir jemand entgegenkam, dann fiel mir der Name nachher wieder ein. Ich wurde dann immer mit dem Namen angesprochen und ich konnte nur Guten Tag sagen.
Hans
00:38:25
Ja, ja.
Frau Palm
00:38:28
Und wenn er weg war, dann fiel es mir wieder ein.
Hans
00:38:34
Ja. Ich hätte noch mal so eine Sache, die mich interessieren würde. Sie haben ja berichtet, so in Kriegszeiten hätten Sie, haben Sie Friseurin gelernt, und dann aber den Mann kennengelernt und irgendwie, also der Übergang, so die Entscheidung, dass Sie dann Hausfrau werden und Mutter so in erster Linie. Ist das einfach so gewesen oder ist Ihnen da was schwergefallen oder haben Sie den Beruf sowieso gar nicht so?
Frau Palm
00:39:02
Also ich bin, ehrlich gesagt, ich habe den Beruf zwar gemacht,
Hans
00:39:07
Ja,
Frau Palm
00:39:08
aber das ich das mit Liebe gemacht hätte, das könnte ich nicht sagen.
Hans
00:39:11
ja.
Frau Palm
00:39:11
Ich habe auch immer Leute um mich gehabt, mit den Leuten mich unterhalten müssen und und und
Hans
00:39:17
Ja.
Frau Palm
00:39:18
Und wenn die dann das nächste Mal kamen, habe ich gedacht, ach du lieber Himmel, wo hat sie denn das letzte Mal drüber gemeckert?
Hans
00:39:26
Hm.
Frau Palm
00:39:27
Dann musste man immer wieder da drauf eingehen!
Hans
00:39:29
Ja, ja.
Frau Palm
00:39:30
Und das fällt mir hier so schwer, wenn ich unten runtergehe und sehe die da sitzen alle. Mein Gott, denke ich, die sind ja alle noch jünger als du, aber du fühlst dich hier, als wenn du schon 100 wärst.
Hans
00:39:45
Ja.
Frau Palm
00:39:47
Ich kann mich jetzt schnell schlechter an Leute anpassen als früher, ne.
Hans
00:39:52
Ja.
Frau Palm
00:39:53
Und auch meine Mutter und meine Schwägerin, die vertrugen sie auch nie. Dann kam meine Mutter und schimpfte über meine Schwägerin und meine Schwägerin über, über meine Mutter.
Hans
00:40:04
Ja,
Frau Palm
00:40:05
Und
Hans
00:40:05
ja.
Frau Palm
00:40:05
einmal war meine Tochter dabei. Da sagte sie, "Mama, du gibst jetzt jedem recht, warum machst du das eigentlich?"
Hans
00:40:13
Ja.
Frau Palm
00:40:14
Ich sage, "Wenn ich jedem unrecht geben würde, dann würden die sich noch mehr zanken, und ich hätte sie noch mehr am Hals."
Hans
00:40:21
Ja.
Frau Palm
00:40:22
Und als sie nachher selbst da gebaut hat, auf dem gleichen Grundstück, wo mein Elternhaus auch steht, dann lernte sie das auch kennen. Da sagte sie, jetzt kann ich das verstehen.
Hans
00:40:33
Ja.
Frau Palm
00:40:35
Weil die Hannelore kommt wirklich immer. Dann hat sie was über den zu meckern und über den. Und wenn ich ihr dann jedes Mal recht geben würde, ich glaube, die hätte dann die ganze Siedlung hier oben am Hals hängen.
Hans
00:40:49
Ja.
Frau Palm
00:40:50
Ja. Das ist nicht immer leicht. Aber was soll's. Ich habe nie mit jemandem Krach gehabt. Ich war auf meinem letzten Geburtstag. Waren sie alle hier. Die Münchner und die ganzen Enkel. Und da waren wir unten im Speisesaal. Haben wir da an dem langen Tisch alle gesessen. Und die Kinder haben Hund und Katz gespielt, sind da am Boden rumgekrochen miteinander.
Hans
00:41:18
Ja.
Frau Palm
00:41:19
Und dann habe ich nachher gesagt, zieht euch eure Jacken an und geht nach draußen. Nee, die können doch da im Garten rumlaufen.
Hans
00:41:27
Mhm.
Frau Palm
00:41:28
Und da sage ich noch zu meiner Tochter, hoffentlich gehen die nicht da und gucken, wo die Fische sind und sehen, dass sie nach draußen können, wenn die Tür
Hans
00:41:40
Ja.
Frau Palm
00:41:40
auf geht.
Hans
00:41:40
Ja.
Frau Palm
00:41:41
Aber das haben sie dann Gott sei Dank doch nicht gemacht.
Hans
00:41:43
Ja. Ich erinnere mich noch an die ein oder andere Geschichte, die Sie mal so erzählt haben, so von Gartenarbeit und Rasenmähen. War das mehr so ein Hobby oder haben Sie das gemacht, weil es gemacht werden muss?
Frau Palm
00:42:00
Nee, Rasen, den hat mein Mann immer gemäht.
Hans
00:42:03
Aha.
Frau Palm
00:42:04
Aber so auch die Hecke geschnitten.
Hans
00:42:06
Ja.
Frau Palm
00:42:06
Ja. Aber so alles andere habe ich selber gemacht.
Hans
00:42:09
Ja.
Frau Palm
00:42:10
Und dann auch wenn... ich lief auch schon mit dem Rollator rum und dann sage ich, "Gib mir mal den Rasenmäher."
Hans
00:42:17
Ja.
Frau Palm
00:42:17
Denn hab ich denn weiter gemäht.
Hans
00:42:19
Ja.
Frau Palm
00:42:20
Aber nur dies, das Gras ausschütten, das konnte ich
Hans
00:42:23
Ja.
Frau Palm
00:42:23
dann nicht, ne?
Hans
00:42:24
Ja.
Frau Palm
00:42:24
Und dann ist mein Mann auch einmal... ist er gestürzt. Es war auch kurz bevor Und er konnte in, da ist er aber auch in so einen stacheligen Strauch gefallen, und ich konnte ihn wieder hochkriegen.
Hans
00:42:43
Mhm.
Frau Palm
00:42:45
Und dann ist er zum Arzt, da sollte er Bypässe kriegen.
Hans
00:42:49
Ja.
Frau Palm
00:42:50
Und die haben gesagt, er wäre da schon zu alt, zu. Da hätte man, hätte da eine neue, von einem anderen Arzt eine andere Meinung holen sollen.
Hans
00:43:00
Ja.
Frau Palm
00:43:00
Und dann ist er jahrelang, dann sind wir auch mal sonntags morgens, wir haben uns immer mit Bekannten getroffen und sind dann jeden Sonntag, drei, vier Stunden draußen rumgelaufen. Und da sitzen wir einmal bei Ruf in der Gaststätte und mein Mann, weg war er. Mitten am Tisch wird er ohnmächtig.
Hans
00:43:24
Ja.
Frau Palm
00:43:25
Und dann ist er auch wieder ins Krankenhaus. Das gleiche... Bypässe.
Hans
00:43:31
Ja.
Frau Palm
00:43:31
Aber wieder nicht machen lassen, ne?
Hans
00:43:34
Ja.
Frau Palm
00:43:35
Und dann nachher als, als, ja, ja, da war er in Steele im Krankenhaus. Und wir sind dann... haben Sonntags, Samstagsabends ihn noch besucht, und da liegt er im Bett und hatte diese stacheligen Bälle, die sollte er immer mit üben, er konnte da alleine essen, konnte er wohl, aber wenn wir da waren, haben wir ihn auch schon mal gefüttert. Da sagt er, so, heute kriegt mich keiner mehr aus dem Bett. Sag ich zu meiner Tochter, "War der Papa heute komisch, ne?" Sagt sie, "Wieso denn? Ist ja klar, ist ja abends, was soll er denn noch aufstehen."
Hans
00:44:23
Ja, ja.
Frau Palm
00:44:25
Ja,und da riefen die morgens an, mein, der Mann ist gestorben, in der Nacht.
Hans
00:44:30
Ja.
Frau Palm
00:44:32
Da sage ich, halt zum Ernst, ich möchte mal gern wissen..., sagt er, hättest du ihn vorher fragen müssen, wie er das gemacht hat, so fest einschlafen.
Hans
00:44:43
Ja.
Frau Palm
00:44:45
Ja, mein Bruder genauso. Ich gehe spazieren, da durch den Park, hier in Fischlaken, ist so ein Kinderspielplatz, so ein kleiner Park vorm Viehhauser Berg, da rüber zur Hildegrimstraße. Und mein Bruder kommt mir aus dem Bus entgegen und wir gehen noch das Stück bis zum, das gleiche Grundstück
Hans
00:45:09
Mhm.
Frau Palm
00:45:09
war ja. Auch unser Grund, war das Grundstück, wo meine Kinder gebaut haben. Da kommt mein Sohn, am nächsten Morgen, ich sag, was machst du denn für ein Gesicht, wer ist denn jetzt gestorben? Da sagte er, der Onkel Bruno die Nacht.
Hans
00:45:27
Ja.
Frau Palm
00:45:28
Auch, meine Schwägerin hatte abends noch, die hatten immer so einen weiten Weg durchs ganze Haus bis unten in die Küche. Und da hatten sie schon, hinter der Küche war so ein großer Partyraum. Haben sie schon umgebaut für die beiden als Schlafzimmer und Wohnzimmer, damit sie nicht immer die Treppen runter mussten.
Hans
00:45:57
Ja, ja.
Frau Palm
00:45:59
Das hat er einmal, einmal hat er das erlebt, und da geht er wieder hoch oben in sein Zimmer. Meine Tochter, die Schwägerin, denkt, warum macht er denn jetzt das Fernsehen nicht aus? Da guckt sie, macht ihm das Fernsehen wieder an. Nach einer Weile sitzt er genauso davor.
Hans
00:46:20
Ja.
Frau Palm
00:46:20
Da sieht sie, dass er auch richtig eingeschlafen
Hans
00:46:24
Ja,
Frau Palm
00:46:24
ist.
Hans
00:46:25
ja.
Frau Palm
00:46:25
Was auch... sie hat dann Arzt gerufen, das war natürlich zu spät.
Hans
00:46:30
Ja.
Frau Palm
00:46:32
Und mein Mann auch, geht in den Keller und da sage ich, ich sag, ich hab doch schon Kaffee eingeschüttet. Saßen wir vor dem Fernsehen.
Hans
00:46:47
Hhm hm
Frau Palm
00:46:48
Sagt er, ich komm ja sofort wieder hoch. Und nach der Weile denke ich ja, der kommt sofort wieder hoch, der Kaffee ist schon kalt. Liegt auch im Keller. Und da war es allerdings, ja, ein leichter Schlaganfall. Hat er noch sechs Wochen im Klinikum gelegen in Steele.
Hans
00:47:09
Ja.
Frau Palm
00:47:10
Er ist in Alten, in, na wie heißt es, nicht Altenessen.
Hans
00:47:18
Hier in den Werden, oder?
Frau Palm
00:47:19
Nee, nee.
Hans
00:47:20
Nee.
Frau Palm
00:47:21
Kupferdreh.
Hans
00:47:21
Kupferdreh- Ah ja.
Frau Palm
00:47:24
Kupferdreh. Und von da ist er nach Steele gekommen.
Hans
00:47:26
Ja.
Frau Palm
00:47:27
Und dann ist er, als ich den, ich war da an dem Morgen so fertig, ich konnte noch nicht mal mit, wieder ins Krankenhaus, mein Sohn und meine Schwägerin sind da hingefahren, und als ich am nächsten Tag hinkomme, da war er schon irgendwie nicht mehr da. Und da sagte der Zimmernachbar, die sind gestern Morgen hier reingekommen und haben gesagt, ach der schläft noch so feste, wir kommen in einer Stunde noch mal, wir machen erst hier ein anderes Zimmer fertig. Sagt sie, und da kommen sie rein und da sagt einer ganz leise, ach du Scheiße. Da hat er gedacht, was ist denn jetzt los? Ich sag, da bin ich aufgestanden und hab immer noch nicht gesehen, dass er wirklich tot war, sagt er, ne.
Hans
00:48:21
Hhm hm.
Frau Palm
00:48:22
Der ist wirklich, der lag abends, morgens noch genauso, wie er sich abends
Hans
00:48:26
Ja,
Frau Palm
00:48:26
hingelegt hat.
Hans
00:48:27
Ja.
Frau Palm
00:48:29
Ja, für denjenigen selber ist das ja eigentlich gut, ne, aber für die anderen ein Schock, ne?
Hans
00:48:42
Ja, ja, ja.
Frau Palm
00:48:43
Oder man muss, jetzt meine Enkelin, war die 56? Und die war Vorsitzende von diesen ganzen Kitas, hatte die so unter sich,
Hans
00:48:57
Ja.
Frau Palm
00:48:58
musste sie für sorgen.
Hans
00:48:59
Ja, ja.
Frau Palm
00:49:01
Und ja, wie lange hat sie gelebt? Ja, doch zwei Jahre fast noch, ne?
Hans
00:49:08
Ja.
Frau Palm
00:49:09
Und dann ist sie auch an dem Krebs, hatte sie da. Sehr wahrscheinlich, ist sie viel zu spät zum Arzt gegangen, ne?
Hans
00:49:16
Ja.
Frau Palm
00:49:20
Ja, und denn meine Schwägerin. Die ist auch über 90, die sitzt jetzt alleine in dem Haus. Das haben sie sich, vorher haben sie sich das auch noch aufgebaut, oben ne Wohnung für sich, und als alles fertig war, wird sie krank, und das sind denn... Aber mein Neffe, Enkel, Neffe, das ist auch mein Patenkind, der ist einfach genau wie mein Bruder, die waren so fröhlich immer, ne. Auch jetzt, ich glaub, der kommt da ganz gut drüber weg, ne.
Hans
00:50:02
Ja.
Frau Palm
00:50:02
Und da war er nur, einen Tag war er hier, hat er mir den Sessel da weggeholt, aus der Ecke mit meinem Sohn zusammen, und er sagte, nee, was das Schlimmste war, als die Conni schon beerdigt war, da haben die von, von dem, äh, Verein aus, war auch so ein Verein, wo die ganzen Kitas und so alle drin waren. Da haben die eine Trauerfeier veranstaltet.
Hans
00:50:34
Ja.
Frau Palm
00:50:34
Sagt er, all das war fürchterlich.
Hans
00:50:37
Ja.
Frau Palm
00:50:37
Wenn die Frau schon weg ist, und dann muss man noch mal dahin.
Hans
00:50:41
Ja. Ja.
Frau Palm
00:50:44
Und jetzt sagte mein Sohn, ich sag, wie kommt der Volker denn jetzt zurecht? Die wohnen da nebeneinander. Da sagt er, wenn die Hannelore nicht so blöde wär, da sagt er noch, soll ich die Hannelore mal mitbringen hier, dass sie sich das anguckt? Ich sag, wenn du dir einbildest, du kriegst deine Mutter hier hin. Ich sag, da biste aber schief gewickelt.
Hans
00:51:09
Ja.
Frau Palm
00:51:09
. Ich sag, so den Eigensinn, kenn ich aber nicht.
Hans
00:51:13
Ja.
Frau Palm
00:51:14
Ja, das wird der nie schaffen, ne?
Hans
00:51:17
Ja.
Frau Palm
00:51:18
Und dabei sagt sie immer, sie kommt alleine zurecht. Mein Sohn geht dann, als mein Enkel da in Urlaub war, sagt er, beruhige dich, ich geh morgens hin und bringe ihr die Zeitung rüber. Und mittags wärme ich ihr das Essen auf, und
Hans
00:51:33
Hm.
Frau Palm
00:51:33
sonst hat sie ja die Leute da, ne?
Hans
00:51:35
Ja.
Frau Palm
00:51:36
Sagt er, ich komm da mittags hin, will ihr das Essen aufwärmen, da sagt die Pflegekraft, was machen sie denn hier? mach ich doch sonst immer.
Hans
00:51:44
Hm.
Frau Palm
00:51:45
Hat sie immer behauptet, hätte sie alles selber gemacht, ne?
Hans
00:51:48
Ja, ja.
Frau Palm
00:51:49
Also, so eigensinnig.
Hans
00:51:51
Aha.
Frau Palm
00:51:53
Jetzt war hier das Zimmer, war gerade frei geworden. Da sag ich, ja, musst du ihr jetzt sagen, da ist ein Zimmer frei, kannst du sie gleich reinbringen.
Hans
00:52:02
Ja. Hhm hm
Frau Palm
00:52:04
Und da sagt mein Sohn, das glaubst du aber selber nicht, dass du deine Mutter so weit kriegst.
Hans
00:52:15
Aber insgesamt klingt hier immer wieder durch und auch sonst schon mal so erlebt, dass sie Teil einer recht großen Familie sind, so 'ne richtige Großfamilie eigentlich so, ne? Ja. Viele Kinder, Enkelkinder und Urenkel und viel Leben.
Frau Palm
00:52:31
Wenn ich so an meine Mutter denke, mein Vater war erwerbslos und jeden Sonntag hatten wir Besuch.
Hans
00:52:43
Ja,
Frau Palm
00:52:44
und dann kamen die anderen Geschwister an,
Hans
00:52:46
ja.
Frau Palm
00:52:46
weil es das Elternhaus war, ne?
Hans
00:52:48
Ja.
Frau Palm
00:52:48
Und dann hab ich mich immer gewundert, ich denk, verflixt nochmal, da sag ich mal zu ihr, und mein Bruder? der war der Liebling. Ich konnte machen, was ich wollte, ich konnte ihr schenken, was ich wollte,
Hans
00:53:01
Ja.
Frau Palm
00:53:01
das guckte die gar nicht an. Und einmal hat er ihr ne Waschmaschine geschenkt, ne neue. Und dann hat er mit angegeben, da war ich so sauer, ich sag: das glaub ich, der gibt nie Trink... äh, Stre... äh, bezahlt nie Geld.
Hans
00:53:20
Ja.
Frau Palm
00:53:20
Und ich muss jeden Monat irgendwie ein paar, meiner Mutter was von meinem Geld
Hans
00:53:26
Ja.
Frau Palm
00:53:26
abgeben!?
Hans
00:53:26
Ja.
Frau Palm
00:53:26
ne!?
Hans
00:53:27
Ja, ja.
Frau Palm
00:53:28
Ja, da guckten die anderen Verwandten, die guckten auch doof, ne? Das haben die ja alle gar nicht gewusst. Das waren immer so Sachen, wo man sich dann drüber ärgert und doch nichts dazu sagt.
Hans
00:53:41
Ja, ja.
Frau Palm
00:53:42
Nur, um keinen Krach zu kriegen.
Hans
00:53:44
Ja, ja, ja,
Frau Palm
00:53:45
Also, das konnte ich nicht vertragen, Krach,
Hans
00:53:47
ja.
Frau Palm
00:53:47
ne!?
Hans
00:53:49
Aber anfangs hatten Sie von zu Hause auch so landwirtschaftlich so ein bisschen Tiere schlachten erzählt. War das auch hier in Essen oder war das irgendwo in einer ländlicheren Gegend?
Frau Palm
00:53:59
Nee, war hier auf dem, hier am Weinberg war das.
Hans
00:54:02
Ja,
Frau Palm
00:54:03
Vom
Hans
00:54:03
genau.
Frau Palm
00:54:03
Viehäuser Berg zur Hildegrimstraße.
Hans
00:54:06
Ah, ja. Aha.
Frau Palm
00:54:07
Das war ein großes Grundstück. Da stehen jetzt auf diesem, auf unserem Grundstück alleine stehen das Elternhaus und meine beiden Kinder haben da jeder ein Haus gebaut.
Hans
00:54:24
Aha.
Frau Palm
00:54:24
Das ist auch, weil das so ein bisschen am Hang liegt.
Hans
00:54:28
Ja
Frau Palm
00:54:29
Waren die Garagen, waren unterhalb der Häuser und vor allem, da war ein großer Platz, wo man noch Autos stellen konnte. Und unter den Garagen waren die Einliegerwohnungen und das ging natürlich schräg ab und als ich da eingezogen bin, musste mein Schwiegersohn erstmal die Treppe, die an der Seite runterging, hat er eben eher so schräg gemacht damit ich mit meinem Rollator da runter konnte.
Hans
00:55:00
Ja, ja.
Frau Palm
00:55:01
Und das konnte ich auch, mit einem Schritt war ich draußen,
Hans
00:55:04
Ja.
Frau Palm
00:55:05
und saß im Garten und alles.
Hans
00:55:06
ja.
Frau Palm
00:55:07
Und dann bin ich auch einmal, bin ich gefallen, lag ich im Flur und ich hatte auch dieses Pieps-Ding um.
Hans
00:55:15
Mhm.
Frau Palm
00:55:17
Und da drück ich drauf, da sagten sie, ähm, äh, haben sie sich verletzt oder, ne, ich sag, ich bin nur gefallen, ich komm nicht alleine wieder hoch.
Hans
00:55:29
Mhm.
Frau Palm
00:55:30
Ich sag, ich lieg hier im Hausflur, ich sag, ich kann nur versuchen, in meine Wohnung reinzukommen. Hier im Hausflur sind Steine und in der Wohnung war Parkett. Und, da hab ich versucht, mich an der Heizung hoch zu ziehen, ging nicht. Und dann hatten wir so ein Riesenbücherregal, ne!? denke ich, wenn du dich da ran hochziehst, kommst du mit dem ganzen Regal da runter.
Hans
00:55:54
Ja, ja, ja.
Frau Palm
00:55:56
Ja, und dann, ja, dann bin ich hier zur Kurzzeitpflege gewesen.
Hans
00:56:02
Mhm.
Frau Palm
00:56:03
Dann hat mein Sohn dann nochmal Badezimmer und alles anders gemacht, bequemer. Und im Flur einen Wandschrank eingebaut. Da konnte ich, da hatte ich unten die Röcke und Hosen, die konnte ich so rausziehen, mit so einer Stange.
Hans
00:56:28
Mhm.
Frau Palm
00:56:29
Da kam ich gut zurecht. Und da bin ich auch einmal, da hab ich den Piepser umhängen gehabt. Und dann bin ich wohl da beim Anziehen dran gekommen. Und als ich draußen auf der Straße bin, kommt mir der gelbe Wagen entgegen. Ich
Hans
00:56:46
Ja.
Frau Palm
00:56:46
sag, was macht ihr denn hier? Ja, ihr habt, Sie haben uns doch gerufen. Ich sag, ich hab... Doch! Sie haben gerufen.
Hans
00:56:54
Mhm. Ja.
Frau Palm
00:56:56
Da hab ich gedacht, kann man doch sehen, dass sie doch reagieren auch wenn man nicht will.
Hans
00:57:02
Ja, ja. Ja. Also, haben Sie eigentlich schon diverse Formen von, auch als Sie älter wurden und nicht mehr so, so fit waren, diverse Formen miterlebt. Also zu Hause mit Umbauten und
Frau Palm
00:57:16
Ja. Das haben wir immer. Ich hab das immer ganz gerne gemacht.
Hans
00:57:19
Ja. Ja.
Frau Palm
00:57:20
Auch wenn man jetzt auch wieder als die Kinder neu ein... meine Enkelin, die älteste Enkelin hat ja mein Elternhaus übernommen.
Hans
00:57:30
Ja.
Frau Palm
00:57:30
Da musste sie natürlich auch die anderen Geschwister auszahlen, ne?
Hans
00:57:34
Ja.
Frau Palm
00:57:35
Ich seh nur immer, wie der eine, der älteste Enkel mal vor uns bei meinem Elternhaus steht und sagt, Oma, kannst du mir mal sagen, wie die alle geschlafen haben mit elf Mann und dann noch Oma und Opa dabei? Ja, ich sag, die haben nicht jeder ein Zimmer gehabt wie ihr jetzt.
Hans
00:57:55
Ja.
Frau Palm
00:57:56
Die haben oben die ganze obere Etage, zwei Kinderzimmer und ein Wohnzimmer, haben sie auch noch für sich und ein Badezimmer. Und meine... ihre Eltern, meine Nichte und ihr Mann, die haben ihr Schlafzimmer unten in unserem Esszimmer gemacht. Ich sag, haben sie das Haus auch schon wieder umgebaut. Ich wollte früher immer vor der Küche einen Balkon haben. Da sagt mein Mann, das ist zu... die Kopfhöhe ist nicht da. Da kommt man nicht in die Garage rein. Da habe ich gesagt, man kann doch von innen eine Treppe machen. Hatte extra die neue Küche, so einen Tisch, den man reinschieben kann und unter dem Fenster Platz gelassen. Da kann man nachher eine Treppe reinmachen und dann auf den Balkon
Hans
00:58:59
Ja,
Frau Palm
00:58:59
darauf.
Hans
00:59:00
ja,
Frau Palm
00:59:00
Das hat er nie gemacht. Das war nicht regelmäßig, das wird nicht gestattet. Ja, und meine Enkelkinder, die haben jetzt den Balkon, gehen vom Wohnzimmer aus
Hans
00:59:15
ja, ja,
Frau Palm
00:59:15
da
Hans
00:59:15
ja.
Frau Palm
00:59:16
drauf, ne? Müssen auch zwei Stufen hoch, sonst... da kommt man sonst wirklich nicht unten in die Garage rein, wenn man den niedriger gelegt hätte, ne?
Hans
00:59:25
Ja.
Frau Palm
00:59:26
Und wo sitzen sie, wo wir früher auch gesessen haben, in der anderen Ecke, da müssen sie noch zwei Treppen runter, ne?
Hans
00:59:36
Mhm.
Frau Palm
00:59:36
Und ja, im Garten haben sie auch alles gelassen wie es ging. Sogar die Tischtennisplatte, die ist noch da. Garage konnte man gar nichts mehr reinfahren, weil sie da Fahrräder und alles Mögliche drin haben.
Hans
00:59:51
Ja. Mir scheint jetzt so, wenn ich so beobachte wie sie hier leben, scheinen sie sich aber auch hier wieder ganz gut eingefunden und eingelebt zu haben,
Frau Palm
01:00:00
Ja,
Hans
01:00:00
ne?
Frau Palm
01:00:01
ja.
Hans
01:00:01
So, dass sie ihr Ding machen,
Frau Palm
01:00:03
Ich bin hier ganz zufrieden, ich
Hans
01:00:05
ja.
Frau Palm
01:00:05
muss sagen, ich könnte über keinen meckern,
Hans
01:00:10
Ja.
Frau Palm
01:00:10
ne? Nur einmal dieses, ich glaub, ich glaub die war heute Morgen in der Küche, eine schwarze.
Hans
01:00:18
Ja.
Frau Palm
01:00:19
War das?
Hans
01:00:20
Ja.
Frau Palm
01:00:21
Da hab ich mich mal einmal mit angelegt.
Hans
01:00:23
Aha,ja. Und worum ging's da bei dem Streit? Worum ging's da, warum haben sie sich mit ihr angelegt?
Frau Palm
01:00:31
Die, also die, ich konnte ihr sagen, was ich
Hans
01:00:35
Ja?
Frau Palm
01:00:35
wollte, die machte alles falsch.
Hans
01:00:37
Aha, ja.
Frau Palm
01:00:38
Und, äh, wer war das? Ich weiß nicht, wer die, wer gesagt hat: "Du kannst noch am besten damit umgehen, du musst nur sagen, was sie machen soll."
Hans
01:00:50
Ja, ja.
Frau Palm
01:00:52
Aber konnte ich bei der gar nicht machen.
Hans
01:00:54
Ja. Mhm.
Frau Palm
01:00:54
Die machte dies nicht und das nicht. Dann hab ich gesagt: "Nö, ich sag, wenn das so geht, ich bin doch nicht dafür da, die zu erziehen."
Hans
01:01:02
Ja, ja. Ja.
Frau Palm
01:01:07
Ja, jetzt der, der Josef auch, der war das erste Mal, dass der bei mir war, ne. Mhm. Der sagte auch: "Sie müssen sagen, wie´s am besten
Hans
01:01:18
Ja. Mhm.
Frau Palm
01:01:21
wie es am besten geht!" aber der macht ja alles richtig.
Hans
01:01:23
Ja.
Frau Palm
01:01:25
Nur hier in die Karre rein. "Nee, ich sag, stellen Sie die Karre andersrum. Sonst komm ich da schlecht rein und komm da wieder hier an den..." Ich bin ja mal gespannt, ich soll ja da einen anderen Arm dran kriegen.
Hans
01:01:39
Müsste eigentlich Anfang der Woche irgendwie hinkommen, am Dienstag.
Frau Palm
01:01:43
Also unten im Speisesaal, da hab ich... Heute Morgen hab ich es fast geschafft, aber da kam Jessica nochmal und sagte: "Warten Sie, warten Sie." Sah, wie ich immer vor, wieder ein Stück
Hans
01:01:58
Ja.
Frau Palm
01:01:58
zurück, wieder ein Stückchen vor. Also das ist ja so schwer, an dem Tischbein vorbeizukommen, wenn das Ding da draußen ist.
Hans
01:02:08
Mhm. Ja, ja.
Frau Palm
01:02:10
Das
Hans
01:02:10
Ja.
Frau Palm
01:02:10
ist es ein bisschen eng, und dann hab ich mir ja auch den blauen Flecken hier an dem
Hans
01:02:15
Ja.
Frau Palm
01:02:15
Tischbein
Hans
01:02:15
Aber,
Frau Palm
01:02:16
geholt.
Hans
01:02:16
aber das erste Mal, wie ich gesehen hab, wie Sie mit diesem neuen Elektroantrieb hier an den Tisch herangefahren sind, da, da sagte ich, das ist ja so professionell. Das ist ja so in einem Schwung so davor gefahren, ne.
Frau Palm
01:02:27
Aber manchmal gelingt mir das einfach
Hans
01:02:30
ja
Frau Palm
01:02:30
nicht, das ist das,
Hans
01:02:30
ja
Frau Palm
01:02:31
dumme, ne!? Und wenn ich jetzt den ganzen Tag gar nicht mit dem Ding gefahren bin, hab ich schon Angst rauszukommen.
Hans
01:02:38
Ja.
Frau Palm
01:02:38
Neulich bin ich mit dem, da wohl an das Bett irgendwie gekommen
Hans
01:02:45
Hhm hm.
Frau Palm
01:02:45
und ich denk, was ist das denn? Ich drück drauf, da steht der ganz, der ganze Rollstuhl war hochgegangen
Hans
01:02:53
Ja.
Frau Palm
01:02:53
hinten, ne!?
Hans
01:02:54
Ja.
Frau Palm
01:02:54
Ja, das hab ich auch. Ich denk, was machst du denn jetzt? Aber ich hab ihn wieder runtergekriegt.
Hans
01:03:01
Ja, ja.
Frau Palm
01:03:03
Das ist dann auch die Angst zu fallen. Ich bin ja vorher mit dem Rollator oft im Garten und überall
Hans
01:03:10
ja
Frau Palm
01:03:11
alleine rumgelaufen. Aber und mit dem Ding bin ich dann gefallen und seitdem ist das aus. Du hast vom Kopf her die Angst auch vielleicht. Ich weiß es nicht.
Hans
01:03:24
Ja,ja. Wobei, Sie sind ja hier schon noch nach ein, zwei, nach zwei Stürzen glaube ich sogar immer wieder noch auf die Beine gekommen. Oder zweimal?! Das heißt, Sie sind mit dem Rollator wieder gelaufen, ne. Ja. Jetzt nach dem letzten Sturz halt. Aber bei dem, bei dem sicheren Fahren, da dachte ich, da fällt mir jetzt noch ein, hatten Sie eigentlich einen Führerschein, ein Auto gefahren oder?
Frau Palm
01:03:44
Nee.
Hans
01:03:45
Nee. Also…
Frau Palm
01:03:46
Ja, die, als die hier war von der Krankenkasse. Die Jessica saß da, die hat sich hinterher kaputt gelacht. Die sagte, die hat wirklich Fragen gestellt, als wenn sie einen Führerschein machen würden.
Hans
01:04:00
Ja, ja.
Frau Palm
01:04:01
Ja, ich sage, muss ich ja sicher auch, ne!?
Hans
01:04:03
Ja.
Frau Palm
01:04:04
Die wollte nur gucken, ob ich das noch schaffe, geistig.
Hans
01:04:07
Ja, ja. Ja, ja.
Frau Palm
01:04:07
Aber manchmal denke ich auch, wie kannst du dir denn noch so einen Blödsinn wieder aufreden... aufreden lassen. Ja, sagt meine Tochter…
Hans
01:04:17
Ja, aber…
Frau Palm
01:04:17
die haben wirklich recht, du bist viel zu neugierig, um was auszulassen.
Hans
01:04:23
Ja. Ja. Eine Frage habe ich mir so ein bisschen so als Abschlussfrage überlegt,oder ich habe die wo abgeguckt, aber wenn Sie so an Ihr zwölfjähriges Ich, an Sie als kleines Mädchen oder junges Mädchen zurückdenken, gibt es da irgendeine Sache, die Sie sich da selber raten würden, oder Ihrem jungen Ich raten würden, was sie machen sollte, oder was sie beachten sollte?
Frau Palm
01:04:48
Ja, ich würde jetzt mal der sagen, wenn sie im Beruf wählen würden, sie sollen sich den Eltern gegenüber durchsetzen, ne!?
Hans
01:04:55
Ja.
Frau Palm
01:04:56
Und nicht das, was die Eltern wollen, sondern was sie meinen,
Hans
01:05:00
Ja.
Frau Palm
01:05:00
was sie besser wollen, ne.
Hans
01:05:01
Ja.
Frau Palm
01:05:03
Also ich wär' ja nie Friseuse geworden, wenn ich 'ne Schneiderin, ich hab' auch nachher Kurse gemacht, hab'
Hans
01:05:10
Ja.
Frau Palm
01:05:10
die... hab mir Kleider und Hosen selbst genäht, auch ohne Schneiderin, ne?
Hans
01:05:14
Ja, ja.
Frau Palm
01:05:16
Und meine Tochter, ja, die wollte Kunst studieren, ja, hat sie auch nicht gedurft, ja, jetzt hat sie gemalt,
Hans
01:05:25
Ja, ja.
Frau Palm
01:05:26
Die hat auch neulich waren wir ... Ich sag', wo hast du denn das Bild her? Das ist ja oben von Norderney, irgendwie ein Haus. Ja sag't sie, kommt dir das nicht bekannt vor? Ja, ich sag', wenn wir zum Strand gegangen sind, sind wir da immer dran vorbeigelaufen.
Hans
01:05:43
Mhm.
Frau Palm
01:05:44
Das hat sie naturgetreu dahin gemalt, ne?
Hans
01:05:47
Mhm.
Frau Palm
01:05:48
Hätte sie mehr mit anfangen können? Hab ich auch zu meiner Tochter gesagt, wenn du 'ne Lehrerin wärst, oder so, da kannst du doch auch was mit anfangen nachher, ne?
Hans
01:06:02
Mhm.
Frau Palm
01:06:04
Ne, das wollte sie nicht. Da hat sie Jura studiert, das lag' ihr ja überhaupt nicht und dann merkte ich das letzte Mal, ich sag', irgendwie stimmt was nicht mit dir. Ich sag', du, du gehst gar nicht mehr zur Schule!? Da studierte sie noch in Bochum.
Hans
01:06:24
Mhm.
Frau Palm
01:06:25
Den ersten Abschluss hat sie geschafft. Zweiten nicht. Und anstatt den nochmal zu versuchen, hört sie auf. Und ist aber immer wieder los morgens, ne?
Hans
01:06:38
Ja.
Frau Palm
01:06:38
Bis dass ich gesagt hab', du gehst gar nicht mehr zur Schule?!
Hans
01:06:43
Ja.
Frau Palm
01:06:44
Du, was machst du denn den ganzen Tag?
Hans
01:06:46
Ja.
Frau Palm
01:06:46
ne? Da sagt sie, ich schaff' es einfach nicht.
Hans
01:06:49
Ja.
Frau Palm
01:06:50
Und ich hatte so Rückenschmerzen immer und da hatte mir der Arzt gesagt, ich soll schwimmen. Ich konnte nicht schwimmen und dann hab' ich mich in Meiderich zum Schwimmkursus angemeldet.
Hans
01:07:06
Mhm.
Frau Palm
01:07:07
Und da sagt mein Mann, was willst du denn mit dem neuen Badeanzug da? Du gehst doch nur ins Wasser, wenn wir in Holland sind, gehst du ja nur ein paar Schritte
Hans
01:07:17
Mhm.
Frau Palm
01:07:17
rein; du kannst doch gar nicht-. Ja, ich sag', ich soll wegen des Rückens soll ich schwimmen lernen.
Hans
01:07:22
Mhm.
Frau Palm
01:07:23
Und da hab' ich das Schwimmen gelernt, und da hat man meine Tochter ihren Mann kennengelernt.
Hans
01:07:31
Mhm.
Frau Palm
01:07:32
Im Schwimmbad. Die
Hans
01:07:34
Ja.
Frau Palm
01:07:34
gingen immer
Hans
01:07:35
ne?
Frau Palm
01:07:35
mit, und da sag' ich, und ich merkte dann, oh Gott, die beiden haben angebändelt. Da bin ich dann, ich sag', ich geh schon mal raus, ich geh schon mal nach Hause
Hans
01:07:51
Mhm.
Frau Palm
01:07:51
kommste gleich nach. Da sagte sie, irgendwie haben wir doch wirklich, du durch den Krieg, dass deine Schwiegereltern zu uns gezogen sind, sonst
Hans
01:08:03
Hhm hm.
Frau Palm
01:08:03
hätt ich meinen Mann gar nicht kennengelernt.
Hans
01:08:05
Ja.
Frau Palm
01:08:07
Obwohl zwei Tanten von ihm auch auf dem Weinberg wohnten, ne?
Hans
01:08:10
Mhm. Ja.
Frau Palm
01:08:12
Und da sagt er, gesehen haben wir uns schon mal früher, aber wir haben ja nie gedacht, dass wir mal so...
Hans
01:08:19
, ja.
Frau Palm
01:08:21
an uns anbändeln .
Hans
01:08:22
Mhm.
Frau Palm
01:08:22
würden, ne?
Hans
01:08:23
Mhm.
Frau Palm
01:08:24
Naja.
Hans
01:08:26
Ja. Aber mit dem, die Geschichte mit dem Schwimmenlernen, da waren Sie auch schon ein bisschen älter?
Frau Palm
01:08:31
Ne, ich, 50
Hans
01:08:32
50,
Frau Palm
01:08:32
war ich da.
Hans
01:08:33
ja. Und, ähm, die, die Tochter, die ihren Mann kennengelernt hat, war die Künstlerin, die Jura studiert hat.
Frau Palm
01:08:40
Ja, ja.
Hans
01:08:40
Ja. Aha. Okay. Aber, ähm, eine Frage war mir gerade noch so beim Erzählen in den Kopf geschossen. Ähm, woran haben Sie gemerkt, dass Ihre Tochter nicht mehr zur Uni geht oder nicht mehr lernt?
Frau Palm
01:08:53
Ja,
Hans
01:08:53
Haben Sie?
Frau Palm
01:08:53
die benahm sich irgendwie
Hans
01:08:54
Ja.
Frau Palm
01:08:55
komisch, ne?
Hans
01:08:55
Ja.
Frau Palm
01:08:56
Morgens klüngelte sie rum und dann hatte sie auch einen Führerschein, hatte sie. Den hatte sie, glaube ich, schon gemacht. Und dann hatte sie nachher so ein, äh... Ach, dann haben wir immer den Hund von Höfeld, haben wir immer in den Sommerferien gehabt.
Hans
01:09:15
Ja.
Frau Palm
01:09:16
Klipp hieß der. Und dann hatten wir einmal, das war auch, da waren wir, glaube ich, in, haben wir einen Ofen in dem R4 gehabt, das ist ja, R4 hieß das Auto, glaube ich.
Hans
01:09:31
Mhm. Ja.
Frau Palm
01:09:33
Und der Hund saß hinten drin, neben dem klapprigen Herd.
Hans
01:09:38
Mhm.
Frau Palm
01:09:42
Ich hab den noch nie so schnell aus dem Auto raus schießen sehen, wie das Auto, wie die Tür aufging.
Hans
01:09:46
Ja, ja.
Frau Palm
01:09:48
Und dann kriegt, haben wir den zwei, drei oder vier Sommer haben wir den immer gehabt bei uns
Hans
01:09:54
Hhm hm.
Frau Palm
01:09:55
Und der ging auch, wenn ich draußen Wäsche auf hing oder so, trippelte da rum. Und der ging auch nie im Garten an einen Baum, der ging, ich musste immer so ein Stück laufen, bis
Hans
01:10:07
Hhm
Frau Palm
01:10:07
zum Wald.
Hans
01:10:08
Ja.
Frau Palm
01:10:08
Da ging er an den ersten Baum. Und an dem Morgen auch, da sag ich, mein Gott, schon geh doch mal hier an den Baum. Auf einmal war Klipp weg.
Hans
01:10:21
Oh,
Frau Palm
01:10:22
Und dann, mein Gott, wo ist denn der Hund jetzt, ne? Der konnte aus dem Garten, war kein Zaun drum,
Hans
01:10:29
ja.
Frau Palm
01:10:29
konnte der raus, ne? Das fragte ich die Nachbarn, "Der ist an seinem Baum da hinten", sagten die denn.
Hans
01:10:36
Tja.
Frau Palm
01:10:36
Ging ich da rüber, kam er mir dann auch entgegen.
Hans
01:10:39
Ja.
Frau Palm
01:10:40
Da konnte ich ja nicht mit ihm schimpfen und er hat Baum verstanden und weg war, ne?
Hans
01:10:44
Ja, ja, ja.
Frau Palm
01:10:47
Also das sind so komische Sachen, die man... Und dann konnte er diese weißen Hunde, Dalmatiner heißen die, glaube ich.
Hans
01:10:54
Ja, die mit den Punkten?
Frau Palm
01:10:58
Ja. Also wenn er die sah, ich ging mit ihm im Stadtwald, hatte ich ihn immer an der Leine, ne? Da hatte ich immer Angst, er geht mir laufen, ne? Und dann, wenn er die sah, war es aus, ne? Denn konnte ich ihn kaum nachhalten.
Hans
01:11:14
Ja.
Frau Palm
01:11:15
Und dann sagte der Mann, der, den Dalmatiner, der lief frei rum, ne?
Hans
01:11:19
Ja.
Frau Palm
01:11:20
Ich soll den Klipp loslassen.
Hans
01:11:22
Ja.
Frau Palm
01:11:24
Nee, ich sag, halten Sie doch Ihren Hund fest. Ja sagt er, der ist doch nie an der Leine. Und ihrer, weil der an der Leine ist, fühlt meiner sich stärker, ne?
Hans
01:11:35
Ja, ja.
Frau Palm
01:11:36
Also, ich sag, Klipp, komm, der kommt wieder da hinten, wir gehen weg, ne?
Hans
01:11:44
Ja.
Frau Palm
01:11:44
Und nachher hat er sich auch daran gewöhnt, ging er dem selber aus dem Weg.
Hans
01:11:48
Ja, ja.
Frau Palm
01:11:49
Also man kann Tiere auch noch erziehen, ne?
Hans
01:11:53
Ja, ja.
Frau Palm
01:11:55
Und dann, wenn seine Eltern, wenn seine Eltern da wieder kamen, dann war kein Halten mehr. Dann lag mein Teppich,der lag mitten im Zimmer. So freut er sich dann, ne?
Hans
01:12:06
Mhm.
Frau Palm
01:12:06
Wenn er die dann wieder sah nach
Hans
01:12:08
Ja, ja.
Frau Palm
01:12:09
14 Tagen.
Hans
01:12:17
Ja, das ist...
Frau Palm
01:12:19
Da waren wir lange mit befreundet.
Hans
01:12:21
Ja.
Frau Palm
01:12:22
Wenn ich jetzt da dran denke, in zwei Kegelclubs waren wir, mein Mann in einem. Und zusammen waren wir in einem... Gemeinsam alle 14 Tage. Waren wir erst in Werden, als wir noch da wohnten. Wo jetzt die Schule ist, war da die Gaststätte. Und dann sind wir von Werden aus, als wir in Duisburg waren. Immer, immer... Haben immer unsere Nachbarin mitgenommen.
Hans
01:12:54
Ja.
Frau Palm
01:12:54
Grabberhaus. Und dann ist der Herr Grabberhaus nachher gestorben. Und wir nahmen Frau Grabberhaus mit. Und die... Die Tochter, das war so eine komische! Und denn sag... Also... da kommt die Sonntagsabends an. Montags fuhren wir immer Kegeln. Da kam sie an. Da sagt sie, ich möchte ihnen nur sagen, sie brauchen meine Mutter morgen nicht abzuholen. Die ist in der vorigen Woche gestorben. Ach, ich sag, wenn wir sie nicht hätten abholen wollen, hätten sie uns gar nichts gesagt? Da konnten sie mir denn wenigstens nicht vorher sagen...
Hans
01:13:38
Ja.
Frau Palm
01:13:39
dass die Mutter gestorben ist? Wir hätten sie ja vielleicht nochmal besuchen können, ne?
Hans
01:13:44
Ja.
Frau Palm
01:13:45
Ne. Und jetzt gehen unsere Enkelkinder, gehen immer da noch hin, ne? Und der Theo, der sagte, der Blume, heißen sie jetzt., nicht mehr Grabberhaus. Der Herr Blume, der ist auch wackelig geworden. Der kann, der kann, fährt nicht mehr mit seinem Motorrad. Ja, ich sagte, der ist aber auch schon älter. Er sagte, aber die Frau ist die gleiche Ziege geblieben! Hat er auch so den Unterschied.
Hans
01:14:20
Hhm hm
Frau Palm
01:14:20
Inzwischen schon kennengelernt. Aber man muss manchmal über die Kinder lachen.
Hans
01:14:28
Ja.
Frau Palm
01:14:29
Sie sind ehrlich, ne?
Hans
01:14:34
Ja... Jo.
Frau Palm
01:14:35
Und denn hat er einmal, ich auch hatte meine Enkelin Barbara, die im Haus wohnten, hatte bei Alsen Streichhölzer gekauft. Ich hatte gesagt, sie soll... irgendwie ein Paket Streichhölzer... fehlten mir. Und da ist sie hingegangen und hat so ein ganzes Paket geholt. Das sind zehn oder zwanzig Schachteln drin,
Hans
01:15:03
Ja.
Frau Palm
01:15:03
ne!? Ja, und dann hat sie die da hingelegt. Und eine Schachtel haben sie mitgenommen. Und hier ist der Viehauser Berg. Und wie die brauchten nur, ich gehe über die Straße, war da oben die Böschung. Und oben standen die Strohäuser schon.
Hans
01:15:26
Mhm.
Frau Palm
01:15:26
. Hatten sie schon gemäht. Und diese Dinge, diese Ballen standen da noch.
Hans
01:15:33
Mhm.
Frau Palm
01:15:34
Was machen die beiden? Zünden das Ufer an? Und das Feuer geht bis auf die... Und dann kommen sie rein."Oma , Oma, Oma, Oma,nee..." Mama, Mama, Mama, meine Schwägerin und wir raus. Mit nem Spaten und wollten das ausschlagen. Und unser Nachbar hatte das gesehen, der Herr Neuhaus, und hat dann einen Schlauch dazwischen gehalten.
Hans
01:16:01
Ja.
Frau Palm
01:16:02
Und meine Enkelin hat dann die ganze Geschichte... als Aufsatz geschrieben, da hat die
Hans
01:16:08
...
Frau Palm
01:16:08
Lehrerin gesagt: Son guten Aufsatz, die hat aber eine lebhafte Fantasie."
Hans
01:16:14
Ja. Ja.
Frau Palm
01:16:16
Da sagt meine Schwägerin da: "Das war keine Fantasie. Das war Tatsache". Also, da denke ich heute noch dran.
Hans
01:16:27
Mhm.
Frau Palm
01:16:29
Wir kriegten auf einmal die... "und dann eilten... " was haste , hat sie noch geschrieben? "Dann eilten meine Mutter und meine Tante zur Beerdigung". Wir mussten anschließend zur Beerdigung. Mussten uns total umziehen.
Hans
01:16:46
Oh, ja... Ja, jo.
Frau Palm
01:16:50
Sicher, wenn ich an die Münchner Zeit denke. Wir sind da oft runtergefahren. Das Haus umgemodelt und wenn ich an die Kinder da denke.
Hans
01:17:02
Ja.
Frau Palm
01:17:04
Und dann an so kurz... diamantene Hochzeit. Da hatte meine Tochter, die war ja bei Werntges. Und wir sind halt eigentlich gar nicht gewohnt gekauften Kuchen zu... Wir
Hans
01:17:20
Mhm.
Frau Palm
01:17:20
haben selber gebacken.
Hans
01:17:21
Ja. Mhm.
Frau Palm
01:17:22
dann schreibt sie auf die Torte: "60 Jahre Krieg und Frieden". Ich gucke auf die Torte. Ich sag: "Wie kommst du denn da drauf? 60 Jahre..." Ja, sagt sie: "Ihr seit jetzt 60 Jahre verheiratet." Die diamanten Hochzeit.
Hans
01:17:41
Ja.
Frau Palm
01:17:41
war das. Ja. Ich sag: "Wieso Krieg und Frieden?" "Ja sag bloß: Ihr habt euch nicht gezankt." Ich sag: "Ja." Und da sagte der eine von, sagte mein Sohn: "Ja, aber nur wenn wir was angestellt haben. Du"
Hans
01:17:59
Ja.
Frau Palm
01:17:59
"hast"
Hans
01:17:59
Mhm.
Frau Palm
01:18:00
"uns immer... Irgendwie hast du uns immer in Schutz genommen. Und beim Papa durften wir nie viel machen."
Hans
01:18:06
Mhm.
Frau Palm
01:18:07
Die kamen denn auch sonntags schon mal: "Mit m Papa gehen wir nicht mehr spazieren." Ich sag: "Warum nicht"? "In keine einzige Pfütze darf man springen."
Hans
01:18:17
Ja. Ja.
Frau Palm
01:18:19
Also... Und die gehen heute mit ihren Kindern ja ganz anders um,
Hans
01:18:25
Ja.
Frau Palm
01:18:25
ne!?
Hans
01:18:25
Ja.
Frau Palm
01:18:29
Die kamen auch manchmal mit Klöpse aus dem Kindergarten. Da hatte, wer weiß... Michael hatte Scharlach und da kommt der Kinderarzt und sagt: "Können Sie die anderen beiden irgendwo unterbringen?
Hans
01:18:48
Mhm.
Frau Palm
01:18:48
"Ja." Ich sag: "Warum?" "Ja, sagt er, "dann darf der Michael zu Hause bleiben, sonst muss ich das an der Schule melden und die müssen alle getestet werden."
Hans
01:18:59
Ja.
Frau Palm
01:19:00
Und dann... hab ich Michael zu Hause gelassen. Da sagte er: "Und Sie müssen sich in Acht nehmen. Sie dürfen nicht das Geschirr benutzen und und"
Hans
01:19:10
Ja.
Frau Palm
01:19:10
und und. Und dann hatte Michael Langeweile, und dann hat er die Fenster aufgemacht und die Nachbarjungen standen unterm Fenster rum, ne? Man! ich sag, das nützt alles nix, ich muss ihn einschließen. Und dann kommt er eines Tages, da kommt er oben von meiner Enkelin runter der Barbara... Sagt er, "Die Barbara, die war der Übeltäter. Die hat das Scharlach schon überwunden und hat den Michael angesteckt." Die saßen noch morgens, denn die waren alle so im gleichen Alter, sonntags morgens. Dann saßen die entweder alle zusammen bei uns auf dem Kinderbett. Hatten wir dann im Esszimmer, so eine große Couch, die wurde dann ausgezogen nachts und da war schön Platz drauf.
Hans
01:20:03
Hhm hm
Frau Palm
01:20:03
Dann saßen die immer unten und da sagte der Kinderarzt immer, das möchte ich auch mal erleben. Wenn ich die besuchen muss, kann ich alle gleichzeitig machen.
Hans
01:20:13
Ja. Ja.
Frau Palm
01:20:15
Ja. ... Und jetzt habe ich überhaupt keinen Hunger mehr.
Hans
01:20:24
Ja, aber... Also ich fand's sehr schön und sehr interessant und bedanke mich bei Ihnen für die ausführlichen Auskünfte. Also vielen Dank, Frau Palm.
Frau Palm
01:20:37
Ja. Gern geschehen. Auch ein schöner Morgen für mich, mal alles erzählen zu können.
Hans
01:20:46
Ja. Ich hoffe, es hat Euch Spaß gemacht. Feedback wäre in jedem Fall möglich auf ruhrtal.letscast.fm. - alles kleingeschrieben, und es würde mich natürlich freuen, wenn Ihr mal wieder reinhört. Bis dann.